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Der öffentliche Auftakt zum Rahmenplan startete am 27. November 2019. Rund 100 Bürgerinnen und Bürger haben Antworten auf vielfältige Fragen erarbeitet:

Überblick: Ablauf der Veranstaltung

Der „Dialog Zukunft Innenstadt“ startete mit der ersten großen öffentlichen Veranstaltung in die Erarbeitung des Rahmenplanes Innenstadt der Landeshauptstadt Magdeburg (dialog 1). Zu diesem Anlass hatte das Stadtplanungsamt zur Abendveranstaltung in den IBA-shop in der Regierungsstraße eingeladen. Das Erscheinen von etwa hundert Magdeburgerinnen und Magdeburger verschiedener Altersgruppen zeigte das große Interesse an der zukünftigen Entwicklung der Innenstadt. Moderiert wurde die Veranstaltung durch das Planungsbüro Urban Catalyst aus Berlin. Zu Beginn führte Herr Dr. Lerm, Leiter des Stadtplanungsamtes in die Veranstaltung und die Hintergründe des Verfahrens ein. Über den Ablauf des Verfahrens und die Formate der Beteiligung informierte daran anschließend das Planungsteam (Urban Catalyst). Zentraler Bestandteil der Veranstaltung war die gemeinsame Diskussion zu verschiedenen Fragen an die Innenstadt:
- Wo ist die Mitte?
- Was macht die Innenstadt besonders?
- Wo gibt es Handlungsbedarf?
- Wie sieht unsere Innenstadt der Zukunft aus?

An vier Stationen im IBA-shop wurde zu diesen Fragen rege diskutiert und Meinungen und Ideen festgehalten sowie räumlich verortet. Eindrücke und Ergebnisse dieser Diskussion sind hier festgehalten.

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Teil 1 Information:

Begrüßung und Hintergrund

Wo steht die Innenstadt Magdeburgs heute?
Dr. Matthias Lerm, Leiter des Stadtplanungsamtes der Landeshauptstadt Magdeburg

Herr Dr. Lerm hieß alle Anwesenden willkommen. Einführend stellte er den Rahmenplan als richtungsweisendes Projekt in den Kontext der historischen Entwicklung der Magdeburger Innenstadt, die von sehr vielfältigen bauhistorischen Schichten und Brüchen geprägt ist. Es gehe heute darum, die Eigenarten dieser Innenstadt aufzuspüren und als Alleinstellungsmerkmal auch gegenüber anderen umliegenden Großstädten (weiter) zu entwickeln. Als Besonderheiten nannte Dr. Lerm bspw. die Überlagerung der vielen bauhistorischen Schichten aber auch ihre physische Länge mit den prägenden Achsen der Otto-von-Guericke Str. und des Breiten Weges.
Was ist uns wichtig? Welche Aspekte sollen erhalten bleiben und was sind Aufträge für die Zukunft, wenn es um Fragen des Wohnens, des Einkaufens oder der Kultur geht? Diese Fragestellungen sollen einfließen in die Erarbeitung des Rahmenplanes Innenstadt. Dieser soll zu einer Leitlinie werden, zu einem Orientierungsrahmen für die Stadtverwaltung.

