Engagement: Integration in den Arbeitsmarkt
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Engagement: Integration Benachteiligter in den Arbeitsmarkt

In Deutschland gibt es aktuell weniger als 2,4 Millionen Arbeitslose. Das entspricht einer Quote von 4,9 Prozent und die ist seit langem rückläufig. Doch nicht jeder profitiert von der guten Entwicklung: Arbeitssuchende mit psychischen Beeinträchtigungen, Menschen mit Migrationshintergrund oder Personen mit einem Lebensalter über 50 Jahren haben es oft schwerer.

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Integration ins Arbeitsleben – Um was genau geht es?

Bis 26. Juli können sich potenzielle Projektträger bewerben, aus denen Magdeburg drei ausgewählte Projekte mit Fördermitteln aus dem Europäischen Sozialfonds, kurz ESF, fördert. Langfristiges Ziel der bis zu 24-monatigen Förderung ist es, durch individuelle Lösungen für die Betroffenen den Arbeitsmarkt zu erreichen und die Integration zu festigen.

Laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sowie der Universität Halle-Wittenberg seien mehr als ein Drittel der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im SGB II von psychischen Erkrankungen betroffen oder schon einmal betroffen gewesen.

Wie soll eine Förderung erreicht werden

Zwar existieren mit beispielweise Sprach-Coachings und Qualifizierungsmaßnahmen Förderprogramme, doch für die Zielgruppe reichen diese Maßnahmen oftmals nicht aus, um dem gesellschaftlichen Rückzug entgegenzuwirken. Persönliche Herausforderungen im sozialen Umfeld, wie Schulden, Sucht oder prekäre Familiensituationen verstärken den negativen Effekt der Ausgrenzung. Ein Kreislauf entsteht und Förderungen verlieren ihre Wirkung. Um psychisches Wohlbefinden und die persönlichen Handlungskompetenzen zu steigern, erfordert es eines auf jeden Einzelnen zugeschnittenen Methodenmix‘ und sozialpädagogische Betreuung. Das heißt im Einzelnen, dass eine Verweildauer der Menschen von zwölf Monaten angedacht ist sowie 15 Wochenstunden im Projekt und ein Wohnsitz in Magdeburg vorausgesetzt werden.

Personengruppen der Fördermaßnahmen

Arbeitslose Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen

Zur Unterstützung dieser Personen wird ein Projekt mit 20 Teilnehmerplätzen angestrebt.

Das Projekt richtet sich an Menschen mit psychischen Einschränkungen, die aufgrund ihrer Erkrankung durch Regelangebote des SGB II und III nicht erreicht werden können. Die Umsetzung ist niedrigschwellig, mit klarem psychologischen Schwerpunkt ausgerichtet und soll sich wie ein roter Faden durch alle Maßnahmeninhalte ziehen. Zu diesem Zweck soll das Projekt durch eine Psychologin bzw. einen Psychologen geleitet und organisiert sowie eine Beratung ermöglicht werden. Eine vorherige Anamnese und Auswertung bewertet eventuell notwendige Schritte vor eine Projektteilnahme.

Inhalte

  • Aufzeigen von weiteren Hilfs- und Unterstützungsangeboten
  • Unterstützung bei der Vereinbarung von Terminen, ggf. Begleitung
  • ggf. Arbeit an der Therapiebereitschaft der Teilnehmenden
  • Aufbau eines Netzwerkes mit Psychotherapeuten, Kliniken u. ä.
  • Einzel- und Gruppencoachings
  • psychologische und sozialpädagogische Assistenz
  • Berufswegplanung
  • Vermittlung von arbeitsmarktbezogenen Kenntnissen

Ziele

Eine psychologische Beratung ist vorzuhalten. Der Fokus des Projekts soll in der sozialpädagogischen und psychologischen Betreuung liegen. Die Personen sollen durch eine Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit an den Arbeitsmarkt herangeführt werden. Ein Übergang in andere Hilfesysteme sowie die Ermöglichung von Praktika sind zu gewährleisten. Bestenfalls erfolgt eine vollständige soziale und berufliche Integration, wobei eine Nachbetreuung der Teilnehmenden sicherzustellen ist. Weiterhin sollen eine Verbesserung des psychischen Wohlbefindens und psychische Stabilisierung erreicht werden.

