17 Mio. Euro: Modernisierung der Hyparschale hat begonnen
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17 Mio. Euro: Modernisierung der Hyparschale hat begonnen

17 Mio. Euro: Modernisierung der Hyparschale hat begonnen

Die Hyparschale ist eines der markantesten Gebäude im Stadtpark Rotehorn und ein Magdeburger Wahrzeichen. Anlässlich des Baustarts haben Oberbürgermeister Dr. Trümper, der Leiter des Kommunalen Gebäudemanagements, Heinz Ulrich, sowie Christian Hellmund vom zuständigen Architekturbüro gmp am 4. Dezember einen letzten Einblick vor dem 16,9 Millionen Euro teuren Umbau gewährt. Bis Sommer 2022 entsteht ein moderner Veranstaltungsort mit außergewöhnlicher Ausstrahlung.

Vergleich der Visualisierung und des Ist-Zustandes im Saal der Hyparschale © gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner
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© gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner

Viel Lob und Anerkennung als Premium-Projekt des Bundes

„Die Hyparschale ist einer der architektonisch bedeutsamsten Bauten in Magdeburg. Es freut mich sehr, dass der Umbau jetzt – pünktlich zum 50-jährigen Bestehen der Hyparschale – begonnen hat und wir in wenigen Jahren ein äußerst modernes Veranstaltungsgebäude in einem außergewöhnlichen Bau direkt an der Elbe nutzen können.“ – Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper zum Baustart vor Ort

Für den Leiter des für das Projekt zuständigen Kommunalen Gebäudemanagements, Heinz Ulrich, steht fest, dass die Hyparschale eine der spannendsten Baustellen in der Landeshauptstadt sein wird:

„Das Interesse der Bürger*innen hat in all den Jahren nicht abgenommen. Im Gegenteil: Viele freut es, dass die Stadt die Halle wiederherrichten lässt. Und dass wir damit auf dem richtigen Weg sind, zeigt ja auch der Umstand, dass die Sanierung als Premium-Projekt des Bundes ausgezeichnet wurde und wir dafür 5 Millionen Euro Fördermittel erhalten.“

Der Umbau erfolgt nach Entwürfen von gmp – Architekten von Gerkan, Marg und Partner. Einer der Partner, Christian Hellmund, erläuterte die Pläne und erklärte:

„Wir hoffen, mit unserem Entwurf zur Sanierung und Transformation der Magdeburger Schale einen beispielhaften Beitrag zur Wiederbelebung der noch zahlreich vorhandenen Konstruktionen Ulrich Müthers leisten zu können.“

Bauprojekt-Schild vor der Hyparschale
Eine kleine Gruppe geladener Gäste steht in der leeren Hyparschale
Gelber Radlader in der alten Hyparschale
Christian Hellmund vergleicht die verfallene mit der zukünftigen Hyparschale
Oberbürgermeister Dr. Trümper redet mit geladenen Gästen in der Hyparschale
Die verfallene Hyparschale in der Außenansicht
Christian Hellmund zeigt die geplante Innengestaltung der fertigen Hyparschale

Modernisierte Hyparschale: Veranstaltungsort und Wahrzeichen

Die Magdeburger Hyparschale ist ein Denkmal der DDR-Nachkriegsmoderne und steht seit 1990 auf der Denkmalliste. Nach über 20-jährigem Leerstand und Verfall soll die Modernisierung aus dem Magdeburger Wahrzeichen wieder einen vielseitigen Veranstaltungsort und flexibel nutzbare Tagungsräume machen. Dort können dann Ausstellungen, Kongresse und Veranstaltungen für 200 bis 500 Personen stattfinden. Die Räumlichkeiten werden durch einen variablen, zweigeschossigen Kubus flexibel gestaltbar.

Auch die Gebäude- und die Veranstaltungstechnik wurde im Sanierungsplan berücksichtigt: So wird die Gebäudehülle unter Berücksichtigung der Anforderungen des Denkmalschutzes energetisch aufgewertet und der Küchenbereich (Ausgabe /Catering) modernen Ansprüchen angepasst. Auch ein angemessener Hochwasserschutz wird durch die Planungen umgesetzt und ein Lichtkonzept verbessert die Außenwirkung im Stadtraum Magdeburgs.

Mit der Instandsetzung und Modernisierung soll dieser stadtbildprägende Bereich optisch und funktional wiederbelebt und aufgewertet werden. Damit wird er ein wichtiger Bestandteil der Bewerbung Magdeburgs als Kulturhauptstadt 2025.

