Eisenbahnüberführung: Geänderter Zeitplan und Finanzierung
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Eisenbahnüberführung Ernst-Reuter-Allee: Änderungen für Zeitplan und Finanzierung

Nach langen Verhandlungen haben die Stadtverwaltung und der Hauptauftragnehmer des Großbauprojektes „Eisenbahnüberführung Ernst-Reuter-Allee“ eine Einigung hinsichtlich der Fertigstellung sowie der Vergütung für wesentliche Zahlungsforderungen erzielt. Die entsprechende Beschlussvorlage ist am 22. September in der Dienstberatung des Oberbürgermeisters besprochen worden. Der Finanz- und Grundstücksausschuss berät am 28. Oktober, bevor der Stadtrat in seiner Sitzung am 5. November darüber entscheidet.

Ergänzungsvereinbarung soll langwierige Streitverfahren umgehen

Insbesondere die längere Bauzeit und die damit in Verbindung stehenden Konsequenzen führen zu einer Kostenerhöhung des Großbauprojektes. Eine wesentliche Grundlage der geänderten Finanzierung bildet die noch final abzuschließende Ergänzungsvereinbarung mit dem vertraglich gebundenen Hauptauftragnehmer. Inhalt der Vereinbarung ist im Wesentlichen eine Einigung über zukünftige Fertigstellungstermine sowie über die mit dem gestörten Bauablauf und der verlängerten Bauzeit einhergehenden Nachtragsforderungen.

Ursprünglich sollte die Baumaßnahme im Oktober 2019 abgeschlossen werden. Mit Bestätigung der Ergänzungsvereinbarung durch den Stadtrat würde die Landeshauptstadt Magdeburg langwierige und kostenintensive Streitverfahren umgehen und könnte den Tunnel Ende 2022 in Betrieb nehmen. Mit dem Beschluss soll auch ein absehbarer Baustillstand mit anschließender Neuausschreibung der Restleistungen sowie weiterer Verzögerungen um mehrere Jahre vermieden werden.

Nach bisheriger Hochrechnung sind für das Großbauprojekt, das neben dem Tunnelbauwerk unter anderem auch die

  • Bahnbrücken,
  • Ver- und Entsorgungsleitungen,
  • die Gleisanlagen der Magdeburger Verkehrsbetriebe
  • und die Oberflächengestaltung umfasst,

Gesamtausgaben in Höhe von etwa 198 Millionen Euro absehbar. Davon trägt die Landeshauptstadt, unter Berücksichtigung der erhaltenen und geplanten Fördermittel sowie der Ausgleichszahlungen zwischen den Projektpartner*innen, rund 80 Millionen Euro.

Medienvertreter bei der Pressekonferenz zur Eisenbahnüberführung in Magdeburg

Hintergrund zur Großbauprojekt

Das Bauvorhaben „Eisenbahnüberführung Ernst-Reuter-Allee“ ist eine sogenannte Kreuzungsmaßnahme der Deutschen Bahn und der Landeshauptstadt Magdeburg. Anlass für das Bauprojekt waren marode Eisenbahnbrücken der Deutschen Bahn, die mittlerweile mitsamt dazugehöriger Anlagen erneuert worden sind. Aber auch die Ver- und Entsorgungsleitungen des Städtischen Abwasserbetriebes und der Stadtwerke, die Anlagen der Magdeburger Verkehrsbetriebe und die Gestaltung der Verkehrsoberfläche umfassen das Gesamtprojekt.

Mehrkosten durch Nachforderungen

Das Bauvorhaben ist so umfangreich, dass die Gründe der Kostensteigerung vielfältig sind. Darunter zählen Forderungen des Hauptauftragnehmers für geänderte und zusätzliche Leistungen sowie für den gestörten Bauablauf, die Einhaltung der Sperrpausen der Deutschen Bahn AG und die verlängerte Bauzeit.

Hinzu kommen zusätzliche Leistungen von Drittunternehmen zur Herstellung von Bauzwischenzuständen und Gebäudesicherungen. Auch die beauftrage Ingenieurgemeinschaft hat Forderungen bezüglich zusätzlicher Planungsleistungen, der Erhöhung anrechenbarer Kosten und des Mehraufwands zur Vertragsabwicklung. Zusätzliche verkehrsbedingte Bauzustände wie die Wegführungen für Fußgänger*innen und Radfahrende oder der Straßenbahnbetrieb tragen zur Kostensteigerung bei.

Eine notwendig gewordene Teilkündigung und Neuvergabe der Leistungen zur Bauüberwachung und Bauoberleitung zog ebenfalls Mehrkosten nach sich. Ebenso die Inanspruchnahme externer Beratungen unter anderem für:

  • Rechtsangelegenheiten
  • baubetriebliche Gutachten
  • strategische Projektsteuerung
  • geotechnische Fragen
  • abfallrechtliche Fragen

Auch im Rahmen der Bauherrenvertretung kam es zu Mehrkosten. Des Weiteren gibt es erhöhte Kostenprognosen für:

  • technische Ausstattung des Tunnels infolge höherer Anforderungen an die Tunnelsicherheit
  • technische Ausstattung der Ebene 0 und Ebene -1 (Tunnel) infolge der allgemeinen Kostensteigerung bei Vergaben öffentlicher Bauaufträge

Zudem wird auch die Gestaltung des Umfeldes der Ebene 0 infolge des Änderungsantrages DS0453/17/3 aus dem Stadtrat zu Mehrkosten führen.

Die gesamte Drucksache ist unter DS0453/17/3  im Ratsinfosystem einsehbar.