Quarantäne
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D115 Ihre Behördennummer

Corona und Quarantäne

Was bedeutet (häusliche) Quarantäne genau?

Wurden Sie durch das Gesundheitsamt positiv auf COVID-19 getestet, bekommen Sie einen Bescheid der Behörde, der Sie zur Quarantäne veranlasst. Das Verlassen des Hauses oder der Besuch durch Freunde und Familie ist dabei weitestgehend untersagt und unterliegt strengen Verhaltensregeln. Das Gesundheitsamt kann anordnen, dass täglich Temperatur gemessen wird usw. Weitere Untersuchungen wie das Abnehmen von Abstrichen sind ebenfalls möglich. Unter Umständen muss die/der Infizierte eine Art Tagebuch über ihr/sein Befinden führen und dem Gesundheitsamt zur Verfügung stellen.

Für Einkäufe oder sonstige Erledigungen sollten Familie, Freunde oder Nachbarn mobilisiert werden. Der Körperkontakt sollte dabei vermieden werden. Einkäufe könnten vor die Tür gestellt werden.

Die Quarantäne dient sowohl dem eigenen, als auch dem Schutz Außenstehender vor der Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus sowie der Verhinderung der Verbreitung der Erkrankung. Grundsätzlich ist die Quarantäne eine zeitlich befristete Absonderung von ansteckungsverdächtigen Personen oder von Personen, die möglicherweise das Virus aussondern.

Brauchen Sie während der Quarantäne medizinische Hilfe, kontaktieren Sie Ihre Hausarztpraxis, das Gesundheitsamt unter der Corona-Hotline 0391/ 540 2000 oder den Patientenservice der Kassenärztlichen Vereinigung unter 116 117. Letztere ist eine einheitliche Behördenrufnummer. Eine Vorwahl ist nicht notwendig. In einem Notfall rufen Sie den Rettungsdienst. Erläutern Sie dabei unbedingt, dass Sie im Zusammenhang mit COVID-19 abgesondert wurden.

Weitere Informationen zu Verhaltensregeln bei (häuslicher) Quarantäne finden Sie auf dem Merkblatt des Robert-Koch-Instituts oder beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe:

Muss ich auch in Quarantäne, wenn ich keine Krankheitssymptome aufweise?

Die Quarantäne wurde vom Gesundheitsamt angeordnet, weil Sie Reiserückkehrer*in aus einem Risikogebiet im Ausland sind oder weil Sie Kontakt zu einer/ einem COVID-19-Erkrankten hatten. Damit zählen Sie zu denen, die ansteckungsverdächtig sind, ohne selber krank oder krankheitsverdächtig zu sein. 

Weitere Informationen zu Verhaltensregeln finden Sie im vorhergehenden Punkt "Was bedeutet (häusliche) Quarantäne genau?"

Wie verhalte ich mich, wenn sich ein/e Angehörige/r in Quarantäne befindet?  

Sollten Sie gesundheitlich nicht eingeschränkt sein, können Sie die Person in Quarantäne im Alltag unterstützen, indem Sie Einkäufe erledigen oder andere Besorgungen unternehmen.

Befinden Sie sich in einem Haushalt, ist es wichtig, dass Sie den Körperkontakt unbedingt reduzieren. Der Mindestabstand von eineinhalb bis zwei Metern ist einzuhalten. Ferner sollten Sie auch weiterhin die Hygieneetiketten zum Husten und Niesen sowie die regelmäßige Händehygiene beachten.

Weitere Informationen zu Verhaltensregeln finden Sie im vorhergehenden Punkt "Was bedeutet (häusliche) Quarantäne genau?"

Warum ist Quarantäne wichtig?

Durch Quarantäne sowie anderen Vorsichtsmaßnahmen kann die Ausbreitung von COVID-19 verlangsamt werden, d.h. die Ansteckungskurve wird so flach wie möglich gehalten. Dies ist wiederum gut, um das Gesundheitssystem aufrechtzuerhalten. Ziel ist es, die Krankenhäuser sowie das medizinische Personal und die entsprechenden Vorräte nicht zu überlasten, um stets die Versorgung von Erkrankten mit den besten Voraussetzungen ermöglichen zu können.