Visualisierung der Innenansicht Erdgeschoss der Hyparschale
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© gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner
Lichtkonzept der Außenanlage der Hyparschale
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© gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner
Lichtdurchflutete Galerieebene der Hyparschale
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© gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner

Carbon und Lichtgestaltung: Neueste und innovative Technik

Die Sanierung der Stahlbeton-Dachschalen erfolgt mit dem innovativen Baustoff Carbonbeton unter Anwendung eines neuen Verfahrens, für welches mittlerweile die Zustimmung im Einzelfall erteilt wurde. Bei Carbonbeton wird anstelle des sonst üblich verwendeten Stahls Carbon eingesetzt. Dieser moderne Werkstoff besitzt eine mehr als 5-fach höhere Zugfestigkeit bei einem Bruchteil des Gewichtes. Das Dach wird also tragfähiger bei gleichzeitig viel geringerem Eigengewicht.

Auch im Beleuchtungskonzept wird auf innovative Lichttechniken zurückgegriffen, um einer architektonisch-künstlerischen Lichtgestaltung gerecht zu werden.

Entsprechend der besonderen Formgebung und Funktionen des Gebäudes bedarf es einer sehr hohen Qualität bei der Auswahl der Materialien, bei den akustischen Maßnahmen und beim sommerlichen Wärmeschutz. Darüber hinaus soll eine maximale Vielseitigkeit in der Nutzung erreicht werden.

Sanierung in zwei Bauabschnitten

Die Hyparschale wird in zwei Bauabschnitten saniert und modernisiert:

1. Bauabschnitt – Sanierung der Dachschalenkonstruktion mit dem zugehörigen Tragwerk

  • gefördert mit Mitteln aus dem Programm Stadtumbau
  • veranschlagte Kosten: 4,16 Millionen EUR
  • Bauzeit: Dezember 2019 bis voraussichtlich Mai 2021

2. Bauabschnitt – Sanierung und Ausbau des übrigen Bestandsgebäudes,

  • Förderung als Premium-Projekt im Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“
  • veranschlagte Kosten: 12,74 Millionen EUR
  • Bauzeit: Juni 2020 bis voraussichtlich August 2022

Darüber hinaus ist geplant, die unmittelbar dem Gebäude zuzuordnende Freifläche im Jahr 2021 bzw. 2022 ebenfalls zu erneuern.

Premium-Projekt des Bunde

Die Sanierung der Magdeburger Hyparschale ist als Premium-Projekt vom Bundesministerium für Inneres, Bau und Heimat ausgewählt worden. Damit verbunden ist eine Förderzusage in Höhe von fünf Millionen Euro, die am 15. Oktober 2019 in Berlin offiziell verkündet wurde.

Damit würdigt auch der Bund die Bemühungen der Landeshauptstadt, dieses bedeutende Bauwerk der Nachkriegsmoderne zu erhalten und zu einem neuen Anziehungspunkt für den Stadtpark Rotehorn und für ganz Magdeburg werden zu lassen.

Hintergrund zur Hyparschale

Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper hatte in der Stadtratssitzung am 8. Juni 2017 verkündet, dass die Landeshauptstadt selbst die Hyparschale sanieren wird. Damit endete die Suche nach einem Investor für das bedeutende Gebäude im Stadtpark Rotehorn. Die Hyparschale steht seit mehr als 20 Jahren leer.

Sie wurde 1969 als Messe- und Ausstellungszentrum für Magdeburg nach den Plänen des Bauingenieurs Ulrich Müther errichtet. Die baukonstruktive Besonderheit besteht darin, dass die Dachkonstruktion aus vier zusammengesetzten hyperbolischen Paraboloiden besteht, welche eine Grundrissfläche von 48 x 48 Meter überspannen. Sie gilt als architektonische Meisterleistung und ist ein kulturelles Wahrzeichen im Stadtbild. Die Konstruktion eines hyperbolischen Paraboloids trägt sich selbst und kann so auf weitere stützende Elemente verzichten. Dächer dieser Art zeichnen sich durch eine hohe Tragfähigkeit aus. Sie ähneln der Form eines Stapelchips.

Die Magdeburger Version ist die größte noch erhaltene Hyparschale, die das Bauunternehmen des Schalenbaumeisters Ulrich Müther errichtet hat. Auch nach 50 Jahren ist dieses Solitärbauwerk ein beeindruckendes und erhaltenswertes Beispiel für die Kunst des leichten Bauens.