Gedenken an die Opfer des KZ-Außenlagers der Polte-Werke
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Gedenken an die Opfer des KZ-Außenlagers der Polte-Werke

Das Amt für Gleichstellungsfragen der Landeshauptstadt Magdeburg lädt am 14. Juni um 14:00 Uhr zu einer Gedenkveranstaltung am Tor des ehemaligen Konzentrationslagers der Polte-Werke in die Liebknechtstraße 65 ein. Erinnert wird damit an die über 3.000 Frauen und 600 Männer, die vom 14. Juni 1944 bis zum April 1945 in das Lager in der Liebknechtstraße deportiert worden waren.

Die Gedenkveranstaltung am Tor des ehemaligen KZ-Außenlagers Magdeburg findet am 16. Juni um 14:00 Uhr in der Liebknechtstraße 65 statt. Neben Gedenkreden von der Gleichstellungsbeauftragten Heike Ponitka, der Beigeordneten für Kultur, Schule und Sport, Regina-Dolores Stieler-Hinz, und Grit Merker vom LSVD Sachsen-Anhalt e.V., wird es musikalische Beiträge von Dobrin Stanislawow an der Violine geben. Am Ende der Veranstaltung wird es eine Gedenkminute geben. Die Gäste des Gedenkens werden gebeten, auf die geltenden Abstands- und Hygieneregeln zu achten.

Das KZ-Außenlager der Polte-Werke Magdeburg

In der Liebknechtstraße 65-91 befand sich in der Zeit des Nationalsozialismus von 1944 bis 1945 ein Konzentrationsaußenlager des Rüstungswerkes Polte AG Magdeburg, des KZ-Buchenwald und des Frauen-KZ Ravensbrück. Hier wurden über 3.000 Frauen und 600 Männer aus 11 Nationen, jüdischer und nichtjüdischer Herkunft, inhaftiert. Sie mussten als Zwangsarbeiter*innen in den Polte-Rüstungswerken unter unwürdigen Bedingungen arbeiten. Sie wurden überwiegend in den verschiedenen Abteilungen der Munitions-Produktion eingesetzt. Viele der Inhaftierten überlebten das Lager und den Todesmarsch nach Ravensbrück 1945 nicht. Von den über 3.000 Frauen des Konzentrationslagers erlebten nur etwa 600 das Kriegsende.

Hintergrundinformationen zum Gedenktor

Am 27. Januar 2008 wurde die erste Gedenktafel am Tor in der Liebknechtstrasse 65 durch Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper, Magdeburgs ehemalige Gleichstellungsbeauftragte Editha Beier und die Vorsitzende des jüdischen Frauenvereins BeReshit e.V., Ellen Rublow, eingeweiht. Sie soll an die Geschichte des Ortes erinnern. Nach einem Stadtratsbeschluss wurden in den vergangenen zwei Jahren die Gedenktafel gereinigt sowie das Tor und die Außenanlagen neugestaltet. Dem vorangegangen waren Abstimmungen zwischen dem Kulturbüro und dem Gleichstellungsamt, dem Stadtplanungsamt, dem Tiefbauamt, dem Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg sowie dem Künstler Ernst Albrecht Fiedler. Nun schmückt eine weitere Tafel die rechte Seite des Tores, mit QR-Code und neuer Lichtanlage. Der von der Betrachtungsseite aus rechte Torflügel scheint etwas offen zu stehen und symbolisiert den Freiheitswillen der Häftlinge des Lagers. Die scheinbare Öffnung des Tores lädt den Betrachtenden ein, zu verweilen und sich mit der Geschichte der Gedenkstätte zu befassen.

Seit 2009 veranstalten das Amt für Gleichstellungsfragen und Vertreter*innen der Kulturprojekte und des Stadtrates sowie des Politischen Runden Tisches der Frauen gemeinsam mit Künstler*innen am 14. Juni jährliche Gedenkveranstaltungen am Tor.