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Verfahrensablauf und Ziele

Anna Bernegg, Urban Catalyst GmbH

So entsteht der Rahmenplan:
Der Rahmenplan soll strategische Leitlinien und Ziele für die Entwicklung der Innenstadt für die kommenden Jahre festhalten. Um dies sicherzustellen, soll das Produkt aus drei Planungssträngen zusammenfließen: Der lokalen Fachplanungsexpertise aus Verwaltung und wichtigen Stakeholdern, dem fachplanerischen „Blick von außen“ sowie dem Alltagswissen möglichst vieler Magdeburgerinnen und Magdeburger, die sich am Dialog zur Zukunft der Innenstadt beteiligen. Die fachplanerische Analyse und Entwicklung von Leitlinien bis hin zu Handlungsempfehlungen wird dadurch immer wieder mit öffentlichen Dialogveranstaltungen verknüpft und gegengeprüft.
Der Dialog Zukunft Innenstadt soll
- den Prozess transparent gestalten und immer wieder Informationen zum Arbeitsfortschritt geben,
- einen Dialog über die Identität und die zukünftige Entwicklung der Innenstadt anstoßen,
- das lokale Wissen von Bürger*innen, Vereinen und Selbstverwaltungsgremien in den Prozess einbinden und
- neue Kooperationen mit lokalen Akteuren und nachhaltige Strukturen für die Entwicklung der Innenstadt aufbauen.

Um welchen Raum geht es?
Für die Entwicklung des Rahmenplanes ist durch das Stadtplanungsamt Magdeburg ein fester Untersuchungsraum festgelegt worden. Das zu entwickelnde Konzept bezieht sich auf diesen Bereich. Das Gebiet wird im Osten durch die Elbe, und im Westen durch die Fernbahngleise begrenzt. Im Norden bildet die Bundesstraße 1 (Universitätsplatz) die Grenze und im Süden durch den Klosterberggarten und dem Gewässer Klinke. Der weiter greifende Betrachtungsraum wird dazu in die Überlegungen mit einbezogen, sodass die Verbindungen zu angrenzenden Stadtteilen und Quartieren mitgedacht werden.

Was ist der Rahmenplan?
Der Rahmenplan ist ein informelles Planungsinstrument, welches in Bezug auf Maßstab und inhaltliche Konkretisierung zwischen dem Flächennutzungsplan (FNP) und rechtsverbindlichen Bebauungsplänen (B-Plan) anzusiedeln ist. Er soll die groben Entwicklungsziele, insbesondere räumlich, darstellen und sowohl Themen als auch Handlungsschwerpunkte und „Leitprojekte“ sichtbar machen.

Zielstellungen:
Der Dialogprozess „Zukunft Innenstadt“ soll gemeinsam mit der fachlichen Erarbeitung eine gemeinsam getragene Vision von der Innenstadt Magdeburgs entwickeln. Es soll eine Vorstellung davon entstehen, wie die Innenstadtentwicklung zukunftsorientiert gestaltet, die Identität und Lebensqualität der Gesamtstadt durch das Hervorheben bestehender Qualitäten und Angehen von Herausforderungen gestärkt werden kann. Der Rahmenplan soll so eine Handlungsgrundlage für die zukünftige Entwicklung sein. Er ist kein isoliertes Planungsdokument, sondern ein Produkt von Vielen!

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Blick von außen

Anna Bernegg und Philip Schläger (Urban Catalyst GmbH) stellten anschließend ihren „Blick von außen“ vor.

Was muss eine Innenstadt können?  
Als räumliches Zentrum einer Stadt überlagern sich in der Innenstadt vielfältige Anforderungen. Innenstädte sollen…
- … Arbeit, Wohnen und Freizeit auf engem Raum verbinden;
- … die übergeordnete Versorgungsfunktion der Stadt oder der Region übernehmen;
- … Knotenpunkte der gesamtstädtischen Verkehrsinfrastruktur ausbilden;
- … als zentraler sozialer Raum Begegnungs- und Aufenthaltsmöglichkeiten für alle Stadtbewohner*innen schaffen;
- … attraktive Zugänge und das Aushängeschild zur Stadt für Tourist*innen und Besuchende gestalten;
- … nach Innen und nach Außen identitätsstiftend wirken.

Durch das Zusammenwirken und die räumliche Verflechtung dieser Funktionsbereiche entsteht Urbanität. Alle diese Themen sollen im Rahmenplan integriert gedacht und entwickelt werden.

