Fundus aus dem Jahr 1988 zur jüdische Geschichte Magdeburgs
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Fundus aus dem Jahr 1988 zur jüdische Geschichte Magdeburgs

1988 gab es in Magdeburg eine Ausstellung über die jüdische Geschichte der Stadt, die als verschollen gilt. Durch einen überraschenden und zufälligen Kellerfund von neuen Hausbesitzern in der Leipziger Straße wurde eine Kiste mit Quellen, die Basis dieser Ausstellung waren, wiederentdeckt, u.a. auch Zeugnisse aus Dessau, Halberstadt und Erfurt. Die Deutsch-Israelische Gesellschaft übergab diesen seltenen Fundus an das Landesarchiv Sachsen-Anhalt.

Übergabe an Landesarchiv © DIG e.V.- AG Magdeburg (Foto: Tobias Krull)
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© DIG e.V.- AG Magdeburg (Foto: Tobias Krull)

Auf dem Foto von links nach rechts: Marten Grimke (Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Magdeburg der Deutsch-Israelische Gesellschaft e.V.), Antje Herfurth (Landesarchiv Sachsen-Anhalt/ Dezernatsleiterin Bestände 10. Jh. bis 1945) und Dr. Detlev Heiden (Leiter Landesarchiv Sachsen-Anhalt) I Foto: Tobias Krull (Vorstandsvorsitzender)

Für uns kam nur das Landesarchiv in Frage

1988 wurde in Magdeburg im Rahmen des Gedenkens 50 Jahre Novemberpogrome, - bezogen auf die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 - eine Ausstellung über das jüdische Leben in Magdeburg gezeigt, die sehr aufwendig und detailliert aufbereitet worden war. Nach dem Fall der Mauer und der politischen Wende von 1989/1990 geriet das Thema zunehmend in Vergessenheit. Die Ausstellung selbst blieb spurlos verschwunden.

Durch einen überraschenden und zufälligen Kellerfund von neuen Hausbesitzern in der Leipziger Straße wurde eine Kiste mit Quellen, die Basis der Ausstellung waren, wiederentdeckt. Die Finder wandten sich an Tobias Krull und Marten Grimke, beide Vorstandsmitglieder der Arbeitsgemeinschaft Magdeburg der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, und überreichten die Materialien selbstlos.

Interessant ist hierbei der Quellenfundus, welcher in den 1980er Jahren sehr mühevoll und sorgfältig zusammengetragen worden ist. Dabei gab es auch zahlreiche Korrespondenz mit Westdeutschland, um Bildmaterial zu sammeln. Das Ausstellungsmaterial umfasst nicht allein Quellen über das jüdische Leben in Magdeburg, sondern bietet auch Zeugnisse über das jüdische Leben in Dessau, Halberstadt und beispielsweise Erfurt.

Der Fundus ist ein wahrer Schatz, vor allem, weil er unter anderem mehrere Fotos, sowie Negative von der zerstörten Magdeburger Synagoge aus dem Jahre 1938 und einige jüdische Zeitungen aus den 1930er Jahren enthält, welche der Öffentlichkeit unbekannt sind. Bekannt ist lediglich ein Außenbild der Alten Synagoge, welches man auf einem sehr bekannten Online-Lexikon ansehen kann. Für Tobias Krull und mich war es sehr wichtig, dass die Zeugnisse in professionelle Hände gehören und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich sind. Nach gründlicher Überlegung kam für uns nur das Landesarchiv Sachsen-Anhalt mit Sitz in Magdeburg in Frage. Wir freuen uns, dass wir mit dem LASA eine Institution gefunden haben, welche sich dem Fundus würdig widmet und mit weiteren Archiven, beispielsweise dem Kirchenarchiv, kooperieren wird.“, so Marten Grimke, Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Magdeburg der Deutsch-Israelischen Gesellschaft .

Autor: Frau Riep, Kulturbüro/Gesellschaftshaus 
Quelle: Magdeburger News (Autor des Beitrags: Tobias Krull, Datum nicht angegeben)