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Gedenken an NS-Opfer: Magdeburg erhält weitere 19 Stolpersteine

Stolpersteinverlegungen am 15. und 20. Oktober

Am 15. und 20. Oktober werden in Magdeburg insgesamt 19 neue Stolpersteine zur Erinnerung an Menschen verlegt, die während der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden. Am 15. Oktober werden 15 Stolpersteine gesetzt, am 20. Oktober folgen vier weitere. Es ist die 48. und 49. Stolpersteinverlegung in der Landeshauptstadt. Die städtische Arbeitsgruppe „Stolpersteine für Magdeburg“ lädt zu beiden Terminen ab jeweils 10.00 Uhr ein. Angehörige der Menschen, an die erinnert wird, begleiten die Verlegungen und berichten von den Lebenswegen ihrer Familien.

   

909 Stolpersteine liegen bereits auf den Gehwegen Magdeburgs – dort, wo Menschen lebten, die nach 1933 gedemütigt, vertrieben, verfolgt oder ermordet beziehungsweise in den Suizid getrieben wurden. Unter ihnen waren Menschen mit körperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen, Zeugen Jehovas, politische Gegner und Homosexuelle. Die meisten Verfolgten, an die mit den Stolpersteinen in Magdeburg erinnert wird, waren Jüdinnen und Juden.

 

Nachfahren begleiten die Verlegungen

Am 15. und 20. Oktober werden erneut Angehörige der Menschen, an die erinnert wird, die Stolpersteinverlegungen begleiten. Die Gäste reisen aus den USA und aus Deutschland an. Sie berichten von ihren Angehörigen und deren Lebenswegen und begeben sich in Magdeburg auf die Spuren ihrer Familiengeschichte.

 

Abfolge der Verlegungen am 15. Oktober 2026:

 

10.00 Uhr        Familie Enkelmann/ Jung, Ernst-Reuter-Allee/ Ecke Hartstraße (früher Hartstraße 1)

10.30 Uhr        Familie Choinowski/ König, Breiter Weg 262 (früher Breiter Weg 266)

11.10 Uhr        Michael Hirsch Eisenstädt, Maxim-Gorki-Straße zwischen 38 und 39 (früher Spielgartenstraße 37)

11.35 Uhr        Familie Rothenberg, nördlich Gerhart-Hauptmann-Straße 3 (früher Kaiser-Friedrich-Straße 1)

12.00 Uhr        Elfriede Kaufmann, Arndtstraße 5


Abfolge der Verlegungen am 20. Oktober 2026:

10.00 Uhr        Bertha Gerstensang, Weidenstraße 6/ Werder (früher Weidenstraße 5/ Werder)

10.25 Uhr        Sally Rosemann, Östlich Badestraße 4 / Werder (früher Badestraße 3/ Werder)

10.50 Uhr        Samuel Miegans, nahe Haltestelle Heumarkt, Nordseite Fußgängerampel, Kaiser-Otto-Brücke (früher Krakauer Straße 9)

11.35 Uhr        Karl-Heinz Uhde, Köthener Straße 1a/ Buckau



Stolpersteine in Magdeburg

Die Gedenksteine haben eine Messingoberfläche, auf der die Namen und biografischen Daten der Opfer, der Zeitpunkt der Deportation und der Deportationsort eingraviert sind. Seit 1997 setzt der Kölner Künstler Gunter Demnig diese zehn mal zehn Zentimeter großen Betonquader mit eingelassener Messingplatte in den Boden vor ehemaligen Wohnhäusern und Wirkungsstätten von Opfern des Nationalsozialismus. Finanziert werden die Erinnerungsmale ausschließlich durch Spenden.

 

Die Landeshauptstadt und die Arbeitsgruppe „Stolpersteine für Magdeburg“ danken allen Spenderinnen und Spendern, die mit ihrer finanziellen Unterstützung zur Verlegung der besonderen Gedenksteine beitragen. Insgesamt konnten bereits über 909 Stolpersteine im Magdeburger Stadtgebiet verlegt werden. Jede Spenderin und jeder Spender wird kontaktiert und zu den Verlegungen eingeladen.

 

Weitere Unterstützung bei der Finanzierung dieser Gedenksteine ist daher jederzeit willkommen. Ein Stolperstein kostet 120 Euro, für die grafische Gestaltung eines Gedenkblattes kommen jeweils 35 Euro hinzu. Wer spenden möchte, kann dafür die Bankverbindung der Landeshauptstadt Magdeburg bei der Sparkasse MagdeBurg, IBAN DE02 8105 3272 0014 0001 01 nutzen. Als Verwendungszweck ist bitte die Bezeichnung 37994311/Stolpersteine anzugeben. Wer darüber hinaus zusätzlich seine Adresse im Verwendungszweck vermerkt, erhält anschließend eine Spendenbescheinigung.

 

Interessierte können zudem über die App „Stolpersteine digital“ per Smartphone weiterführende Informationen zu Leben und Schicksal der Menschen abrufen, deren Namen auf den Steinen verzeichnet sind.

 

Für Fragen und weitere Informationen zu den Stolpersteinen stehen die Mitarbeitenden des Kulturbüros unter der Rufnummer 0391/5402134 zur Verfügung. Einen regelmäßig aktualisierten Stadtplan mit den Orten der Stolpersteine und weitere Informationen sind im Internet unter https://www.magdeburg.de/stolpersteine verfügbar.