Europa, 1982
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Europa, 1982

Holland, Lutz

Europa © Saskia Hubert
© Saskia Hubert

Lutz Holland gehört wie Werner Stötzer, Wieland Förster, Klaus Schwabe und Friedrich B. Henkel zu den im Skulpturenpark vertretenen Künstlern, die in den 1930er Jahren geboren sind und den Zweiten Weltkrieg "nur" als Kinder bzw. Jugendliche erlebten. Außer Holland sind sie dann Schüler von Gustav Seitz, Waldemar Grzimek, Fritz Cremer oder von Walter Arnold in Dresden gewesen, die insbesondere in den 50er und 60er Jahren dieser nachfolgenden Bildhauergeneration entscheidende Orientierung boten. In Halle/Saale, wo Lutz Holland an der legendären Burg - heute Kunsthochschule Burg Giebichenstein - studierte, war das bis 1958 vor allem der Metallbildhauer Karl Müller. Entsprechend der Programmatik der Schule, lebte sich Müllers Künstlertum frei zwischen figürlicher Bildhauerei und Metallgerät aus und bearbeitete jede Aufgabe mit gleicher Intensität und Wertschätzung. Damals war das in der DDR, so die Kunsthistorikerin Dorit Litt, "etwas Einmaliges", unbehelligt von der offiziellen Kunstkritik, weil Müller als Metallbildhauer als Kunsthandwerker galt. Im Zusammenhang mit Irmtraud Ohme ist auf dieses Phänomen schon hingewiesen worden.

Auch für Lutz Holland ist dieses breit und egalitär angelegte Arbeitsspektrum typisch, das er bei Karl Müller kennen gelernt hat. Eine spürbare Neigung zum Spielerischen, Erzählerischen, Theatralischen, verwischt bzw. irritiert in seinem Werk die Grenzen zwischen Zweck und Freiheit oder bringt sie gänzlich zum Verschwinden. Vor allem Gefäß, Figur und Gerätehaftes gehen darin eigentümliche, phantastisch-skurrile Symbiosen ein. Ein Hauch dieser Eigentümlichkeit bleibt auch in denjenigen Arbeiten Hollands erhalten, die, ganz offensichtlich zweckfrei, sich rein figürlicher Darstellung widmen. Der griechische Mythos von der Entführung der phönizischen Prinzessin Europa durch den wegen seiner eifersüchtigen Gattin als weißen Stier getarnten Zeus taucht schon mehrere hundert Jahre vor der Zeitenwende in der bildenden Kunst auf. Schon in diesen ältesten Darstellungen ist das Einverständliche der erotischen Eskapade, der bekanntlich drei Kinder entsprangen, Konsens.

Hollands Bronze lebt aus dem starken Kontrast wie verbrannt, wie hautlos anmutender Körperoberflächen und der Zartheit der gestischen Verständigung zwischen der Figur des Stiers und der Reiterin, die eine schattenbildartige, märchenhaft schöne, den Eindruck von Unwirklichkeit evozierende, Kontur erzeugt. Mutet die über dem Körper des Tiers schwebende Reiterin nicht wie eine Marionette an? Es ist das Zwischenreich der Imagination, in dem die Probe darauf gemacht wird, ob die mythische Entführung, die Vereinigung mit dem geschundenen Gott noch einmal gelingt.

Über den Künstler

Lutz Holland (* 1934 in Gräfenroda) ist ein deutscher Bildhauer.

Seit den 60er Jahren lebt Lutz Holland in Berlin. Die Stadt und dann die Kunsthochschule Weißensee sind zum Wirkungsfeld seiner Arbeit geworden. Vor 30 Jahren lernte ich ihn als Lehrer kennen, als einen Mann mit Erdenschwere und mit dem Elan, diese Gebundenheit zu überwinden. Nicht, dass er nicht von dieser Welt wäre, aber mit seiner Weltsicht bemüht sich Lutz Holland hartnäckig um ein ganzheitliches Denken gegen materialistische Enge.

Dazu gehörte immer die Idee der Gemeinschaft in der Arbeit, an der er auch gegen enttäuschende Erfahrungen festhielt. Soweit ich aus Gesprächen weiß, war das Verhältnis zu den Künstlerkollegen durch die Wertschätzung der Arbeiten Lutz Hollands bestimmt.

Seine Position war wichtig in den zurückliegenden Jahrzehnten. Er vermittelte die Gesinnung der Hallenser Burg Giebichenstein und besonders von Karl Müller den Studenten und der Ostberliner Kunst. In Hollands kleinformatigen Bronzen lebt eine handwerkliche und spirituelle Kraft weiter, deren Ursprung in der neueren Plastik und Gestaltfindung manchmal vergessen scheint. Holland arbeitet im Bewusstsein geistiger und handwerklicher Grundlagen, die heute zumindest selten geworden sind. In allem zeigt sich sein Bemühen um originäre Welt-Anschauung und überall drückt er sie aus: in seinen Plastiken, seinen Werkzeugen, in seiner Haltung.

Die Materialien und Maschinen wirken dadurch nicht als bloße Mittel zum Zweck, ihr Funktionieren und Dienen lässt sie selbst wesenhaft erscheinen. Für Holland, der als Goldschmied begann, ist das eine Binsenweisheit. Es geht ihm darum, Glanzpunkte zu setzen und die Würde des Ganzen zu heben. Es geht aber auch darum, dem Rationalismus und Funktionalismus zu widersprechen, wenn er, wie so oft, dazu neigt, eine Ordnung zu vermitteln, die nicht im Einzelnen bewältigt wird, kein Mysterium kennt und dadurch das Ganze stupide macht. Eine innere Architektur des Lebendigen soll sich regenerieren oder neu entwickeln.

Lutz Hollands Arbeit ist aufs Detail gerichtet. Aber im Detail liegt die Entscheidung und der große Unterschied - wo sonst.

Sein Werk ist nicht umfangreich, es ist auf Dichte angelegt. Einige Wachs-Arbeiten warten darauf, gegossen zu werden. So wie ich wünschen ihm Kollegen, Bewunderer, Schüler, dass er die Jahre und die Kraft haben wird, seine Dinge weiter zu treiben.

(Quelle: schockverlag.de)

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