Beschreibung der Plastik - Auszug aus dem Denkmalverzeichnis
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Elektra in entspannter Haltung auf den rechten Arm gestützt, wendet ihren Blick nach links auf die in der linken Hand ruhende Kugel, eine Metapher auf den Erdkreis. Die Kugel ist nach antik-mythologischer Deutung auch als Himmelskugel, dem Attribut der Urania, der Muse der Astronomie, und als christlich-ikonographisches Symbol der Sphaira, des goldenen Weltenapfels ansprechbar, durch die Darstellung einer dreischenkligen Swastika bzw. hakenförmigen Triskele mit seitlich auslaufenden Zacken auf der Kugel wohl als Sonnen- und Blitzsymbol bzw. Glücks- und Heilsbringer zu deuten. Auf einer rotfigurigen Pelike des Choephoren-Malers aus der Zeit um 380/70 v. Chr. im Pariser Louvre ist Elektra auch in sitzender Haltung allerdings mit bedecktem Haupt, Capite velatio, dargestellt. Das Gemälde „Trauernde Elektra“ von Johann Friedrich Wilhelm Tischbein von 1784 zeigt die Halbfigur mit einer Kugeltopfurne im linken Arm.

Vielleicht hat sich Rudolf Weber von diesen oder ähnlichen Vorlagen anregen lassen. Das aufmerksam schauende ovale Haupt zeigt glattes, in den Nacken gelegtes Haar, welches von einem antikisierenden Lockenkranz gerahmt wird. Das über die rechte Schulter fallende dünne Gewand betont die Körperlichkeit der Figur und lässt Oberkörper und Füße frei.