Klimaschutz: 5. Magdeburger Umweltpreis verliehen
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Magdeburger Umweltpreis: Herausragende Leistungen im Klimaschutz

Im Rahmen einer festlichen Gala hat Oberbürgermeister Dr. Trümper am 29. Oktober die Preisträger des 5. Magdeburger Umweltpreises im Gesellschaftshaus gewürdigt. Alle Preisträger setzen sich in besonderem Maße für die Reduzierung von Treibhausgasen ein. Der Preis ist insgesamt mit 12.000 Euro dotiert und wird in den Kategorien Wirtschaft, Jugend und Private sowie Forschung vergeben.

„Die Landeshauptstadt Magdeburg ist bereits seit vielen Jahren äußerst ambitioniert im Bereich des Klimaschutzes. Durch die gegenwärtigen Entwicklungen wird deutlich, dass Klimaschutz auch in der Gesellschaft tief verankert ist und es in der Stadt eine Vielzahl von Akteuren gibt, die ihn aktiv vorantreiben. Mit dem Umweltpreis ehrt die Stadtverwaltung dieses Engagement“, so Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper auf der Preisverleihung im Gesellschaftshaus. „Insbesondere vor der politischen Zielstellung der Klimaneutralität ist das Mitwirken einer Vielzahl von Akteuren äußerst wichtig. Die eingereichten Beiträge dokumentieren wieder eindrucksvoll den großen Ideenreichtum, das Verantwortungsbewusstsein und den Willen der Magdeburgerinnen und Magdeburger, sich für den Umweltschutz zu engagieren.“

Der Umweltpreis der Landeshauptstadt Magdeburg wurde in drei Kategorien vergeben:

  • Wirtschaft
  • Jugend und Private
  • Forschung

Die Entscheidung über die einzelnen Preisträger traf ein Fachkreis zum Vorentscheid und eine Jury mit Vertretern aus Wirtschaft, Bildung und Forschung.

Laudatoren waren Prof. Dr. Michael Böcher von der Otto-von-Guericke Universität, Dr. André Neumann vom Zentrum für Regenerative Energien Sachsen-Anhalt e.V. und Dr. Jochen Zeiger von der Industrie- und Handelskammer. Die Festrede hielt Prof. Dr. Ellen Matthies von der Otto-von-Guericke-Universität.

Gruppenbild der Preisträger des Umweltpreises der Kategorie Wirtschaft
Laudator Umweltpreis 2019 Kategorie Wirtschaft: Dokor Zeiger, Umweltberatung IHK
Oberbürgermeister Trümper überreicht dem Team der Trenux GmbH einen Preis
Faltbarer Fahrradanhänger bei der Vorführung im Foyer
Oberbürgermeister Trümper im Gespräch über Details des Fahrradanhängers
Oberbürgermeister Trümper lässt sich den faltbaren Fahrradanhänger erklären
Umweltpreis 2019: Gäste bedienen den faltbaren Fahrradanhänger eigenhändig

Preisträger der Kategorie Wirtschaft

Trenux GmbH

Als erster Preisträger in der KategorieWirtschaft, verbunden mit einem Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro, wurde die Trenux GmbH ausgezeichnet. Das Unternehmen entwickelte einen innovativen Fahrradanhänger und leistet so einen wichtigen Beitrag, um PKW-Fahrten im Alltag durch umweltfreundlichere Fahrradfahrten ersetzen zu können.

Frau Ernas loser Lebensmittelpunkt

Den mit 1.000 Euro dotierten zweiten Preis belegte Frau Ernas loser Lebensmittelpunkt. Dabei handelt es sich um einen Unverpackt-Laden im Magdeburger Stadtteil Stadtfeld Ost. In dem Laden werden unverpackte Lebensmittel, Hygieneartikel, Reinigungsmittel und Dinge des täglichen Gebrauchs angeboten.

Helionat eG.

Ebenfalls den zweiten Preis und 1.000 Euro Preisgeld erhielt die Helionat eG. für das Errichten einer Bürgersolarfreiflächenanlage in Magdeburg-Rothensee. Durch die Anlage werden jedes Jahr 670 Tonnen CO2 eingespart. Mit einer einer Gesamtleistung von 992 Kilowatt-Peak, kurz kWp, ist es die größte Bürgerenergieanlage in Sachsen-Anhalt. Kilowattpeak steht für die Leistungsangabe einer Photovoltaikanlage.

