Nele Heyse ist Magdeburgs Stadtschreiberin 2019
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Die Schriftstellerin Nele Heyse aus Berlin ist die siebte Magdeburger Stadtschreiberin. Sie nahm am 1. März 2019 ihre Arbeit auf und wird bis 30. September 2019 in der Elbestadt verweilen und künstlerisch tätig werden.

Portrait Stadtschreiberin 2019(6) - NeleHeyse ©LH MD

Nele Heyse

Biographie

Nele Heyse wurde 1954 in Meiningen geboren, wuchs in Weimar auf und ging dort bis zum Abitur zur Schule. Acht Jahre davon absolvierte sie auf der Sprachheilschule, weil sie unter Stottern litt. Da sie sich nur im Spiel und im Schreiben von ihren massiven Sprachhemmungen befreit fühlte, stand für sie schon früh fest, Schauspielerin zu werden und das Schreiben daneben nie aufzugeben. Von 1973 bis 1977 studierte sie an der Berliner Schauspielschule, der späteren „Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch“. Nach dem Studium bekam sie vielfältige Engagements an unterschiedlichen Orten.

So begann sie am Berliner Ensemble, es folgten die Theater in Meiningen und Schwerin. 1984 verließ Nele Heyse mit ihrem Sohn die DDR. Es folgten Festengagements in Basel, Mannheim, Bremen, Leipzig und am Deutschen Theater Berlin. Seit 2001 ist sie gastierend unterwegs, u.a. in München, Zürich, Bozen, Tel Aviv, Weimar und Halle. In den Freiräumen widmet sie sich dem Schreiben und bemühte sich um erste Veröffentlichungen in Verlagen. So erschien 2013 der erste Roman „Haltewunschtaste“ im Mitteldeutschen Verlag, 2016 folgte ebenda der Lyrikband „Zeit ist eine Kugel“ (mit einem Vorwort von Christoph Hein) und 2017 „Hunderteinseinsatzgeschichten“ (Vorwort H.-E. Wenzel), Geschichten, die jeweils in nur einem Satz erzählt werden. Der Roman „Haltewunschtaste“ erschien auch als Hörbuch im BUCHFUNK Leipzig.

Davor veröffentlichte Nele Heyse in Literaturzeitschriften, Anthologien oder Theaterprogrammen bzw. las oder spielte ihre Texte. Als Schauspielerin war es ihr schon immer ein Bedürfnis, mit ihren Texten lesend, vortragend oder auch spielend an die Öffentlichkeit zu treten. So existiert eine größere Menge noch nicht publizierter Texte, die zum Teil schon deutschlandweit, aber auch in Israel oder auf Übersee vor Publikum bestanden haben.

Im Rahmen der Aufgaben einer Stadtschreiberin ist sie besonders gern bereit, sich auch über das schon angedachte Pensum hinaus lesend und vortragend an Veranstaltungen unterschiedlicher Prägung zu beteiligen. Außerdem ist es ihr Vorhaben, intensiv an ihrem Romanmanuskript „Zerbrechliche Welten“ zu arbeiten, aus dem sie schon jetzt abgeschlossene Passagen für Lesungen anbietet. Es gibt hier einen längeren Magdeburg-Bezug.

Anknüpfend an den Erfolg ihrer Geschichten in nur einem Satz, die sich befreundete Künstlerkollegen z.T. für ihre Programme ausliehen und die sie selber auch gern in Wunschlesungen – auf Zuruf der Zuhörer – präsentiert, würde sie während des Magdeburgaufenthalts ihr Vorhaben „33 DreisatzLiebesgeschichten“ zu schreiben, verwirklichen. Auch diese sollen von einem bildenden Künstler illustriert werden.

Oben genannte Wunschlesungen haben sich bisher als besondere Ereignisse für ein Miteinander bewährt, da es zu einem gegenseitigen Austausch kommt, sie nicht nur die vom Publikum gewählten Nummern der Geschichten vorliest, sondern es sich auch anbietet, in lockerer Form über die Entstehung und Hintergründe der jeweiligen Geschichte zu erzählen (also keine sog. „Wasserglaslesungen“).