Magdeburger Stadtschreiber
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Magdeburger Stadtschreiber-Stipendium

Die Landeshauptstadt Magdeburg vergibt seit dem Jahr 2013 jährlich an deutschsprachige Autorinnen und Autoren ein Stadtschreiberstipendium. Als Magdeburger*innen auf Zeit beobachten und dokumentieren Stadtschreiber*innen die Geschicke der Stadt, die – in welcher Form auch immer – zu (einer) Geschichte werden. Das Stipendium ist ein Arbeitsstipendium und dient vor allem der Unterstützung des schriftstellerischen Schaffens der Stipendiatin / des Stipendiaten.

Katja Hensel bei ihrem Antrittsbesuch in Magdeburg am 09.11.2021.

Katja Hensel wird die Stadtschreiberin Magdeburgs im kommenden Jahr.

Katja Hensel ist Autorin, Schaupielerin, Dozentin für Schauspiel und kreatives Schreiben und wird die 10. Stadtschreiberin Magdeburgs. Eine Jury unter dem Vorsitz der Beigeordneten für Kultur, Schule und Sport, Regina-Dolores Stieler-Hinz, hatte sie zuvor aus 20 Bewerber*innen ausgewählt. Neben deutschen Autor*innen bewarben sich auch Schriftsteller*innen aus Österreich und der Schweiz um das Stipendium.

Die gebürtige Hamburgerin Katja Hensel wird ab 1. März 2022 sieben Monate in Magdeburg leben und arbeiten. Sie möchte sich mit den Hoffnungen, Utopien und Erwartungen beschäftigen, die die Magdeburger*innen bezüglich der Zukunft in ihrer Stadt haben. Insbesondere die Ideen der Jugendlichen möchte sie aufgreifen und diese gemeinsam mit ihnen in kreative Bahnen lenken.

Die zukünftige Stadtschreiberin war bereits am 09.11.2021 nach Magdeburg gereist und hatte sich anlässlich der Unterzeichnung des Stipendiumsvertrages erstmalig persönlich an ihrer zukünftigen Wirkungsstätte vorgestellt.

Das Stadtschreiberstipendium

Artist-in-Residence-Stipendium für Literatur

Das Stadtschreiberstipendium der Landeshauptstadt Magdeburg wurde 2012 initiiert und 2013 erstmalig vergeben. Als ein Artist-in-Residence-Stipendium für Literatur eröffnet es deutschsprachigen Autor*innen die Möglichkeit für die Dauer von sieben Monaten in Magdeburg zu leben und zu arbeiten.

Literat*innen ziehen aus diesem, mit dem Stipendium verbundenen Ortswechsel an die Elbe Inspiration und schöpferische Kraft für das eigene schriftstellerische Werk und können sich fernab existentieller Sorgen dem Schreiben widmen. Magdeburg profitiert von den Stadtschreiber*innen durch deren Impulse und den Blick von außen. Auf diese Weise erfährt die Stadt eine beständige Reflexion über und mit sich selbst, ist in Bewegung und entwickelt sich weiter.

Bewerbungsprozedere

Um das Amt der Stadtschreiberin / des Stadtschreibers können sich jährlich deutsche und deutschsprachige Autor*innen bewerben. Die Ausschreibung des Stipendiums erfolgt in aller Regel in der Zeit von Mai bis Juni eines jeden Jahres. Nachdem sämtliche Bewerbungen entsprechend formaler Kriterien geprüft und durch eine fachkompetente Jury bewertet wurden, ermittelt das Expert*innen-Team unter dem Vorsitz der Beigeordneten für Kultur, Schule und Sport, Regina-Dolores Stieler-Hinz die zukünftige Stadtschreiberin / den zukünftigen Stadtschreiber.

Eintauchen, Einmischen, Kommunikation anregen

Die Landeshauptstadt Magdeburg erwartet, dass die Stadtschreiberin / der Stadtschreiber die Stipendiatenzeit weitgehend in Magdeburg verbringt und sich mit ihren / seinen künstlerischen Mitteln auf Geschichte und Gegenwart der Stadt einlässt. Sie / er sollte sich gern mit dem urbanen Leben und den literarisch-kulturpolitischen sowie künstlerischen Traditionen der Stadt befassen, sich in die laufenden Prozesse einmischen und ihre / seine „Außensicht“ in einem literarischen oder literarisch-publizistischen Beitrag öffentlich machen und zur Diskussion stellen, um die Kommunikation in der Stadt zu befördern und anzuregen.

Die Stipendiatin / der Stipendiat sollte Anteil an der Kunst- und Kulturszene Magdeburgs nehmen sowie Freude und Interesse an städtischer Kultur haben.

Das Stadtschreiber*innen-Stipendium der Landeshauptstadt Magdeburg wird für Wortkünstlerinnen und -künstler im weitesten Sinn (Autor*innen, Publizist*innen, schriftstellerisch tätige Künstlerinnen und Künstler verschiedener literarischer Genre und Gattungen) ausgeschrieben, die bereits eine selbstständige, nicht im Eigenverlag herausgegebene Publikation vorweisen können.

Facettenreichtum der bisherigen Stadtschreiber*innen

Den Stadtschreiberinnen und Stadtschreibern steht es dabei frei, wie stark und mit welchen Formaten sie sich in das Stadtbild und die Bürgerschaft einbringen: Bernd Wagner, der erste Stadtschreiber im Jahr 2013 war intensiv in neue Kulturformate eingebunden. Weltoffen und bescheiden, aber mit kritischem Blick mischte sich Anja Tuckermann (2014) in die Kulturszene Magdeburgs ein. In ganz Magdeburg unterwegs war ebenfalls Peter Wawerzinek (2015), der die Begegnung mit vielen Menschen genoss. Inger-Maria Mahlke (2017) wiederum sprach Einladungen zu Kaffee und Kuchen aus und suchte damit ihre eigene authentische Annäherung an Magdeburg. Ein Jahr später gewann sie mit ihrem in Magdeburg während ihrer Stipendiatenzeit vollendeten Werk, den deutschen Buchpreis.

Während sich Werner Fritsch (2016) mit Mechthild von Magdeburg vor allem der älteren Stadt- bzw. Literaturgeschichte annahm, interessierte Nellja Veremej (2018) auf den Spuren der eigenen Vergangenheit vor allem der Bruch in der jüngeren Geschichte der Stadt. Dass die Stipendiat*innen eine in vielerlei Hinsicht produktive Zeit in Magdeburg erlebten, verdeutlicht vor allem auch Nele Heyses Wirken (2019), das in einem Marathon-Lesefest mündete, in welchem zahlreiche Kulturakteure einbezogen waren. Jörg Menke-Peitzmeyer, Stadtschreiber des Jahres 2020 trafen die Einschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie sehr hart. Er vollendete in Magdebug sein Theaterstück "Sparwasser", das gleichsam auch hier zur Uraufführung kommen wird.


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Bisherige Stadtschreiberinnen und Stadtschreiber

zuletzt aktualisiert am 02.12.2021