Johanniskirche: Einweihung der Max-Uhlig-Fenster
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16.09.2020

Johanniskirche: Festakt zur Einweihung der Max-Uhlig-Fenster

Johanniskirche: Festakt zur Einweihung der Max-Uhlig-Fenster

Am 16. September ist in Magdeburg ein Kunstwerk von einzigartiger Dimension feierlich eingeweiht worden: Die Vollendung des weltweit einmaligen Glasmalerei-Zyklus‘ von 14 Fenstern – geschaffen durch den international renommierten Dresdner Künstler Max Uhlig für Magdeburgs Bürgerkirche St. Johannis. Aufgrund der Auflagen zur Eindämmung der Corona-Pandemie war nur ein kleiner Personenkreis zum Festakt eingeladen worden. Für alle am Projekt Interessierten wurde die Veranstaltung per Livestream über YouTube übertragen.

Johanniskirche Magdeburg – Die älteste Kaufmannskirche der Landeshauptstadt

Die Johanniskirche, als älteste Kaufmannskirche der Landeshauptstadt, hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Zuletzt überdauerte sie die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg als Ruine und Mahnmal der Zerstörung. Der Wiederaufbau als Konzert- und Veranstaltungssaal begann nach der politischen Wende 1991. Nun wird mit der künstlerischen Gestaltung der gotischen Fenster des Langhauses und des Chores abgeschlossen.

Der Künstler Max Uhlig setzt eine monumentale Landschaft auf der Südseite einem aufstrebenden schwarz-weißen Liniengeflecht entgegen. Jedes der 14 Fenster ist über 12 Meter hoch. 330 Quadratmeter Kunst auf mundgeblasenem Glas. Tausende Einzelteile wurden nach dem vom Künstler vorgegebenen Schnittmuster zusammengesetzt und durch Blei eingefasst.

Oberbürgermeister Dr. Trümper bei seiner Rede zur Einweihung der Uhlig-Fenster
Staats- und Kulturminister des Landes Sachsen-Anhalt, Rainer Robra
Patricia Werner richtet das Grußwort an die Gäste in der Johanniskirche
Der dresdner Künsterl Max Uhlig in der Johanniskirche Magdeburg
Zahlreiche Gäste mit angemessenem Abstand in der Johanniskirche Magdeburg
Das Rossini-Quartett in der Johanniskirche zu Magdeburg
Fotos von Hans-Wulf Kunze im Buch zu den Max Uhlig-Fenstern der Johanniskirche
Das zweisprachige Begleitbuch zu den Max Uhlig-Fenstern der Johanniskirche

Von der Idee bis zur Realisierung ist ein Jahrzehnt vergangen

Neben der Dimension sucht auch der Herstellungsprozess seines Gleichen: Anders als bei ähnlichen Werken zeitgenössischer Glasmalerei führte der inzwischen 83 Jahre alte Künstler den Pinsel aus eigener Hand. Die traditionsträchtigen Derix-Glasstudios aus dem hessischen Taunusstein, die sich „Päpstliche Hofmalerei“ nennen dürfen, berieten Max Uhlig bei der Ausführung.

Von der ersten Idee bis zur Realisierung ist ein Jahrzehnt vergangen. Ein beispielhaftes Zusammenspiel aller Akteur*innen, auch in der Finanzierung der benötigten 1,4 Millionen Euro: ausgehend von der ersten Spendeninitiative des Altoberbürgermeisters Dr. Wilhelm Polte über das herausragende Engagement der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Stadtsparkasse Magdeburg sowie LOTTO Sachsen-Anhalt, der Kunststiftung Sachsen-Anhalt und des Landes Sachsen-Anhalt bis hin zu mehr als einer halben Million Euro privater Spenden, die eingingen.

Es ist umso bedauerlicher, dass die Fertigstellung der Fenster, wie viele andere Ereignisse, in die Zeit der Corona-Pandemie fällt. Das Kuratorium für den Wiederaufbau der Johanniskirche sieht als Projektträger hierin allerdings auch eine Chance. Dr. Dieter Scheidemann, Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins, meint hierzu:

„Die Entscheidung, eine Live-Übertragung des Festaktes zu organisieren, eröffnet uns neue Möglichkeiten, die Menschen überall zu erreichen.“

Festakt per Livestream mitverfolgen

Neben dem Minister für Kultur und Chef der Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt, Rainer Robra, waren der Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Magdeburg, Dr. Lutz Trümper, und Patricia Werner von der Geschäftsführung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung zum Festakt anwesend, um das Werk von Max Uhlig zu würdigen.

Erstmals wurde auch die 30-minütige projektbegleitende Filmdokumentation „Aus Licht und Schatten“ gezeigt. Die Autorin Natascha Pflaumbaum erzählt die Geschichte hinter dem Werk und lässt wichtige Akteur*innen zu Wort kommen.

Hier geht es zum Livestream der Veranstaltung (Link führt zur Videoplattform YouTube).

Katalog mit Fotos und Künstler-Interview erhältlich

Für die Haptik kann ab Mitte September ein zweisprachiger Katalog im Buchhandel erworben geben. Die Texte der Kunstwissenschaftler*innen Matthias Flügge, Dr. Annegret Laabs und Uwe Geller verorten das Projekt im Kontext der internationalen Glasmalerei als eines der größten und wichtigsten der Gegenwart. Auch ein sehr persönliches und spannendes Interview mit dem Künstler selbst ist in den Druckexemplaren nachzulesen. Darüber hinaus zeigen Fotos von Hans-Wulf Kunze die ganze Farbenpracht der Malerei.

Kontakt und weiterführende Informationen
Kuratorium für den Wiederaufbau der Johanniskirche
c/o Dezernat für Stadtentwicklung, Bau und Verkehr
An der Steinkuhle 6
39128 Magdeburg

Ansprechpartnerin
Katja Lehmann
Telefon: 0391 540 5394
Fax: 0391 540 5292
E-Mail: kuratorium-johanniskirche@web.de

Webseite: Kuratorium Wiederaufbau der Johanniskirche zu Magdeburg