Fachbuch zu Magdeburger Stiftungen vorgestellt
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Fachbuch zu Magdeburger Stiftungen vorgestellt

Das „Magdeburger Stiftungsbuch“ bietet erstmals einen Überblick zum sozialen Engagement in der Geschichte der Stadt. Am 4. März wurde das Buch in der Stadtbibliothek Magdeburg vorgestellt. In dem historischen Nachschlagewerk sind alle aktuellen Informationen über Stiftungen in Magdeburg gebündelt.  Mit dem Buch haben die Herausgeber eine Grundlage für die weitere Erforschung der Stadthistorie geschaffen.

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Seit Jahrhunderten dienen Stiftungen einem übergeordneten Zweck: der Verbesserung des Gemeinwohls. Die Einrichtungen und ihre Entwicklung in der Magdeburger Geschichte waren bisher jedoch kaum erforscht. Der Historiker Dr. Lutz Miehe und Stadtarchivar PD Dr. Christoph Volkmar haben die umfassenden Forschungsergebnisse zum Magdeburger Stiftungswesen nun zum ersten Mal in einem Buch zusammengefasst. Am 28. Februar 2022 ist das „Magdeburger Stiftungsbuch. Vom Entstehen, der Zerstörung und dem Wiederaufbau einer Stiftungslandschaft“ im Mitteldeutschen Verlag erschienen.

Im Rahmen eines Pressegesprächs am 4. März 2022 in der Stadtbibliothek Magdeburg haben die beiden Herausgeber den Forschungsband vorgestellt. Hierzu hatten sie gemeinsam mit der Beigeordneten der Landeshauptstadt Magdeburg für Kultur, Schule und Sport, Regina-Dolores Stieler-Hinz, eingeladen.

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Der Katalog für Magdeburger Stiftungen

Kern des „Magdeburger Stiftungsbuchs“ ist ein Verzeichnis der 572 bisher bekannten Stiftungen in Magdeburg seit dem Jahr 1810. In dem Katalog können schnell alle bekannten Informationen zu den Stiftungen nachgeschlagen werden. Durch die zahlreichen Einträge zeichnet sich ein umfassendes Bild über das soziale Engagement in Magdeburg ab.

„Schon die mittelalterliche Großstadt konnte ohne das Engagement der Bürger für die Schwachen, aber auch für das religiöse und kulturelle Leben nicht gedeihen. Über die Jahrhunderte erlangten Stiftungen zentrale Bedeutung für die kommunale Infrastruktur und prägten mit ihren Bauten das Stadtbild. Für die Stifter verbanden sich christliche Nächstenliebe und philanthropische Motive mit dem Wunsch, Bürgerstolz und familiäres Selbstbewusstsein zu inszenieren.“ So wird der Stellenwert der Stiftungen für die Stadtgeschichte von den Herausgebern beschrieben.

Zusätzlich ist in dem Band die Quellenlage über Stiftungen in den Archiven beschrieben und eine zusammenfassende, historische Einordnung der gelisteten Stiftungen enthalten. Ergänzt werden die Informationen durch zahlreiche Bilder.

Stiftungen als neues Forschungsfeld in der Stadtgeschichte

2018 haben die Herausgeber das gemeinsame Forschungsvorhaben begonnen. Dr. Lutz Miehe ist Referent im Ministerium für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt. Dr. Christoph Volkmar ist Leiter des Stadtarchivs Magdeburg und Privatdozent für Neuere Geschichte und vergleichende Landesgeschichte an der Universität Leipzig. Beide Wissenschaftler haben bereits zahlreiche Arbeiten zur Magdeburger Stadtgeschichte veröffentlicht.

Der Auftakt zum „Magdeburger Stiftungsbuch“ wurde im September 2018 in einem historischen Workshop gemacht. Das Stadtarchiv Magdeburg hatte zusammen mit dem Innenministerium Sachsen-Anhalt und der WOBAU Magdeburg alle Interessierten eingeladen, erstmals mit der Erforschung der Stiftungen in Magdeburg zu beginnen. Rund 90 Teilnehmende haben bei dem Workshop Quellen, Forschungsansätze und methodische Fragen diskutiert.

Am Rande des Forschungsprojekts konnte Dr. Lutz Miehe bereits neue Erkenntnisse über die Epoche der napoleonischen Herrschaft in Magdeburg gewinnen. In seinem Vortrag „Zeiten des Umbruchs. Die Stiftungen in der Stadt Magdeburg während der napoleonischen Fremdherrschaft (1806–1814)“ hat der Historiker im Oktober 2021 im Alten Rathaus vorgestellt, welche kurz- und langfristigen Folgen Kriegskontributionen, Schuldenkrise sowie die Veränderungen in der Sozialpolitik auf die Stiftungen hatten und wie die verschiedenen Akteure in der Stadt hierauf reagierten.

Mit Erscheinung des „Magdeburger Stiftungsbuchs“ sind weitere Erkenntnisse in der Geschichtsforschung möglich.


Teil der Buchreihe „Magdeburger Schriften“

Das „Magdeburger Stiftungsbuch“ erschien als 11. Band der „Magdeburger Schriften“, einer Buchreihe zur Erforschung der Stadtgeschichte. Seit 2008 wird die Reihe als Gemeinschaftsprojekt des Stadtarchivs, der Stadtbibliothek und dem Kulturhistorischen Museum der Landeshauptstadt herausgegeben. 

Bisher erschienene Bände der „Magdeburger Schriften“

  • Carl Gustav Friedrich Hasselbach (1809 - 1882); 2008
  • Magdeburger Drucke des 16. Jahrhunderts; 2009
  • Magdeburg 1933. Eine Stadt wird rot; 2010
  • „Und dann warst du auf einmal ausgestoßen!“ Die Magdeburger Juden während der NS-Herrschaft“; 2011
  • „Zum Wohle der Stadt“ Magdeburger Ehrenbürger; 2012
  • Magdeburg im Ersten Weltkrieg 1914 bis 1918. Eine Großstadt an der Heimatfront; 2014
  • Magdeburg und die Reformation I: Eine Stadt folgt Martin Luther; 2016
  • Magdeburg und die Reformation II: Von der Hochburg des Luthertums zum Erinnerungsort; 2017
  • „Mit dem Wissen kommt das Denken...“ 100 Jahre Erwachsenenbildung an der Volkshochschule Magdeburg; 2019
  • Die Ära Beims in Magdeburg. Ein Oberbürgermeister als Wegbegleiter der Moderne; 2021
  • Magdeburger Stiftungsbuch. Vom Entstehen, der Zerstörung und dem Wiederaufbau einer Stiftungslandschaft; 2022