Prof. Dorothee Oberlinger mit dem Telemann-Preis 2020 gewürdigt
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Prof. Dorothee Oberlinger mit dem Telemann-Preis 2020 gewürdigt

Die renommierte Interpretin Prof. Dorothee Oberlinger (Köln/ Salzburg) hat am 30. Oktober den Georg-Philipp-Telemann-Preis der Landeshauptstadt Magdeburg erhalten. Die Ehrung, die eigentlich im Rahmen der 25. Magdeburger Telemann-Festtage im März geplant war, nahm Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper innerhalb der „Magdeburger Telemann-Nachspielzeit“ im Rahmen eines Festaktes im Rathaus vor.

Prof. Scholl, Frau Prof. Dorothee Oberlinger, Staatsminister Robra, Dr. Lange © Viktoria Kühne
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Mit der Auszeichnung würdigte die Landeshauptstadt Magdeburg Dorothee Oberlingers herausragende und beispielgebende Auseinandersetzung mit dem künstlerischen Werk Georg Philipp Telemanns. Sie gilt als eine der besten Blockflötistinnen der Welt und zählt auch als Ensembleleiterin zu den exzellentesten Telemann-Interpretinnen unserer Zeit. Die Werke des in Magdeburg geborenen Komponisten Georg Philipp Telemanns zählen zum Standardrepertoire ihrer feinsinnig abgestimmten Konzerte. Oberlinger veröffentlichte zahlreiche Musikträger, die mit nationalen und internationalen Preisen bedacht wurden.

Oberbürgermeister Dr. Trümper begrüßt die Gäste der Telemann-Preisverleihung
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Staatsminister Rainer Robra bei seinem Grußwort zum Telemann-Preis 2020
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Prof. Siegfried Pank Präsident der Internationalen Telemann-Gesellschaft
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Professor Andreas Scholl bei seiner Laudatio für Prof. Dorothee Oberlinger
Frau Prof. Dorothee Oberlinger richtet ihre Dankesworte an das Publikum
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Für die versierte Pädagogin und Musikvermittlerin ist es selbstverständlich, Telemanns Werke und Schaffensmaximen in den Ausbildungsalltag, in Meisterklassen und Interpretationskursen im In- und Ausland, wie beispielsweise dem Mozarteum Salzburg, zu integrieren. Als Intendantin von Festivals bezieht Oberlinger regelmäßig Telemanns Werke ein und sorgt auf diese Weise für eine wirksame Verbreitung. Dabei ist jederzeit ihre Faszination gegenüber Telemann als Impulsgeber und europäisch-weltoffene Persönlichkeit im 18. Jahrhundert zu spüren Zur großen Resonanz des international begangenen Telemannjahres 2017 hat Prof. Oberlinger als Botschafterin des Telemannstädte-Netzwerkes und mit zahlreichen Konzerten sowie mit einer Fülle von Interviews wesentlich beigetragen.

„Mit spielerischer Leichtigkeit vermittelt Prof. Dorothee Oberlinger Telemanns Einfallsreichtum und seine Maßstäbe setzende Kompositionskunst. Weltweit vermag sie das Publikum für Telemanns Kompositionen zu begeistern durch ihre stets energiegeladenen und dabei einfühlsamen Interpretationen mit Sensibilität fürs Detail, ,singender‘ Tongebung, mitreißend virtuosem Spiel, Witz und außergewöhnlicher Musikalität. Dorothee Oberlinger hat wesentlich dazu beigetragen, insbesondere den Werken Telemanns für Blockflöte einen neuen Stellenwert im Musikleben zu verschaffen“, heißt es in der Begründung des Kuratoriums zur Vergabe des Telemann-Preises.

Biographisches zur Preisträgerin Prof. Dorothee Oberlinger

Dorothee Oberlinger wurde in Aachen geboren. Nach ihrem Studium der Blockflöte, Schulmusik und Germanistik in Köln, Amsterdam und Mailand debütierte sie im Anschluss an den Gewinn des internationalen Wettbewerbs „Society of Recorder players / Moeck Competition“ 1997 in London in der Wigmore Hall.

Als Solistin ist sie mit renommierten Ensembles der Gegenwart zu erleben, insbesondere mit dem 2002 von ihr gegründeten „Ensemble 1700“. Ihr erfolgreiches Debüt als Dirigentin gab sie Anfang 2011 in Salzburg. Sie arbeitet mit führenden Interpret*innen der Alten Musik zusammen, zeigt sich aber auch experimentierfreudig im Umgang mit neuer Musik und steuert gelegentlich auch den Blockflötensound zu pop-musikalischen Werken bei. Die internationale Fachkritik hat Dorothee Oberlingers Vielseitigkeit wiederholt mit höchsten Auszeichnungen bewertet. Darunter sind mehrfache Auszeichnungen mit dem ECHO Klassik (2008, 2013, 2015), die Ehrung mit dem französischen Musikpreis Diapason d’Or (2012) sowie der OPUS Klassik 2020 als „Instrumentalistin des Jahres“.

Seit 2004 ist Dorothee Oberlinger Professorin an der Universität Mozarteum Salzburg, wo sie von 2008 bis 2018 das Institut für Alte Musik leitete. Intendantin der traditionsreichen Arolser Barockfestspiele ist Oberlinger seit 2009. Das 2016 ins Leben gerufene Telemannstädte-Netzwerk hat Dorothee Oberlinger zur „Telemann-Botschafterin“ für das Telemann-Jahr 2017 berufen. Seit 2018 ist sie Künstlerische Leiterin der Musikfestspiele Potsdam Sanssouci. In Magdeburg ist Dorothee Oberlinger seit 2009 regelmäßig zu Gast. Im Umfeld der Preisverleihung gibt sie ein Konzert mit dem Countertenor Andreas Scholl sowie Mitgliedern ihres Ensembles 1700 und leitet eine Junior Masterclass mit Schüler*innen des Magdeburger Konservatoriums „Georg Philipp Telemann“.

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Prof. Dorothee Oberlinger an ihrem Instrument, der Flöte
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Hintergrund zur Verleihung Georg-Philipp-Telemann-Preis

Die Landeshauptstadt Magdeburg würdigt seit 1987 jährlich hervorragende Leistungen im Hinblick auf Interpretation, Pflege und Erforschung von Telemanns Leben und Werk mit dem Georg-Philipp-Telemann-Preis. Er besteht aus einer Bronzeplakette, einer Urkunde und ist mit 2.500 Euro dotiert.

Zu den bisher mit dem Preis Geehrten zählen:

  • Ludwig Güttler,
  • Martin Ruhnke,
  • Wolf Hobohm,
  • Nikolaus Harnoncourt,
  • René Jacobs,
  • Klaus Mertens,
  • der Bärenreiter-Verlag,
  • der Carus-Verlag,
  • Burkhard Schmilgun sowie
  • das CD-Label cpo (Georgsmarienhütte) und Thomaskantor Gotthold Schwarz.

2019 wurde Prof. Dr. Klaus Hofmann (Göttingen) mit dem Georg-Philipp-Telemann-Preis ausgezeichnet.