Was bedeutet das für Magdeburg?
Im Laufe der vergangenen Wochen hat sich das Projektteam (Urban Catalyst) einen ersten Eindruck verschafft und ist im Rahmen der ersten beiden Stadtspaziergänge (am 25. & 26. Oktober) auch mit Bürgerinnen und Bürgern Magdeburgs ins Gespräch gekommen.
Aus diesen Eindrücken wurden fünf Thesen formuliert, die als erster Diskussionsbeitrag für den Dialog dienen sollen:

1. Zwischenräume überall!
In der Magdeburger Innenstadt existieren viele Leer- und Zwischenräume, in denen eher eine Abwesenheit von Urbanität erlebbar wird. Diese zumeist rückseitigen Räume sind z.T. provisorisch gestaltet, sind un- oder untergenutzt und weisen wenig Aufenthaltsqualität auf. Diese Räume sollten als Entwicklungschance begriffen werden, welches die Magdeburger Innenstadt gegenüber anderen Städten auszeichnet. Im Rahmen des Dialogverfahrens sollte intensiv darüber diskutiert werden wofür diese räumlichen Ressourcen genutzt werden sollen (Bauliche Entwicklung, Neue Frei- und Aufenthaltsqualitäten und grüne Wegeverbindungen, Höhere Nutzungsintensität, Experimentierfelder)?

2. Große Verkehrsräume
Die Magdeburger Innenstadt ist von vielen großen Verkehrsräumen geprägt (Ernst-Reuter-Allee, Otto-von-Guericke-Straße, Breiter Weg, Schleinufer), welche auch die städtebauliche Ordnung der Magdeburger Innenstadt bestimmen. Bzgl. der Verkehrsräume stellen sich aus Sicht der Planer*innen zwei wesentliche Herausforderungen. Wie machen wir unseren Verkehr fit für die Zukunft? Mit der Zielstellung einer zukunftsgewandten und ökologisch nachhaltigen Verkehrsentwicklung stellt sich auch für Magdeburg die Frage, nach einer zukünftigen Umverteilung zugunsten anderer Verkehrsmittel. Zum anderen wirken die Verkehrsachsen gegenwärtig als deutliche stadträumliche Barrieren, welche die Erlebbarkeit der Innenstadt als Ganzes erschweren. Wie können diese überwunden werden und wie können die großen Infrastrukturachsen mehr Aufenthalts- und Erlebnisqualitäten entwickeln?

3. Eingangstor Shopping-Malls!
Der zentrale Ankunftsbereich der Magdeburger Innenstadt ist räumlich und funktional maßgeblich von Einkaufszentren geprägt. Neben einer effizienten Versorgungsfunktion der Gesamtstadt und Region stellen die Einkaufszentren die Innenstadt vor vielfältigen Herausforderungen. Die starke Konzentration der Einzelhandelsangebote hat Konkurrenzen zu anderen (kleinteiligen) Einzelhandelshandelsbereichen geführt. Durch die nach Innen orientierten Strukturen wird auch die Urbanität aus dem Stadtraum nach Innen gezogen. Zudem stellen gegenwärtige Trends wie die Digitalisierung und der Online-Handel die Frage, wie das Konzept Einkaufszentrum zukunftsfähig bleiben kann. Die Frage wo und wie wir in Zukunft einkaufen möchten, sollte daher im Rahmen des Dialogverfahrens eine wichtige Rolle spielen.

4.  Innenstadt als Nachbarschaft!
Im Gegensatz zu manch anderen Innenstädten Deutschlands weist die Magdeburger Innenstadt einen sehr hohen Anteil an Wohnnutzungen in sehr unterschiedlichen städtebaulichen Typologien auf. Die Innenstadt ist somit also auch ein wichtiger Alltagsraum zu betrachten. Wie können die Innerstädtischen Wohnquartiere auch in Zukunft attraktiv für vielfältige Lebensmodelle sein und welche Anforderungen stellen diese an ihr Wohnumfeld? Wie können die Quartiere besser miteinander vernetzt werden?

