Ein kleiner Anstoß mit großer Bedeutung: Neues Denkmal erinnert an die Geschwister Scholl
Beteiligung von Magdeburgerinnen und Magdeburgern
Im Magdeburger Geschwister-Scholl-Park enthüllt Oberbürgermeisterin Simone Borris gemeinsam mit dem Künstler Dr. Roland Fuhrmann am kommenden Dienstag, 22. September um 15:30 Uhr das neue Denkmal zur Würdigung der Geschwister Scholl und des antifaschistischen Widerstands. Umrahmt wird die Einweihung von Beiträgen des städtischen Geschwister-Scholl-Gymnasiums. Das Kunstwerk „AnStoß“ wurde von den Bürgerinnen und Bürgern über ein Beteiligungsverfahren ausgewählt. Es stellt einen Stapel Flugblätter dar – ein Motiv, das im historischen Kontext zum Sinnbild eines „Denkanstoßes“ wurde.
„Zusätzlich zur Namensgebung des Parks setzen wir ein greifbares Zeichen der Anerkennung und des Gedenkens an das Wirken von Hans und Sophie Scholl und den antifaschistischen Widerstand im Nationalsozialismus“, betont Oberbürgermeisterin Simone Borris. „Das Kunstwerk von Dr. Roland Fuhrmann überzeugte zahlreiche Magdeburgerinnen und Magdeburger, die sich an der Auswahl zum Denkmal beteiligen konnten und seinen Entwurf auf den ersten Platz wählten. Zur Enthüllung am kommenden Dienstag sind alle Interessierten herzlich willkommen.“
Aus Anlass des 80. Jahrestages der Ermordung der Geschwister Scholl und zum Gedenken an den antifaschistischen Widerstand war 2023 die öffentliche Ausschreibung eines Wettbewerbs für ein Kunstwerk für den Geschwister-Scholl-Park beschlossen worden. Ziel des nichtoffenen künstlerischen Wettbewerbs mit vorgeschaltetem offenem Bewerbungsverfahren war die Erlangung eines realisierungsfähigen Entwurfs für die Errichtung eines Kunstwerks als Denkmal in der gleichnamigen Parkanlage.
Drei Entwürfe standen für das neue Kunstwerk im Geschwister-Scholl-Park zur Auswahl. Vom 20. bis 23. April 2024 hatten Magdeburgerinnen und Magdeburger die Chance abzustimmen, welcher davon umgesetzt werden soll. Mit 65 Prozent der Stimmen fiel die Entscheidung auf das Werk „AnStoß“ des Künstlers Dr. Roland Fuhrmann.
Jener kleine Anstoß, mit dem Sophie Scholl am 18. Februar 1943 einen Stapel Flugblätter ins Atrium der Ludwig-Maximilians-Universität München wirbelte, wurde zum schicksalhaften Kippmoment deutscher Geschichte. Er gilt inzwischen als Symbolbild des Denkanstoßes, mit dem die Widerstandskämpfer der Weißen Rose das Volk wachrütteln wollten. Zugleich war der kleine Schubs auch der Todesstoß für die Geschwister Scholl und viele ihrer Mitstreitenden, die in der Folge entdeckt und verhaftet wurden.
Die Errichtung des Denkmals wurde vom Stadtrat beschlossen. Die Kosten für die Realisierung des Denkmals betragen rund 200.000 Euro.