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Faschismus ist keine Meinung

Ilko-Sascha Kowalczuk liest in der Stadtbibliothek Magdeburg

Kaum ein Historiker ist derzeit mit seinen zugespitzten Diagnosen der Gegenwart in der öffentlichen Debatte so präsent wie Ilko-Sascha Kowalczuk. Am Dienstag, 20. Oktober, ist der Autor um 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek zu Gast, um sein aktuelles Buch „Faschismus ist keine Meinung“ vorzustellen.

„Stabil bleiben in autoritären Zeiten“, lautet der programmatische Untertitel der Streitschrift. Ilko-Sascha Kowalczuk blickt auf die inneren Mechanismen des Rechtsrucks, den er allenthalben ausmacht. Er zeigt, wie und warum die DDR-Vergangenheit verharmlost wird, wie „Ostdeutschtümelei“ die Demokratie untergräbt und warum das Regime Putins offenbar vermehrt auch in der Bundesrepublik Anhänger findet.

Deutschland ist für ihn trotz aller Probleme nach wie vor eines der „politisch stabilsten, sozial sichersten, wirtschaftlich stärksten und gesellschaftlich freiheitlichsten Länder der Welt.“ Ilko-Sascha Kowalczuk blickt insbesondere auf die Entwicklungen in Ostdeutschland und zeigt, wie das Gift der „Freiheitsfeinde“, die er als Gegner ausmacht, in die Gesellschaft einsickert: durch das Schlechtreden der Gegenwart und die Verklärung der Vergangenheit. Insbesondere die DDR-Geschichte ist ein „Schlachtfeld“, auf dem um die Akzeptanz autoritärer Staatsvorstellungen gerungen wird. Kowalczuk versteht seinen Text als einen Weckruf. Er will dazu ermuntern, sich in die eigenen Angelegenheiten einzumischen.

Ilko-Sascha Kowalczuk, 1967 in Ostberlin geboren, konnte erst nach dem Ende der DDR-Geschichte an der Humboldt-Universität studieren. Von 1995 bis 1998 war er Mitglied der Enquete-Kommission „Überwindung der Folgen der SED-Diktatur im Prozess der deutschen Einheit", anschließend Mitarbeiter der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Kowalczuk, der zuletzt eine zweibändige Ulbricht-Biografie veröffentlichte, ist einer der renommiertesten deutschen Experten für die Geschichte der DDR und des Kommunismus.

Das Gespräch mit dem Autor führt Dennis Jannack namens der Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen-Anhalt, die gemeinsam mit der Stadtbibliothek zur Buchvorstellung einlädt. Alle interessierten Gäste sind dazu am Dienstag, 20. Oktober, um 19.30 Uhr herzlich in der Zentralbibliothek im Breiten Weg 109, willkommen. Um Anmeldung auf der Homepage der Stadtbibliothek Magdeburg, www.stadtbibliothek.magdeburg.de , unter der Rubrik Veranstaltungen, wird gebeten. Der Eintritt ist frei.