5. Suche nach Identität!
Die Magdeburger Innenstadt hat im Laufe des 20. Jahrhunderts immense politische und gesellschaftliche Umwälzungen erfahren, die sich im besonderen Maße in ihrer baulichen Struktur niederschlagen. Die großflächige Zerstörung im zweiten Weltkrieg hat sich in das kollektive Gedächtnis Magdeburgs eingeschrieben. Das bauliche Erbe der DDR wird sehr kontrovers bewertet, das auch aus den Gesprächen mit den Teilnehmenden der Stadtspaziergänge immer wieder deutlich wurde. Im Spannungsfeld zwischen einer Rückbesinnung auf Otto dem Großen, der als zentrale Figur des Stadtmarketings fungiert und dem Claim „Out of the Void“, mit der die Stadt um die Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas in das Rennen gegangen ist, findet die aktuelle Debatte statt. Der Rahmenplan soll auch hierzu einen Beitrag liefern.

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Teil 2 Dialog:

Typisch Magdeburg

Über Fragen an vier verschiedenen Themen-Stationen konnten die Anwesenden über gegenwärtige Charakteristika und Zukunft der Magdeburger Innenstadt diskutieren.
Ein Überblick über die diskutierten Themen und Beiträge wird auf den folgenden Seiten gegeben.

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Station 1: Wo ist die Mitte?

Die Innenstadt Magdeburgs ist, wie in der Begrüßung von Dr. Lerm angemerkt wurde, von zeitlichen Aufschwung- und Bruchphasen geprägt. Die Frage nach der gefühlten Mitte, die eine hohe Identifikation aufweist, nach Grenzen und Barrieren innerhalb aber auch zu anderen Stadtteilen, stellte somit den Beginn der Annäherung der Diskussion über die Innenstadt dar. Die insgesamt 53 Beiträge zeigen, dass insbesondere die Grenzen im Westen durch Bahnhofsstraße und Bahngleise (31) und Norden durch die Walther-Rathenau-Straße und den Universitätsplatz (38) recht eindeutig zu sein. Das Schleinufer wird als starke Grenze wahrgenommen - hier endet für viele die Innenstadt im Osten (28). Im Süden ist die Grenze ein breiterer Bereich, der vom Hasselbachplatz und Liebigstraße (16) bis zur Erich-Weinert-Straße reicht (7). Die Meinung über die Mitte innerhalb dieser Innenstadt teilt sich zwischen den verschiedenen „Mitten“ um den Alten Markt (13), die Kreuzung von Ernst-Reuter-Allee (13) und dem Dom (11). Zahlreiche Beiträge geben dabei keine (11) oder viele verschiedene Mitten (7) an.

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Station 1_Wo ist die Mitte_Beiträge Einzeln
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Station 2: Was macht die Innenstadt besonders?

Absicht der zweiten Station war es, die Lieblingsorte der Magdeburgerinnen und Magdeburger in der Innenstadt herauszufinden. Mithilfe von „Herzstickern“ zur Markierung von Orten konnten die Teilnehmenden ihr Lieblingsorte in der Magdeburger Innenstadt auf einem Luftbild verorten. Mit dazugehörigen Kommentarbögen konnten Sie zudem ihre Auswahl begründen.

