Pandemiebekämpfung und Investitionen - Magdeburg 2022
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Pandemiebekämpfung und Investitionen – Magdeburg 2022

Investitionen in Infrastruktur, Kultur und Bildung, aber auch der Einsatz gegen die Corona-Pandemie – das sind Magdeburgs Schwerpunkte im Verwaltungshandeln 2022. Die wichtigsten Vorhaben und Projekte hat Oberbürgermeister Dr. Trümper am 13. Januar zur traditionellen Jahresauftakts-Pressekonferenz im Alten Rathaus vorgestellt. Es war die letzte Pressekonferenz dieser Art für ihn – nach 21 Jahren an der Spitze der Stadtverwaltung geht das Stadtoberhaupt im Sommer in den Ruhestand.

„Sieht man von der Corona-Pandemie ab, erwartet Magdeburg ein weiteres Jahr mit einem prall gefüllten Vorhaben-Kalender“, so Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper.

Allein die wichtigsten Investitionsprojekte für 2022 weisen ein Volumen von mehr als 151 Millionen Euro auf. Das Kommunale Gebäudemanagement bearbeitet derzeit Bauvorhaben mit einem Gesamtbudget von mehr als 294 Millionen Euro, von denen in diesem Jahr etwa 65 Millionen Euro durch Planung und Realisierung umgesetzt werden.

„Doch dieses dynamische Geschehen und die sichtbare Weiterentwicklung der Landeshauptstadt verblassen hinter den enormen Anstrengungen, die die Bewältigung der Corona-Pandemie bedeutet. Wir müssen es als Gesellschaft in diesem Jahr endlich schaffen, die Verbreitung von SARS-CoV-2 einzudämmen und in ein normaleres Leben zurückzukehren.“

Das wichtigste Mittel hierbei ist nach wie vor die Corona-Schutzimpfung. Allein durch den städtischen Impfstab wurden im Jahr 2021 rund 220.000 Impfungen verabreicht. Bereits seit der ersten Kalenderwoche des neuen Jahres ist das Team wieder im Impf-Punkt im Allee-Center zu finden. Ab dem 14. Januar beginnen dann auch wieder die Impfungen in der Sporthalle Sudenburg. Über die geplanten Termine wird wie gewohnt unter Magdeburg - Impfen informiert.

Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Trümper bei seiner letzten Jahresauftakt-PK
Ein Journalist blickt in die geplanten Investitionen Magdeburgs für 2022
Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Trümper stellt sich den Journalistenfragen

Wirtschaft und Infrastruktur

Neben dem guten Baufortschritt an den infrastrukturellen Großprojekten Neuer Strombrückenzug und der Eisenbahnüberführung Ernst-Reuter-Allee, plant die Landeshauptstadt mit der Erschließung des Industriegebietes Eulenberg auf zukunftssichere Investitionen der Stadt. Mit der erhofften Bekanntgabe einer großen Neuansiedlung in diesem Bereich und dem Ausbau und der Sicherung des Industriehafens legt Magdeburg wichtige Grundsteine für die Stadtentwicklung.

Erschließung Industriegebiet Eulenberg

Gleich zu Beginn des Jahres wird auf die Bekanntgabe einer großen Neuansiedlung im Süden der Landeshauptstadt gehofft. Dafür hatten Verwaltung und Stadtrat im vergangenen Jahr die Weichen gestellt, um das 350 Hektar große Industriegebiet am Magdeburger Eulenberg weiterzuentwickeln. An der A14 und der B81 gelegen, ist es das größte industrielle Entwicklungsgebiet für die wirtschaftliche Zukunft der Landeshauptstadt. Überwiegend produzierende Unternehmen technologieorientierter Zukunftsbranchen sollen sich hier ansiedeln. Das Bebauungsplanverfahren soll nun abgeschlossen und der Grunderwerb eingeleitet werden, um das Gebiet mit Versorgungsleitungen zu erschließen.

Ausbau und Sicherung Industriehafen

Für den Ausbau des Industriehafens ist der Bau eines Sperrwerkes geplant. Der sogenannte Fangedamm soll den Industriehafen von der Elbe abschotten und die Vorgaben der aktuellen Hochwasserschutzziele berücksichtigen. Der Zweigkanal Kanal – Industriehafen wird als Bestandteil der Maßnahme geöffnet. Anschließend werden in zwei Bereichen etwa 700 Meter Kaianlagen hergestellt bzw. erneuert. Mit der Erweiterung wasserunabhängiger Flächen wird der Industriehafen auf 2 Kilometer Länge gesichert. Insgesamt werden damit 85 Hektar erschlossen.

