Ende des Atomzeitalters auf hoher See vor 40 Jahren
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Ende des Atomzeitalters auf hoher See vor 40 Jahren

Am 24. November geht es im Technikmuseum Magdeburg zurück in die Zeit des Kalten Krieges: Ein Vortrag über das Atomforschungsschiff NS Otto Hahn führt zurück in die Jahre 1968 bis 1979. Die Entstehung des seit 40 Jahren außer Dienst gestellten Schiffes der BRD-Marine reicht bis in die Zeit des Nationalsozialismus. Dr. Hajo Neumann, Leiter des Technikmuseums und Vortragender, promovierte 2008 zu diesem spannenden Thema.

Das Technikmuseum in der Dodendorfer  Straße © Landeshauptstadt Magdeburg
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© Landeshauptstadt Magdeburg

Was: Vortrag zum Ende des Atomzeitalters

Wann: 24. November 2019, 10:30 Uhr

Wo: Technikmuseum, Dodendorfer. Str. 65, Rudolf-Wolf-Saal

Eintritt: frei

1968 bis 1979 im Dienst – Geschichte bis zum Nationalsozialismus

Von 1968 bis 1979 war das Atomforschungsschiff NS Otto Hahn auf den Weltmeeren unterwegs. Das Kürzel NS steht für Nuklearschiff und weist auf die Antriebsart hin. Zu dieser Zeit wurde der Kernenergieantrieb ernsthaft als Alternative zur ölbefeuerten Dampfturbine in Erwägung gezogen: Nach der UdSSR und den USA konnte die Bundesrepublik Deutschland das dritte zivile Atomschiff in Betrieb nehmen. Komplizierte Genehmigungsverfahren, sicherheitsrechtliche Bedenken und nicht zuletzt der Großdieselmotor machten dieser Antriebsart außerhalb des Militärs jedoch den Garaus. Der Leiter des Technikmuseums, Dr. Hajo Neumann, wurde 2008 mit einer Studie über Bau und Betrieb dieses Schiffes promoviert und erläutert vor allem die spannende Entstehungsgeschichte, die bis in die Nazizeit zurückreicht.

Nuklearschiff Otto Hahn: Experiment der Deutschen Technik-Geschichte

  • maximal 11.000 PS der Antriebsanlage
  • 63 Personen Besatzung
  • zuzüglich maximal 36 Personen Forschungspersonal
  • 17 Knoten Geschwindigkeit – entspricht etwa 31 Kilometer pro Stunde
  • erste Probefahrt am 11. Oktober 1968
  • bis zur Stilllegung des Kernenergieantriebs 33 Häfen in 22 Staaten angelaufen

Mehr als die bloßen Zahlen, die immerhin bereits vor 50 Jahren erreicht wurden, wird die Tiefe der Geschichte des NS >Nuklearschiff< Otto Hahn beeindrucken. Vorgetragen durch Dr. Hajo Neumann, der erst im Juni 2019 die Leitung des Technikmuseums in Magdeburg übernahm, bildet das Technikmuseum den passenden Rahmen für dieses Experiment der Deutschen Technik-Geschichte

Hintergrund zum Technikmuseum Magdeburg

Das Museum bietet auf 2.000 Quadratmetern zahlreiche Dauerausstellungen wie zum Beispiel 150 Jahre Wasserwerk Buckau, 150 Jahre Armaturenbau oder die Junkerswerke in Magdeburg. Im Ursprung diente die Halle des Museums als Produktionsstätte für den Schwermaschinenbau, bevor 1995 der Museumsbetrieb erstmalig eröffnet wurde. Viele der heutigen Ausstellungsstücke konnten nur durch Patenschaften von Privatleuten und Firmen beschafft und aufgearbeitet werden. Darüber hinaus befindet sich eine Bibliothek mit über 9.000 Bücher, Fachzeitschriften und Lexika im Museum.

2006 übernahm der Verein Kuratorium Industriekultur in der Region Magdeburg e.V. das zuvor städtische Museum und bewahrte es vor der Schließung. Mit der Übernahme fand ein neues Museumskonzept Anwendung, welches die Ausstellung stetig um neue Exponate und Vorführungen erweitert. Am 1. Juni 2019 wurde das Museum wieder in die Trägerschaft der Landeshauptstadt Magdeburg zurückgegeben.