Insgesamt gaben die Teilnehmenden bei regen Diskussionen 78 Lieblingsorte an, die sich räumlich in der gesamten Innenstadt verteilen. Die häufigste Nennung ist das Domviertel (9), mit Dom, Domplatz und Domfelsen, besonders wegen der historischen Kulisse und der davon ausgehenden Aufenthaltsqualität des Viertels. Ein weiterer Lieblingsort ist das Elbufer oder die Elbpromenade (8), den/das die Teilnehmenden vor allem durch seine/ihre Funktion als Erholungs- und Freizeitort wählten. Der Fürstenwall mit der Schweizer Milchkuranstalt (3) sind dort beliebte Orte mit Blick über die Elbe. Einig waren sich die Teilnehmenden über die hohe Gestaltungsqualität der Hegelstraße und des angrenzenden Parks (6). Der Alte Markt (4) wird wegen seiner Nutzung als Marktplatz und zentraler Ort genannt. Ein Lieblingsort in der Natur ist der Stadtpark Rothehorn (6), der als Entspannungsorts und Treffpunkt am Wasser für u.a. sportliche Aktivitäten ideal ist. Auch der Prämonstratenser Berg (4) wird als attraktive Grünfläche wahrgenommen und soll nach Wunsch der Teilnehmenden nicht bebaut werden. Die Teilnehmenden sehen einen weiteren Lieblingsort im Hundertwasserhaus (4), weil die Verbindung zwischen Grün und Kunst hier die Gestaltungsqualität ausmacht. In:takt und das Schauwerk (3) sind kreative Orte, die Raum für unkonventionelle Events bieten. In Bezug auf alternative Treffpunkte sind die Hubbrücke (2) und die Sternbrücke (2), da sie zentrumsnah im Freien und direkt am Stadtpark Rothehorn liegen, und der Hasselbachplatz (2) beliebte Verweilorte (vor allem bei jüngeren Menschen). Schließlich sind die Springbrunnen auf der Wiese am Ulrichplatz (2) mit der gastronomischen Bespielung am Platz Grund für die Auswahl als Lieblingsort.

Insgesamt sehen die Teilnehmenden große Potentiale in Naherholungsorten und in Aufenthaltsorten mit historischem Ambiente. Die Mehrheit der Kommentare bezogen sich auffällig oft auf die Aufenthaltsqualität der jeweiligen Orte und den damit verbundenen Nutzungen.

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Beiträge Station 2: Was macht die Innenstadt besonders?

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Station 3: Wo gibt es Handlungsbedarf?

Orte mit Veränderungsbedarf in der Magdeburger Innenstadt sind laut der insgesamt 121 abgegebenen Kommentarzettel vielfach vorhanden. Analog zu Station 2 konnten Magdeburgerinnen und Magdeburger diesmal mit „Blitzstickern“ Markierungen vornehmen, um auf Orte zu verweisen, an denen etwas fehlt oder die sich in Zukunft verändern sollten. Die ausgewählten Orte konzentrieren sich auffällig um die großen Verkehrsachsen und Plätze in der Innenstadt.

Am Breiten Weg (14) wünschen sich viele Teilnehmende eine attraktivere Umgestaltung der Straße durch z.B. die Verringerung des Autoverkehrs, den Ausbau einer fahrradfreundlichen Infrastruktur oder die Wiederbelebung der Straße durch Sitzgelegenheiten oder Bepflanzung. Für den Hasselbachplatz (10) wird angemerkt, dass kaum Raum für den Rad- und Fußverkehr vorhanden und zudem kein Platz für eine Außengastronomie verfügbar ist. Vorgeschlagen werden autofreie Lösungen und die Reduzierung von Flächen für den Kfz-Verkehr für die Entzerrung der Situation am Platz. Den Rückbau von Verkehrsspuren für den Kfz-Verkehr erhoffen sich einige auch für die Ernst-Reuter-Allee (3), um die Trennwirkung der Straße zu beheben. Für eine Verkehrsreduzierung schlagen die Teilnehmenden am Universitätsplatz (5) vor, mehr Grünflächen herzustellen und den Platz (nach historischem Vorbild) neu zu gestalten.

