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AnStoß 

Denkmal für die Geschwister Scholl und den antifaschistischen Widerstand
„AnStoß“ von Roland Fuhrmann, 2026

Geschwister-Scholl-Park, Richard Wagner-Straße, 39106 Magdeburg-Alte Neustadt

Die Flugblätter der Weißen Rose wurden am Theater Magdeburg unter der Regie von Christoph Clausen eingelesen von Isabel Will und Niklas Hummel.


Inspiration

Jener kleine AnStoß , mit dem Sophie Scholl am 18. Februar 1943 den Stapel Flugblätter ins Atrium der Ludwig-Maximilians-Universität München wirbelte, gilt inzwischen als „Ikone der deutschen Freiheitsgeschichte“. „Das Symbolbild der flatternden Blätter“ ging „in den Bildkanon unseres kulturellen Gedächtnisses ein“.

Dieser Anstoß wurde zum Inbegriff des Denkanstoßes, mit dem die Widerstandskämpfer der Weißen Rose das Volk wachrütteln wollten. Zugleich war der kleine Schubs auch der Todesstoß für die Geschwister Scholl und viele ihrer Mitstreiter, denn ohne diesen Blätterwirbel wären sie wohl nicht entdeckt und verhaftet worden. Er wurde zum schicksalhaften Kippmoment deutscher Geschichte.

Konzept

Das Mahnmal für die Geschwister Scholl widmet sich diesem AnStoß. Wie zufällig abgesetzt steht ein Stapel Flugblätter im Park. Der Papierstoß hat bereits jenen historischen Schubs von Sophie Scholl bekommen. Die obersten Blätter lösen sich vom Stapel und wirbeln nach vorn.

Mit Flugblättern und Worten kämpfte die intellektuelle Widerstandsgruppe Weiße Rose gegen den Hitlerfaschismus. Das soll auch durch dieses Mahnmal zum Ausdruck kommen. Die Skulptur zitiert die Masse an Flugblättern, die von der Weißen Rose zu Tausenden in Deutschland verteilt und später von den Alliierten nachgedruckt und millionenfach über Deutschland abgeworfen wurden.

Vom Gegenwind werden die obersten Flugblätter dynamisch aufgebogen. Er versinnbildlicht den Widerstand, dem sie die Blätter entgegenstellen. Die Flugblätter stehen kurz davor herab zu wirbeln, wie an jenem denkwürdigen 18. Februar 1943 von der Brüstung im Atrium der Ludwig-Maximilians-Universität – angestoßen von Sophie Scholl. Gleichzeitig versinnbildlicht der Stapel auch die instabile Fragilität der jungen Geschwister. Ihr Leben ist mit den Flugblättern schicksalhaft verbunden: wenn diese fallen, dann fallen auch sie.

„Es lebe die Freiheit“ sollen die letzten Worte von Hans Scholl vor seiner Hinrichtung gewesen sein.

Sophie Scholl © Landeshauptstadt Magdeburg