Hyparschale: Schalendach mit Carbon-Beton verstärkt
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Hyparschale: Schalendach mit Carbonbeton verstärkt

Die Sanierung der denkmalgeschützten Hyparschale von Ulrich Müther im Rotehornpark Magdeburg erreicht einen Meilenstein: Die Dachkonstruktion, die dem Objekt erst das unverwechselbare Aussehen verleiht, wird aus Carbon-Beton erneuert. Das Verfahren ist einzigartig und extra für die Magdeburger Hyparschale zugelassen. Am 23. Juni wurde während eines Medientermins das Prinzip des High-Tech-Werkstoffes vorgestellt.

Nach dem Entwurf der Architekten von Gerkan, Marg und Partner (gmp) wird das Schalendach durch den verwendeten Carbon-Beton tragfähiger und zugleich leichter. Carbon ist ein, besonders aus dem Motorsport bekannter, Hightech-Werkstoff, der bei 5-fach höherer Zugfestigkeit gegenüber Stahl nur einen Bruchteil dessen Gewichts besitzt.

Das bestehende, durch Korrosion gefährdete Schalendach wurde zunächst durch Stützen gesichert, bevor ein Großteil der Deckschicht abgetragen wurde. Zwei jeweils nur zehn Millimeter dicke Schichten des leichten und besonders flexiblen Verbundwerkstoffs aus Carbon-Fasern und Feinbeton werden an der Innen- und Außenseite aufgetragen und erhöhen die Tragfähigkeit des Daches. Das Verfahren wurde speziell für die Hyparschale zugelassen.

Der aktuelle Stand in Bildern
Detailansicht und Querschnitt des abgetragenen Daches der Hyparschale
Stützende Konstruktion für einen Teil des Daches der Hyparschale Magdeburg
Baugerüst an einer Seite der Hyparschale Magdeburg
Das Lichtband der Hyparschale mit Blick nach draußen
Vergleich zwischen vorbereiteter und unbearbeiteter Dachhälfte

Während der Betonage eines Quadranten werden parallel die anderen Flächen vorbereitet. Lichtbänder betonen die Schalenform und bieten eine optimale Belichtung für das Zentrum der Halle. Die stützenfrei konstruierte Halle mit der innenräumlichen Wirkung des Schalendachs wird so wieder originalgetreu erlebbar gemacht.

Am 23. Juni ist bei einem Pressetermin auf dem Dach der Hyparschale das Konstruktionsprinzip des Carbon-Betons vorgestellt worden.

Betriebsleiter Kommunales Gebäudemanagement Magdeburg Heinz Ulrich im Interview
Bauarbeiter auf dem Dach der Hyprschale verteilen den Feinbeton
Sophie von Mansberg weist Pressevertreter in den Bauablauf der Hyparschale ein
Carbonmatten auf dem Dach der Hyparschale bevor der Feinbeton aufgebracht wird

Hintergrund zur Sanierung der Hyparschale

Die 1969 erbaute Hyparschale im Rothehornpark steht am östlichen Magdeburger Elbufer. Sie gehört zu den rund fünfzig noch bestehenden Schalenbauten des Bauingenieurs Ulrich Müther, der die Architekturmoderne in der DDR prägte. Müther konstruierte die Betonschale aus vier doppelt gekrümmten Quadranten (hyperbolischen Paraboloiden), die eine Fläche von 48 x 48 Metern überspannen. Die Hyparschale ist seit 1997 ungenutzt und seitdem stark verfallen. Die Sanierung mit Kosten in Höhe von 16,9 Millionen Euro soll die Mehrzweckhalle zum multifunktionalen Veranstaltungs- und Ausstellungsort wiederbeleben.

Die Hyparschale zu Beginn der Sanierung
Ein kleiner Radlader und ein Bauarbeiter mit Schaufel
Eine Seite der Hyparschale Magdeburg noch vor dem Beginn der Sanierung
Das Schild "Lebensgefahr" an einer Seite der Hyparschale Magdeburg
2 Personen im beräumten Innenraum der Hyparschale Magdeburg
Das einsturzgefährdete Dach der Hyparschale Magdeburg vor der Sanierung

Der verwendete Carbon-Beton besteht aus Feinbeton und einer nichtmetallischen Bewehrung. Feinste Fasern aus Carbon-, Glas- oder Basalt werden zu Garnen zusammengefasst und zu einer Gitterstruktur weiterverarbeitet. Die Gelege oder Matten lassen sich in ihrer Tragfähigkeit, Flexibilität und Verformbarkeit zweckangepasst variieren. Im Unterschied zum Stahlbeton, bei dem die Betonschicht die Bewehrung vor Korrosion schützen muss, sind besonders leichte, filigrane und tragfähigere Konstruktionen möglich.