Bitte beachten Sie, dass Verstöße gegen eine angeordnete Quarantäne mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe geahndet werden können.

Wer wird aktuell auf eine COVID-19-Erkrankung getestet?

Es wird bei Symptomen oder bei Reiserückkehrer*innen aus festgelegetn Risikogebieten im Ausland getestet.

Wer aus Mitgliedsstaaten der EU, Island, dem Fürstentum Liechtenstein, Norwegen, der Schweiz und dem Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland einreist, muss dann in eine 14-tägige häusliche Quarantäne, wenn in den Ländern eine Neuinfiziertenzahl im Verhältnis zur Bevölkerung von mehr als 50 Fällen pro 100.000 Einwohner sich summierend in den letzten sieben Tagen auftrat.

Es ist außerdem eine 14-tägige häusliche Absonderung in der Landeshauptstadt Magdeburg nötig, wenn eine Einreise aus einem Staat außerhalb der vorgenannten Staatengruppe („weiteres Ausland“) erfolgt.

Weitere Informationen zu den Tests sowie Hinweise zum Testverfahren gibt es in dieser Übersicht der Kassenärztliche Vereinigung Sachsen-Anhalt:

Orientierungshilfen des RKI:

Was gilt, wenn in einem Unternehmen einzelne Arbeitnehmer*innen unter Quarantäne gestellt werden? ‎

 §§ 29 und 30 des Infektionsschutzgesetzes ermöglichen als Maßnahme zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten auch, Personen unter Beobachtung oder gar Quarantäne zu stellen. Ist die betroffene Person Arbeitnehmer*in und tatsächlich erkrankt, gilt die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall nach den allgemeinen Regeln. 

Für Nicht-Erkrankte, die aber von Quarantänemaßnahmen betroffen sind, sieht das Infektionsschutzgesetz einen Entschädigungsanspruch in Höhe des Verdienstausfalles (Nettoentgelt) vor. Für Arbeitnehmer wird diese Entschädigungsleistung nach § 56 Infektionsschutzgesetz durch den Arbeitgeber erbracht. Allerdings werden diese Zahlungen auf Antrag von der Behörde erstattet. Die Entschädigung ist binnen drei Monaten beim zuständigen Gesundheitsamt zu beantragen. 

Weitere Informationen dazu erhalten Sie auf der Internetseite der IHK Magdeburg:

Welche Auswirkungen hat Quarantäne für Selbstständige und Kleinunternehmen?

Anträge für die Soforthilfe für Selbständige und Kleinunternehmen sind laut Angaben des Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung ab dem 30. März abrufbar.

Weitere Informationen finden Sie auf der Sonderseite der Handwerkskammer Magdeburg:

Ferner können sich Betriebsinhaber*innen auf der Webseite der Handwerkskammer Magdeburg über mögliche finanzielle Hilfen informieren:

Die Handwerkskammer Magdeburg hat eine Hotline für betroffene Mitgliedsbetriebe eingerichtet, die montags bis donnerstags von 7:30 bis 16:30 Uhr und freitags von 7.00 bis 13:00 Uhr erreichbar ist. Benötigen Sie dringende Hilfestellung oder haben Fragen zu wirtschaftlichen und rechtlichen Auswirkungen auf den eigenen Betrieb, melden Sie sich bitte unter der Telefonnummer 0391/ 626-80.

Für Unternehmen aus Sachsen-Anhalt, die von der Ausbreitung des Coronavirus‘ betroffen sind, hat das Wirtschaftsministerium eine zentrale Anlaufstelle eingerichtet. Die Hotline des Wirtschaftsministeriums Sachsen-Anhalt ist montags bis freitags von 8:30 bis 16:00 Uhr zu erreichen: 0391/ 567-4750.

Wenn Sie Fragen zum Thema Kurzarbeitsgeld haben, wenden Sie sich bitte an die Hotline der Arbeitsagentur: 0800/ 45555-20