Tipp der Stadtbibliothek: "Jüdische Bibliotheken weltweit"
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Tipp der Stadtbibliothek: "Jüdische Bibliotheken weltweit"

Der Blog „Von Büchern und ihren Orten“ stellt seit einem halben Jahr stellt  jüdische Bibliotheken weltweit vor, die Wissensspeicher, Lehrhäuser, Räume der Begegnung und Gedenkorte zugleich sind. Als Spiegel jüdischen Lebens überliefern sie einzigartiges Wissen über jüdische Geschichte und Gegenwart.
Die Hebraica & Judaica-Sammlung der UNI Frankfurt am Main © Universität Frankfurt am Main
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© Universität Frankfurt am Main

"Von Büchern und ihren Orten – jüdische Bibliotheken weltweit"
Ein Blog der Germania Judaica in Kooperation mit dem Steinheim-Institut

Seine Schüler fragten Rabbi Tarfon: "Wer übt jederzeit Gerechtigkeit?"
Er antwortete: "Wer Bücher schreibt und sie anderen leiht."

Der Blog hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Vielfalt dieser Bücherwelt vorzustellen. Seit April 2021 präsentieren sich hier im Zwei-Wochen-Rhythmus jüdische Bibliotheken. Der Bogen spannt sich dabei von Köln über Amsterdam und Tel Aviv bis nach New York. Vertreten sind: 

  • öffentliche Stadt- und jüdische Gemeindebibliotheken ebenso wie

  • weltberühmte historische Büchersammlungen und

  • international renommierte akademische Einrichtungen.

Der zweisprachige Blog – deutsch und englisch – richtet sich an Bibliophile, an Menschen, die sich für jüdische Kultur interessieren und an alle Neugierigen, die unbekannte Kultur-Orte kennenlernen möchten.

Juden als das Volk des Buches

Die Juden gelten als das Volk des Buches. Fast überall dort, wo es jüdisches Leben gibt, finden sich auch jüdische Bibliotheken. Die Wurzeln hierfür liegen im religiösen Studium, für das Bücher, wie etwa die hebräische Bibel und rabbinische Kommentare, unverzichtbar sind. Schon für das Mittelalter lassen sich bedeutende Manuskriptsammlungen jüdischer Gelehrter und Gemeinden nachweisen. Jedes jüdische

Lehrhaus ist daher gleichzeitig auch Bibliothek. Die Liebe zu Büchern hat sich in der jüdischen Gesellschaft auch auf die säkulare Bildung übertragen. Auch unter den bedrohlichsten Bedingungen bauten Jüdinnen und Juden Sammlungen und Bibliotheken auf, selbst in der Zeit der Schoa.

Der Blog zum Festjahr & darüber hinaus

Das Ringelblum-Archiv © Das Ringelblum-Archiv (gemeinfrei)
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© Das Ringelblum-Archiv (gemeinfrei)

Der Blog, den die Germania Judaica gemeinsam mit ihrem Kooperationspartner, dem Salomon Ludwig-Steinheim-Institut initiiert hat, ist ein Projekt im Rahmen des „#JLID Festjahr 2021 - Jüdisches Leben in Deutschland“. Finanziell ermöglicht hat es das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat.

„Die bisherige Resonanz aller Beteiligten ist durchweg begeistert“, resümiert Ursula Reuter das erste halbe Jahr. „Unsere große Hoffnung ist, über das Festjahr 2021 hinaus das Projekt weiterführen zu können. Es gibt noch viele jüdische Bibliotheken weltweit zu entdecken.“

Zu ihrer Motivation, den Blog „Von Büchern und ihren Orten“ aufzubauen, erklärt Dr. Ursula Reuter: „Jüdische Bibliotheken sind als kleine, von der breiten Öffentlichkeit nicht wahrgenommene Einrichtungen häufig in ihrer Existenz bedroht. Sie brauchen gerade heute Aufmerksamkeit, Vernetzung und vor allem auch virtuelle Sichtbarkeit.“

Als Geschäftsführerin der Germania Judaica leitet sie die weltweit renommierte Spezialbibliothek zur Geschichte des Deutschen Judentums. Sie wurde in Köln gegründet, ist heute in der Stadtbibliothek Köln beheimatet und auch organisatorisch eng mit ihr verknüpft.

Jüdische Bibliotheken weltweit I Start

Jüdische Bibliotheken weltweit I Blog

Die Germania Judaica

Germania Judaica © Germania Judaica, Köln
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© Germania Judaica, Köln

1959 gründeten engagierte Kölner Bürger die Germania Judaica. Sie wollten der interessierten Öffentlichkeit Geschichte und Kultur der deutschen Juden näherbringen und damit die „Unkenntnis, die heute noch die alten Vorurteile nährt“ (so der Mitgründer Heinrich Böll) bekämpfen. Aus dieser Initiative ist eine der größten Spezialbibliotheken zum deutschsprachigen Judentum weltweit entstanden. Sie kooperiert mit vielen ähnlichen Bibliotheken und Sammlungen in Deutschland, Europa, Israel, den USA und weiteren Ländern.
Die „GJ“ hat ihren Sitz heute in der Kölner Stadtbibliothek.

www.germaniajudaica.de

Das Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte e. V.

Logo Steinheim-Institut © Steinheim-Institut
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© Steinheim-Institut

Das Steinheim-Institut mit Sitz in Essen wurde 1986 gegründet und ist nach dem jüdischen Mediziner, Religionsphilosophen und Gelehrten Salomon Ludwig Steinheim benannt. Es erforscht Geschichte und Kultur der Juden im deutschen Sprachraum. Das wissenschaftliche Forschungsinstitut ist als An-Institut mit der Universität Duisburg-Essen verbunden. Es pflegt intensiven Kontakt mit jüdischen Institutionen in Israel, den USA und europäischen Nachbarländern und versteht sich als kompetenter Ansprechpartner, wann immer es darum geht, Zugänge zur jüdischen Geschichte und Kultur zu erlangen.

www.steinheim-institut.de

Kontakt

Ansprechpartner*innen:

Dr. Ursula Reuter
Geschäftsführerin
Germania Judaica
E-Mail: gj.reuter@stbib-koeln.de
Tel. +49 221 23 23 49

Dr. Constanze Baumgart
Redakteurin des Blogs Von Büchern und ihren Orten
E-Mail: blog@germaniajudaica.de
Tel. +49 178 32 72 040

Autor: Frau Riep, Kulturbüro/Gesellschaftshaus, 28.02.2022 
Quelle: Stadtbibliothek Magdeburg, 28.02.2022