Eine Frau kämpft um ihr Erbe und um das ihrer jüdischen Familie
Mirna Funk gehört zu den mutigen und unkonventionellen jüdischen Stimmen Deutschlands, auch wenn die Autorin und Journalistin seit einiger Zeit in Israel lebt. Ihr höchst aktueller rasanter Roman „Balagan“ schlägt den Bogen daher von Berlin bis Tel Aviv. Am Donnerstag, 11. Juni, ist sie um 19.30 Uhr zur Lesung in der Neuen Synagoge Magdeburg zu Gast.
„Balagan“ erzählt von Recht und Unrecht in der Kunstwelt, von Gier und Neid in Familien und von der schwierigen Suche einer jungen Frau nach Bodenhaftung in einer Welt, die aus den Fugen ist: Altes Zeug, im besten Fall ein Erinnerungsstück – mehr erwartet Amira nicht, als sie die Tür zum Lagerraum ihres verstorbenen Großvaters in Berlin-Moabit aufstößt. Aber dann steht sie vor der seit dem Zweiten Weltkrieg verschollen geglaubten Kunstsammlung ihrer jüdischen Familie. „WTF!“, denkt Amira und macht erstmal eine Insta-Story. Und jetzt? Soll Amira die Kunstwerke einem Museum schenken oder an einen Oligarchen verkaufen? Darf sie sie einfach behalten? Und können alle, die ihr da reinquatschen wollen, bitte mal still sein! Als Zweifel aufkommen, ob die Sammlung auf legalem Weg zu ihrem Großvater zurückgelangte, muss plötzlich Amira sich rechtfertigen.
Ein atemlos erzählter, messerscharf beobachteter Roman über eine junge Frau, die einen Weg finden muss durch das Chaos (hebräisch „Balagan“), das die deutsch-jüdische Geschichte im Allgemeinen und ihre Familie im Besonderen ihr hinterlassen hat.
Mirna Funk, geboren 1981 in Ostberlin, arbeitet als Autorin sowie freie Journalistin für überregionale Zeitungen und Zeitschriften. Ihr Debütroman „Winternähe“ wurde mit dem Uwe-Johnson-Förderpreis ausgezeichnet, das Sachbuch „Who Cares“ war ein Bestseller. Mirna Funk lebt in Berlin und Tel Aviv.
Alle interessierten Gäste sind zur Vorstellung des Romans „Balagan“ und zum Gespräch mit der Autorin am Donnerstag, 11. Juni, um 19.30 Uhr in der Neuen Synagoge Magdeburg, Julius-Bremer Straße 3, herzlich eingeladen. Der Eintritt beträgt 8 Euro. Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Stadtbibliothek Magdeburg im Rahmen des Projekts "Jüdische Kultur Sachsen-Anhalt" mit dem Landesverband Jüdischer Gemeinden Sachsen-Anhalt, Miteinander e.V. und der Synagogen-Gemeinde Magdeburg.