Das Elbufer bzw. Schleinufer (8), auch Lieblingsort vieler Magdeburgerinnen und Magdeburger, steht wegen fehlender Radwege unter Kritik. Zudem ist vielen wichtig, die Parkflächen zu beseitigen und stattdessen Freizeitangebote (Cafés, Grünflächen) zu schaffen. Ein weiterer Ort, an dem die Teilnehmenden Handlungsbedarf sehen, ist die Jakobstraße (8). Für diesen Bereich wird eine bessere Ausrichtung auf den Radverkehr gewünscht, günstige Sanierungen für den Wohnungsbau und ansprechendere Bebauungen für künftige Bauvorhaben. Der Bahnhofsvorplatz (7) sollte laut Meinungen in seiner Gestaltung verändert werden, um seiner Rolle als Ankunftsort gerecht zu werden. Die Teilnehmenden bemängeln die Barrierefreiheit und Unattraktivität des Platzes. Für den Domplatz (5) wird sich die Verbesserung der Aufenthaltsqualität durch mehr Sitzplätze, Gastronomie oder durch mehr temporäre Nutzungen gewünscht. Gleiches gilt für den Alten Markt, an dem eine Aufwertung durch Bepflanzungen und Sitzgelegenheiten vorgeschlagen wird.

In Bezug auf Leerstand wird allgemein vorgeschlagen, Lücken wie die Parkplätze am Karstadt, der Julius-Bremer-Straße oder in der Leiterstraße (5) zu bebauen.
Ein brisantes Thema insgesamt ist die Umgestaltung des Straßenraums zu einer barrierefreien, fuß- und radfahrerfreundlicheren Innenstadt. Das betrifft die großen Verkehrsachsen und -kreuzungen Otto-von-Guericke-Straße, Breiter Weg, Ernst-Reuter-Allee und Schleinufer. Hierzu werden beispielsweise der Bau von Brücken für den Fuß- und Radverkehr vorgeschlagen (3) oder der Ausbau des ÖPNV (5).

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Station 4: Blick in die Zukunft! Wie sieht unsere Innenstadt der Zukunft aus?

Der Blick in die Zukunft der Innenstadt stellt abschließend die Frage nach ersten Ideen und Vorstellungen davon, welche Qualitäten Magdeburg in Zukunft ausmachen sollen.  
Zu vorweg angeregten Themen Mobilität, Öffentlicher Raum, Einzelhandel, Identität und Wohnen, aber auch zu weiteren Bereichen wurden insgesamt 83 Ideen zusammengetragen.

Die Schwerpunkte bildeten die Themen Mobilität (21) und öffentlicher Raum (30). Als besonders wichtig für die zukünftige Entwicklung wurde an vielen Stellen der Neubau und Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur angemerkt (12) und eine andere Aufteilung von Verkehrsflächen mit mehr Flächen für die Fußgänger. Dies wurde bei Ideen für den öffentlichen Raum auch oft genannt. Viele wünschen sich, „Grün“ in der Innenstadt zu behalten und zu entwickeln (15). Gleichzeitig soll dieses erlebbar sein. Es soll durch weniger Kfz-Verkehr und mehr sowie bessere Aufenthaltsmöglichkeiten (13) etwa durch „Sitzelemente auf dem Domplatz“, erfolgen.   

In Bezug auf das Einkaufen wünschen sich viele mehr kleine Geschäfte (3) und hochwertigere Angebote (insbesondere auf dem nördlichen Abschnitt des Breiten Weges). Neue Angebote, wie eine Markthalle für regionale Produkte und Freizeitangebote für Jugendliche wurden ebenso vorgeschlagen.

Themenübergreifend ist vielen die Stärkung der Qualität (8), sowohl für Aufenthalt, und Einzelhandel, als auch für Architektur und Gestaltung wichtig.

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Teil 3 Ausklang:

Abschluss und Ausblick

Nach der intensiven Arbeit an den vier Stationen fasste Anna Bernegg (Urban Catalyst GmbH) im Gespräch mit Dr. Matthias Lerm (Leiter des Stadtplanungsamtes der Landeshauptstadt Magdeburg) die Diskussionen zusammen und bedankten sich für das große Interesse und die rege Beteiligung der etwa 100 Magdeburgerinnen und Magdeburgern.

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