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Die Kathedrale Sankt Sebastian ist der Mittelpunkt des Bistums Magdeburg. 1015 begründet, ist sie eine der ältesten Kirchen der Ottostadt.
St. Sebastian Innenraum Luftaufnahme © Stefan Feldt
St. Sebastian © MMKT GmbH
St. Sebastian romanische Türme
St. Sebastian Altarraum
St. Sebastian Innenraum
St. Sebastian Orgel
St. Sebastian

Gleich gegenüber dem Dom und in Sichtweite des Klosters Unser Lieben Frauen findet sich ein weiteres Monument der Magdeburger Stadtgeschichte. Zusammen mit dem Kloster 1015 begründet, 1170 neu errichtet und im Spätmittelalter gotisch umgebaut, ist die Kathedralkirche St. Sebastian heute Sitz des katholischen Bischofs von Magdeburg.

Wechselhafte Geschichte

Mit einer Geschichte von Höhen und Tiefen, aber auch dem unbedingten Willen, immer wieder zurückzukommen, passt die Sebastianskirche sehr gut zur Ottostadt.

1015 gründete der umtriebige Magdeburger Erzbischof Gero St. Sebastians als Kollegiatstift. Besonders wegen eines Kopfreliquars des Heiligen Sebastian, der zugeschrieben wurde, das Bistum vor dem eindringenden Heer Heinrichs IV. beschützt zu haben, blühte die Kirche schnell auf und galt als vornehmstes Stift Magdeburgs nach dem Dom. So konnte das erste Bauwerk bereits 1170 durch eine romanische Basilika ersetzt werden.

Doch schon 1188 und erneut 1207 brannte die Kirche bei Großfeuern aus und wurde so stark beschädigt, dass das Kirchenschiff im 14. und 15. Jahrhundert zu einer gotischen Hallenkirche umgebaut werden musste. Bei der Zerstörung Magdeburgs im Dreißigjährigen Krieg wurde die Sebastianskirche erneut niedergebrannt.

Diesmal schien es, als würde sie sich nicht davon erholen. Obwohl sie weiterhin für Gottesdienste genutzt wurde, verfiel die Kirche zunehmend zur Ruine. 1811 wurde sie dann ganz aufgegeben, diente als napoleonisches Feldlager und später als städtisches Wollmagazin.

Doch mit dem zunehmenden Zuzug aus den katholischen Gebieten Preußens wuchs auch das Interesse an einer eigenen Kirche. St. Sebastian wurde 1873 von der Stadt verkauft und bis 1878 aufwändig restauriert und wiederhergestellt.

Nach diesem Aufschwung kam mit dem 16. Januar 1945 der nächste Niederschlag. Beim Luftangriff auf Magdeburg wurde die Kirche erneut schwer beschädigt. Dieses Mal wurde sie jedoch schnell wiederhergerichtet und wurde bereits 1946 wieder genutzt – zeitweilig sogar für alle Konfessionen, da andere die anderen innerstädtischen Kirchen noch stärker zerstört waren.

Nach der Wende wurde St. Sebastian Kathedrale des neuerrichteten Bistums Magdeburg und erstrahlt nach den letzten weitreichenden Umbauarbeiten 2004 in neuem Glanz. Die Kirche besitzt wertvolle mittelalterliche und moderne Ausstattungsstücke.

Straße der Romanik

Mit dem Umbau im 14. und 15. Jahrhundert verschwand das romanische Kirchenschiff. Der ursprüngliche Grundriss, Türme und Querschiff blieben jedoch im romanischen Stil erhalten. Heute ist die Kathedrale St. Sebastian dadurch eine der Magdeburger Stationen auf der Straße der Romanik.