Der Fahrradanhänger im Detail

Der Fahrradanhänger lässt sich bei Nichtgebrauch in Sekunden zusammenklappen. Dabei bleibt er fest mit dem Fahrrad verbunden und kann auf jedem Gebäckträger transportiert werden. Dadurch kann der Anhänger auch im Alltag jederzeit mitgeführt werden. So kommt er auch für Menschen in Frage, welche sonst keine Abstellmöglichkeiten für einen Fahrradanhänger hätten. Der Anhänger ist damit deutlich flexibler als ein herkömmlicher Fahrradanhänger und erreicht eine viel breitere Bevölkerungsgruppe.

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Details zum Unverpackt-Laden

Die Kunden bringen für den Einkauf ihre eigenen Behältnisse mit und kaufen die Waren ohne (Plastik-) Verpackung ein. Auf diese Weise werden Verpackungsmaterial und somit Kohlenstoffdioxid, umgangssprachlich auch CO2, eingespart. Außerdem wird durch das grammgenaue Abwiegen von Lebensmitteln auch deren Verschwendung minimiert, da immer genau die richtige Menge erworben werden kann.

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Besonderheiten der Bürgersolaranlage

Die Anlage wurde auf der ehemaligen BEMA-Deponie errichtet. Der Standort ist durch hochgradige Bodenkontaminationen gekennzeichnet. Eine Photovoltaikanlage stellt damit die optimale Nutzungsform für die ehemalige Deponie dar. Durch die Beteiligung von inzwischen mehr als 100 Bürgerinnen und Bürgern aus der Region an der Helionat eG. verbleibt auch die gesamte Wertschöpfung der Anlage in der Region.

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Laudatio durch Professor Doktor Böcher von der Otto-von-Guericke-Universität
Gruppenbild der Preisträger des Umweltpreises, Kategorie Jugend und Private
Holger Szukalski und Perkussionist auf der Musik-Bühne für den Umweltpreises
Oberbürgermeister Trümper bei seinem persönlichem Grußwort zum Umweltpreis 2019

Preisträger der Kategorie Jugend und Private

Magdeburger Comeniusschule

Den ersten Preis und 2.500 Euro Preisgeld in der Kategorie Jugend und Private erhieltdie Magdeburger Comeniusschule für ihr Projekt „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Das Projekt ist durch das langjährige Engagement der Schule im Klima- und Umweltschutz gekennzeichnet und beinhaltet verschiedene Teilprojekte. Die Comeniusschule leistet einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung und wird ihrer Rolle als umweltbewusster Multiplikator gerecht.

Grünstreifen e.V.

Den zweiten, und mit 1.000 Euro dotierten, Preis erhielt der Verein Grünstreifen e.V. für das Projekt Macherburg. Dabei handelt es sich um eine offene Werkstatt, die gegen einen monatlichen Unkostenbeitrag genutzt werden kann. Durch Selbsthilfe-Angebote zu Reparaturen und Upcycling wird Müll vermieden und die Lebensdauer von Gegenständen verlängert. Das spart nicht nur Geld, sondern schützt auch die Umwelt.

BUND Jugend e.V.

Der dritte Preisträger in der Kategorie Jugend und Private ist der BUND Jugend e.V. mit dem Beitrag „soliRADisch“. Bei „soliRADisch“ handelt es sich um eine Fahrradwerkstatt mit sozialem und ökologischem Zweck. Alte Fahrräder werden genutzt, Abfälle vermieden und somit die Umwelt geschont. Für diesen Beitrag erhält der Verein ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro.

Details zu den Einzelprojekten der Comeniusschule

Die Schule hat seit 2007 wiederholt am Fifty-Fifty-Projekt teilgenommen und die Klassen besuchen regelmäßig verschiedene Umweltzentren. Außerdem wird in der Schule Altpapier gesammelt, mit speziellen Lernmaterialien Wissen zu den erneuerbaren Energien vermittelt und noch eine Reihe weiterer Projekte mit dem Ziel des Umweltschutzes durchgeführt.

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Besonderheiten des Angebotes durch Grünstreifen e.V.

Ein Schwerpunkt des Angebots liegt bei der Hilfe zur Selbsthilfe bei der Reparatur von Gegenständen und dem Upcycling. Beim Upcycling werten scheinbar nutzlose Gegenstände wiederverwendet beziehungsweise aufgewertet und Ressourcen geschont. In der Werkstatt stehen dazu nicht nur diverse Werkzeuge zur Verfügung, sondern es werden auch verschiedenste Workshops angeboten. In den Workshops kann beispielsweise ein eigenes Designmöbelstück hergestellt, ein 3D-Modell gedruckt oder das Bedienen einer CNC-Fräse gelernt werden. CNC steht für Computerized Numerical Control und ist eine hochpräzise und computerkontrollierte Steuerungstechnik für Maschinen.

