Die Magdeburger Moderne
In den 1920er Jahren vollzog Magdeburg unter dem sozialdemokratischen Oberbürgermeister Hermann Beims eine städtebauliche und kulturelle Erneuerung. Durch stabile kommunale Verhältnisse schuf er das Fundament, um dringend benötigten, bezahlbaren Wohnraum im großen Stil zu realisieren.
Treibende Kraft war u.a. der renommierte Architekt Bruno Taut, der 1921 als Stadtbaurat berufen wurde und Magdeburg als „Bunte Stadt“ weltweit bekannt machte. Mit seinem visionären Generalsiedlungsplan von 1923 legte er das Fundament für wegweisende soziale Wohnprojekte.
Die Hermann-Gieseler-Halle, das Gröninger Bad, das AOK-Gebäude, die Schulen am Westring und in der Schmeilstraße, sowie nicht zuletzt die großen Siedlungen Reform, Beims, Cracau, Curie und Brückfeld entstanden in jener Zeit. Durch die Symbiose aus moderner Architektur, sozialem Wohnungsbau und Avantgardekunst stieg Magdeburg in dieser Dekade zu einem der wichtigsten Zentren der europäischen Moderne auf.
Johannes Göderitz trat 1927 die Nachfolge von Bruno Taut als Stadtbaurat an. Unter seiner Leitung festigte Magdeburg mit dem Generalbebauungsplan von 1928 den internationalen Ruf als „Stadt des Neuen Bauwillens“. Göderitz hinterließ im Stadtbild unverkennbare Spuren, wobei die elegante und funktionale Stadthalle im Rotehornpark als sein architektonisches Hauptwerk gilt.