Kloster Unser Lieben Frauen: 6,5 Millionen Euro Sanierung
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Kloster Unser Lieben Frauen: 6,5 Millionen Euro Sanierung

Es ist eines der bedeutendsten und ältesten Gebäude der Landeshauptstadt Magdeburg: Das Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen. Mit 6,5 Millionen Euro Förderung aus dem EFRE-Fonds sollen die Präsentation verbessert und das kulturelle Erbe Sachsen-Anhalts nachhaltig genutzt werden. Am 15. Januar hat Oberbürgermeister Dr. Trümper die Zuwendungsbescheide von Staatsminister Rainer Robra entgegengenommen. Dr. Annegret Laabs, Leiterin des im Kloster befindlichen Kunstmuseums, führte anschließend durch das historisch bedeutsame Gebäude und die Sammlung.

Die bewilligten Zuschüsse stammen aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung, kurz EFRE, und werden für zwei Bauvorhaben genutzt: Zum einen sollen der Nordflügel des Kunstmuseums und zum anderen der Innenraum der Klosterkirche bzw. Konzerthalle saniert und aufgewertet werden.

Die Förderung durch die Europäische Union dient der Erhaltung und Weiterentwicklung des kulturellen Erbes als wesentliches Element der Identität einer Stadt oder Region. Durch die Maßnahmen sollen die Stadt und ihre Kulturgüter nachhaltig attraktiver gemacht und eine Erhöhung der Besucherzahlen ermöglicht werden.

Nordflügel und „Olymp“

Insgesamt stehen für die Sanierung des Nordflügels vom Kloster rund 4,3 Millionen Euro zur Verfügung. Davon trägt das Land Sachsen-Anhalt 3,4 Millionen Euro, die verbliebene Summe die Landeshauptstadt Magdeburg.

Bis Ende 2021 sollen mit den bewilligten Fördermitteln der gesamte, teils desolate Zustand des obersten Tonnengewölbes beseitigt sowie das Dachgeschoss und der so genannte „Olymp“ umfassend saniert und aufgewertet werden. Die derzeit nicht öffentlich zugänglichen Bereiche im Dach des Nordflügels und dem sich angrenzenden „Olymp“ sollen für den Besucherverkehr erschlossen werden.

Sanierung des Nordflügels im Detail

Die Arbeiten im Nordflügel umfassen unter anderem:

  • Erneuerung der Decke oberhalb der Tonne (oberes Tonnengewölbe) mit Fußbodenheizung
  • Erneuerung der 7 Fenster im Olymp; Dachausbau durch Trockenbau
  • neue Türen im gesamten Ausstellungsbereich
  • neue Rauch-Wärme-Abzug-Anlagen für Obere Tonne und Dachraum
  • neue technische Ausstattung des Ausstellungsbereiches im Dach
  • Einbau einer Ausstellungsempore mit neuer Treppe im Olymp
  • neuer Fußbodenaufbau mit Fußbodenheizung sowie der notwendigen technischen Anlagen und Erneuerung der Eingangstüren im oberen Tonnengewölbe
  • Erneuerung aller Wandoberflächen
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Raumeindruck des 13. Jahrhunderts für den Innenraum

Für die Instandsetzung des Innenraums der Klosterkirche bzw. der Konzerthalle stehen dem Kunstmuseum insgesamt 4 Millionen Euro zur Verfügung. Das Land Sachsen-Anhalt beteiligt sich daran mit 3,1 Millionen Euro, die Landeshauptstadt übernimmt rund 926.000 Euro.

Im bewilligten Projektzeitraum sollen der Innenraum der gesamten ehemaligen Klosterkirche grundlegend saniert und die mittelalterlichen Gebäudeoberflächen wiederhergestellt werden. Auch das im 2. Weltkrieg zerstörte, fehlende Gewölbe über dem Ostchor soll rekonstruiert und die Westempore für den Besucherverkehr erschlossen werden. Im Ergebnis wird damit der komplette Raumeindruck des 13. Jahrhunderts wiederhergestellt.

Sanierung des Innenraums der Klosterkirche im Detail

Die Arbeiten im Innenraum umfassen unter anderem:

  • Öffnung der Westempore für Besucher/ Instandsetzung der Treppentürme
  • bauliche Instandsetzung der Empore und des darüber liegenden Raums
  • Sanierung der Vorhalle mit Westportal
  • Errichtung eines Lagers im Gewölbe unter dem Südquerhaus
  • Erneuerung der gesamten Fußbodenheizung/ des Fußbodenaufbaus
  • Bearbeitung und malermäßige Instandsetzung aller Putzflächen an den Wänden und Gewölben
  • Ersatz aller Fenster; Wiederherstellung des Epitaphs vom Heiligen Norbert
  • Restaurierung an den Figuren der Hochsäuligen Kapelle
  • vollständige Erneuerung der technischen Ausstattung im Bereich Elektrotechnik
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Oberbürgermeister Dr. Trümper und Staatsminister Robra schütteln die Hände
Das Kloster Unser Lieben Frauen in der Außenansicht
Dr.Annegret Laabs spricht vor Pressevertretern mit Oberbürgermeister Dr.Trümper

Hintergrund zum Kloster Unser Lieben Frauen

Das Kloster Unser Lieben Frauen wurde um 1015 bis 1018 durch den Magdeburger Erzbischof Gero gegründet. Der Nordflügel des Gebäudekomplexes wurde im 12. Jahrhundert erbaut. Mittelpunkt der Anlage bildet der 48 Meter lange Refektoriumssaal im oberen Tonnengewölbe. Er ist einer der bedeutendsten und größten erhaltenen Räume der Romanik.

Seit 1960 gehört der Gebäudekomplex um die ehemalige Klosterkirche zu den Museen Magdeburgs und beherbergt das Kunstmuseum der Landeshauptstadt. In den drei übereinanderliegenden Tonnengewölben ist seit 1975 die Sammlung zeitgenössischer Kunst untergebracht. Zudem wird die Klosterkirche seit 1977 auch als Konzerthalle sowie für besondere Kunstausstellungen genutzt.

Durch die Sanierung erweitert sich die bisherige Ausstellungsfläche von 940 Quadratmeter um weitere 340 auf insgesamt 1280 Quadratmeter.