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Kriegerdenkmal, 1877

Hundrieser, Emil

Kriegerdenkmal © Saskia Hubert
© Saskia Hubert

Einen ganz unmittelbaren architektonischen Bezug zum nahen Dom suchte der Architekt Hermann Eggert, als er das 1877 errichtete Kriegerdenkmal entwarf. Doch trägt der steinerne Turmhelm des Denkmals statt einer Kreuzblume die Nachbildungen einer Kaiserkrone und einer darauf gesetzten Sphaira, also des Reichsapfels. Auf antike Vorstellungen zurückgehend, symbolisiert seine Kugelgestalt die Welt und den sie umgebenden Kosmos. Die sieben Kreuzzeichen, die sie trägt (sechs durch sich kreuzende Bänder auf der Oberfläche, eins oben stehend) stellen den christlichen Bezug her.

Antikem Vorbild folgt auch die gesamte Gestalt des Denkmals, dessen segmentierte Pfeilergestalt mit der berühmten Igeler Säule korrespondiert. Es ist den Soldaten der in Magdeburg stationierten Regimenter gewidmet, die in den Kriegen von 1866 und 1870/71 den Tod gefunden haben. Diese Kriege führten zu Preußens Vorherrschaft unter den deutschen Ländern und - nach dem Ende des Alten Reiches 1806 - 1871 in Versailles zur Gründung eines Zweiten Kaiserreichs. Für die wesentlich vom Militär geprägte preußische Provinzialhauptstadt Magdeburg waren sie also von besonderer Bedeutung. Das ist eine Erklärung für die nicht nur exponierte, sondern zugleich symbolträchtige Lage des Denkmals auf dem Gelände der ehemaligen Bastion Kleve zwischen dem Dom und dem allerdings erst 1889-93 errichteten Dienstgebäude des Generalkommandos des IV. Preußischen Armeekorps. Trotz der breiten Treppe, die ursprünglich von der Elbseite axial auf das Denkmal zustieg, einen besonders auftrumpfenden oder monumentalen Eindruck hat es vermutlich nie gemacht. Der 1900 durch den Magdeburger Gartenbaudirektor Johann Gottlieb Schoch nach englischem Vorbild angelegte Park verlieh dem Gesamtensemble dann jenen romantischen Anhauch, den es noch heute besitzt. Den Park als unangemessene, den Kriegstod verharmlosende Inszenierung zu deuten, übersieht die heute vielleicht nur noch schwer nachvollziehbare Bedeutung des sentimentalen Landschaftsgartens als Ort von Trauer und Auflösung, der nur sehr bedingt und wenn ja, einen durch Nachdenklichkeit gebrochenen, Heroismus zuließ.

Diesbezüglich lohnt sich auch ein genauerer Blick auf die von Hundrieser geschaffenen Reliefs, die man umlaufend unter den Porträts von Kaiser Wilhelm I., Otto von Bismarck und Großherzog Friedrich von Baden findet. Der Badener war der Schwiegersohn des preußischen Königs und Rang-Ältester der in Versailles anwesenden Fürsten und hatte die Aufgabe, das erste, legendär gewordene, Hoch auf den sich nur unwillig ins neue Amt bequemenden Kaiser auszubringen.

Obwohl sich historisch handelnde Personen wie Bismarck, Wilhelm I. und der ehemalige Magdeburger Generalstabschef (seit 1871 Ehrenbürger) Helmuth von Moltke auf den zum Teil fast vollplastischen Reliefs finden und sich die Szenen (Auszug aus dem Felde, Episode aus der Schlacht bei Königgrätz, Übergabe von Sedan, Kaiserproklamation in Versailles) größtenteils auf konkrete Ereignisse beziehen, handelt es sich nicht um historisch korrekte Darstellungen. Durch ihren spröden naturalistischen Duktus und dem, vielfach gelungenen, Versuch Emil Hundriesers, auch die Ambivalenz der dargestellten Vorgänge zu fassen, gelingt es der Arbeit an vielen Stellen, einem unreflektierten, allzu plattem Patriotismus zu entgehen.

Über den Künstler

Emil Hundrieser (geboren 13. Januar 1846 in Königsberg; gestorben 30. Januar 1911 in Berlin) war ein bekannter und erfolgreicher deutscher Bildhauer der Wilhelminischen Zeit.

LEBEN

Hundrieser studierte von 1865 bis 1868 an der Preußischen Akademie der Künste in Berlin. Dort war er Meisterschüler des Bildhauers Rudolf Siemering, in dessen Atelier er nach dem Studium noch weitere acht Jahre arbeitete. Bei seinen eigenen Arbeiten ließ er sich schon bald stark von Reinhold Begas und dessen naturalistischen Stil des Barock und Rokoko beeinflussen. Bevor er ab 1873 als freischaffender Bildhauer in Berlin tätig wurde, unternahm er zahlreiche Studienreisen unter anderem nach Frankreich, Belgien und Österreich.

1892 wurde er als Mitglied in der Preußischen Akademie der Künste aufgenommen und übernahm 1895 dort eine Professur. 1905 wurde Hundrieser zum Direktor des Rauch-Museums berufen. Er schuf vorwiegend Statuen und Figuren für öffentliche Plätze und Gebäude. Nach seinem Tode wurde er auf dem Berliner Parkfriedhof in der Berliner Villenkolonie Lichterfelde-West beigesetzt.

WERKE

: Relief Rhein und Main, Hauptfassade der Alten Oper in Frankfurt am Main, 1880

: Denkmal Martin Luther für Magdeburg, 1886

: Entwurf für Kaiser-Wilhelm-Denkmal am Deutschen Eck, 1893, das Reiterstandbild wurde von der Firma Georg Ferdinand Howaldt, Inh. Paul Rinckleben, ausgeführt.

: Berolina, zunächst in Gips für den Potsdamer Platz, dann als Treibarbeit für den Alexanderplatz in Berlin, 1894, im 2. Weltkrieg abhanden gekommen, die Wiederherstellung als Guss ist geplant

: Reiterdenkmal Kaiser Wilhelm I. am Kyffhäuser, 1896

: Standbild v. Bismarck für Lübeck

: vier allegorische Figuren auf der Zollbrücke Magdeburg

: Portallöwen auf den Postamenten der Börse (Königsberg)

(Quelle: de.Wikipedia.org)

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