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Weitere Details zum Projekt »soliRADisch«

In der Werkstatt werden alte Fahrräder erneut aufgebaut und an soziale Einrichtungen gespendet. Außerdem kann man in der Werkstatt unter tatkräftiger Unterstützung das eigene Fahrrad reparieren. Auf diese Weise ermöglicht das Projekt, dass auch Menschen mit geringen finanziellen Möglichkeiten nachhaltig mobil sein können.

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Laudator Umweltpreis 2019 in der Kategorie Forschung: Doktor Naumann
Gruppenbild der Preisträger des Umweltpreises in der Kategorie Forschung
Gäste des Empfangs nach der Verleihung des Umwltpreises 2019 im Gespräch
Professorin Mathies bei ihrer Festrede zum Umweltpreis 2019

Preisträger der Kategorie Forschung

Als Preisträger des diesjährigen Umweltpreises in der Kategorie Forschung ehrte Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper das Zentrum für Produkt-, Verfahrens- und Prozessinnovation (ZPVP) gleich zweimal.

Den ersten Preis erhielt das Projekt Wachstumskern Fluss-Strom Plus, an dem 19 Unternehmen und sieben Forschungseinrichtungen beteiligt sind. Es erschließt Standorte mit geringem Wasserkraftpotential durch wirtschaftlich effiziente und ökologisch verträgliche Wasserkraftanlagen. Damit soll Wasserkraft ohne Aufstau nutzbar gemacht und so dezentral und umweltfreundlich Strom erzeugt werden. Dafür wird das Projekt mit einem Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro dotiert.

Den zweiten Preis erhielt das ZPVP für die Entwicklung eines Autonomen Fahrradsystems mit flexiblem Einsatz für Logistik und Beförderungsaufgaben. Ziel des Projektes ist ein selbstfahrendes Fahrrad, das jederzeit zu „bestellen“ ist: Beispielsweise, um den Einkauf nicht per Fuß nach Hause transportieren zu müssen. Oder, um sein Kind nach der Kita und bei Sonnenschein spontan mit dem Fahrrad abzuholen. Darüber hinaus fährt das Fahrzeug elektrisch und hat so das Potential, Fahrten mit dem Auto zu reduzieren und CO2 >Kohlenstoffdioxid< einzusparen. Das Preisgeld ist mit 1.000 Euro dotiert.

Weitere Merkmale des Autonomen Fahrradsystems

An dem Projekt zum selbstfahrenden Fahrrad arbeiten verschiedene interdisziplinäre Arbeitsgruppen. Das autonome Fahren und das spontane Bestellen auf Bedarf ermöglichst dabei höchste Flexibilität. Eines der Vorteile ist, dass man keine Abstellmöglichkeit für das Fahrrad benötigt: Das Fahrrad kommt direkt zu dem Nutzer und bleibt im Gegensatz zu autonom fahrenden Kraftfahrzeugen nicht im Stau stecken.

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Unterstützer des Magdeburger Umweltpreises

Die Verleihung des diesjährigen Umweltpreises der Landeshauptstadt Magdeburg erfolgte mit freundlicher Unterstützung der Stadtsparkasse Magdeburg, der ÖSA-Versicherungen, der Volksbank Magdeburg, der Wohnungsbaugesellschaft Magdeburg, der Städtischen Werke Magdeburg (SWM), des Müllheizkraftwerkes Rothensee GmbH, der MWG-Wohnungsgenossenschaft, der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB), der Getec AG, der ÖHMI-AG, der mtu Reman Technologies GmbH und der Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt.

Hintergrund zum Magdeburger Umweltpreis

Im Rahmen des Masterplans »100 % Klimaschutz« bedarf es unter anderem der Aktivierung und Einbindung lokaler Initiativen, Projekte, engagierter Akteure und der Bevölkerung. Darüber hinaus können auch neue Technologien mit Spar- und Innovationspotential den Klimaschutz unterstützen. Die Verleihung des Magdeburger Umweltpreises, auch für Projekte im Klimaschutz, unterstützt dieses Ziel. Die öffentliche Verleihung des Umweltpreises ist eine Möglichkeit, diese Projekte einem weiteren Personenkreis zugänglich zu machen und darüber hinaus zur Nachahmung und eigenen Entwicklung von Klimaschutzprojekten anzuregen.