Langzeitarbeitslose Frauen, arbeitslose Frauen mit Migrationshintergrund, geflüchtete Frauen mit Aufenthaltserlaubnis

Zur Unterstützung dieser Personen wird ein Projekt mit 20 Teilnehmerplätzen angestrebt.

Das Projekt ist zur Unterstützung von langzeitarbeitslosen Frauen, arbeitslosen Frauen mit Migrationshintergrund und geflüchteten Frauen mit Aufenthaltserlaubnis (AE) aus dem Rechtskreis des SGB II bzw. mit Registrierung im Rechtskreis des SGBIII ausgelegt.

Inhalte

  • längerfristige individuelle lösungsorientierte Integrationsbegleitung der Betroffenen
  • Aufzeigen von weiteren Hilfs- und Unterstützungsangeboten
  • Unterstützung bei der Vereinbarung von Terminen, ggf. Begleitung
  • Methodenmix

Ziele

Ziel ist eine sozialpädagogische Betreuung und Begleitung. Um eine soziale und berufliche Integration zu erreichen kann ein Sprachunterricht notwendig sein. Das Projekt soll das Umfeld einbeziehen, interkulturelle Kompetenzen vermitteln sowie bildungspolitische Aspekte und Kindererziehung gewährleisten. Die Teilnehmenden erhalten eine Nachbetreuung.

Ältere Arbeitslose ab dem 50. Lebensjahr

Die Besetzung der Plätze von zu Beginn 20, nach einem Jahr 30 am Ende des Projektes mindestens 60 Teilnehmenden am Projekt ist angestrebt.

Das Projekt dient der Unterstützung älterer Arbeitsloser ab dem 50. Lebensjahr aus dem Leistungsbezug des SGB II.

Inhalt

  • längerfristige individuelle lösungsorientierte Integrationsbegleitung der Betroffenen
  • ggf. Methodenmix
  • Durchführung von Praktika
  • Assistierte Integrationsbegleitung

Ziele

Neben der beruflichen Integration in den ersten Arbeitsmarkt oder in eine Ausbildung soll eine sozialpädagogische Betreuung und Begleitung erreicht werden. Dazu ist die Durchführung von Praktika eingeplant und eine Nachbetreuung der Teilnehmenden angestrebt.

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Qualitätssicherung und Partner der Landeshauptstadt

Ein wesentlicher Bestandteil des Projektes ist die Qualitätssicherung durch ein sogenanntes Monitoring. Das heißt, dass durch das Festlegen von Meilensteinen zeitliche Abläufe und messbare Ergebnisse nachgewiesen werden müssen, um das Gesamtziel des Projektes zu erreichen. Auf diese Weise sollen Qualitätsanforderungen sichergestellt und erfüllt werden.

Detailliertere Informationen und Möglichkeiten für Träger zur Teilnahme am Projekt gibt es auf der Internetseite der Regionalen Koordination der Landeshauptstadt Magdeburg unter „Aktive Eingliederung“.

Zur Gestaltung und Umsetzung arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen arbeitet die Landeshauptstadt Magdeburg eng mit den Partnern in der Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik zusammen. Die Verantwortung zur regionalen Ausgestaltung der Förderung in der Landeshauptstadt Magdeburg obliegt dem „Regionalen Arbeitskreis“

Regionaler Arbeitskreis

  • Sozial- und Wohnungsamt Landeshauptstadt Magdeburg
  • Agentur für Arbeit Magdeburg
  • Allgemeiner Arbeitgeberverband der Wirtschaft für Sachsen-Anhalt e. V.
  • LIGA der Freien Wohlfahrtspflege im Land Sachsen-Anhalt e. V.
  • Bundesverband mittelständischer Wirtschaft e. V.
  • Deutscher Gewerkschaftsbund Magdeburg
  • Industrie- und Handelskammer Magdeburg
  • Jobcenter Landeshauptstadt Magdeburg
  • Kreishandwerkerschaft Elbe-Börde
  • Amt für Gleichstellungsfragen der Landeshauptstadt Magdeburg
  • Dezernat für Wirtschaft, Tourismus und regionale Entwicklung
  • Jugendamt der Landeshauptstadt Magdeburg
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