Ersatzneubau Strombrückenzug

Die beiden bedeutendsten Bauprojekte der Landeshauptstadt – der Ersatzneubau Strombrückenzug und die Eisenbahnüberführung Ernst-Reuter-Allee – werden in diesem Jahr fortgesetzt bzw. fast beendet. Der neue Brückenzug über Alte Elbe und Zollelbe hat große und sichtbare Fortschritte gemacht. Mit den Aufbauten der jeweils 60 Tonnen schweren Pylonköpfe hat die Brücke am 11. Januar ihre endgültige Höhe von etwa 63 Meter erreicht. Der Bau wird nun in östliche Richtung sichtbar voranschreiten. Seit Heiligabend 2021 rollen bereits die Straßenbahnen über die neue Verkehrsanlage Heumarkt nach Cracau – im Frühjahr 2022 soll die Freigabe für alle übrigen Verkehrsteilnehmenden erfolgen.

Um den neuen Brückenzug anzubinden, muss die bestehende Neue Strombrücke voraussichtlich ab Juli 2022 für etwa ein Jahr gesperrt werden. Kraftfahrzeuge werden dann über den Nordbrückenzug sowie den Stadtpark und die Sternbrücke umgeleitet. Ein Provisorium ermöglicht die Elbüberquerung zu Fuß und per Rad. Mit der weitestgehend abgeschlossenen statischen Sicherung der Anna-Ebert-Brücke erfolgen in diesem Jahr nur noch Restarbeiten. Spielen Witterungs- und Hochwasserverhältnisse mit, sollen die Arbeiten Mitte 2022 beendet sein.

Eisenbahnüberführung Ernst-Reuter-Allee

Für die Eisenbahnüberführung Ernst-Reuter-Allee werden in diesem Jahr die letzten Wände in der Nordröhre hergestellt und es werden Notgehwege, Trockenlöschleitung und Entwässerungsleitung in der Osthälfte des Tunnels eingebaut. Diese Arbeiten wurden in der Westhälfte bereits 2021 abgeschlossen. Die begonnenen Arbeiten der Schottertragschicht für den Straßenaufbau werden im gesamten Tunnel fortgesetzt, um den Straßenbau im Sommer 2022 abzuschließen. Parallel beginnen ab Frühsommer die Arbeiten zur technischen Ausstattung des Tunnelbauwerks. Das betrifft unter anderem die Beleuchtung, die Beschilderung, Sicherheitstechnik sowie den Einbau von Videokameras und Lautsprechern, die im Havariefall zum Einsatz kommen. Mit dem Abschluss der Arbeiten Ende 2022 soll die Freigabe des Tunnels erfolgen.

Oberhalb des Tunnels werden die Pflasterarbeiten fortgesetzt und der Geh- und Radweg auf der Nordseite voraussichtlich 2022 freigegeben. Die Ernst-Reuter-Allee zwischen Otto-von-Guericke-Straße und Damaschkeplatz kann dann wieder durchgehend zu Fuß und per Rad passiert werden. Der Abschluss der Oberfläche auf der Südseite ist bis Frühjahr 2023 geplant. Das „Kunst am Bau“-Projekt für die Brückenwiderlager wird bereits 2022 durch die Künstlerin Claudia Walde aus Halle an der Saale umgesetzt.

Investitionen in Bildung und Sport

Die Landeshauptstadt investiert kontinuierlich in den Bereichen Bildung und Kinderbetreuung. Energetische Sanierungen von Einrichtungen durch das STARK-III-Förderprogramm, wie beim Editha-Gymnasium, haben dabei einen hohen Stellenwert. Der Neubau der Integrierten Gesamtschule am Universitätsplatz für etwa 68 Millionen Euro beansprucht einen Großteil der vom Kommunalen Gebäudemanagement geplanten Investitionen von über 130 Millionen Euro in diesem Bereich.

Neben zwei Spielplatzsanierungen ist ein auch Projekt zur schrittweisen Umrüstung der Spielplätze mit barrierefreien Spielgeräten geplant. Die Arbeiten für das Naherholungszentrum (Strandbad) Barleber See wiederum dürfte nicht nur Groß und Klein aus Magdeburg erfreuen, sondern auch die Gäste der Stadt.

Schulsanierungen und Kitas

Für Magdeburger Schulen plant das Kommunale Gebäudemanagement in diesem Jahr Bauarbeiten von mehr als 130 Millionen Euro. Dazu gehören Schulsanierungen für die Grundschule Fliederhof und die Gemeinschaftsschule Johann Wolfgang von Goethe aus dem STARK-III-Förderprogramm.

Für Schulstandorte wie Ottersleben, Westerhüsen und Rothensee laufen die Planungen und Bauarbeiten weiter. Das Editha-Gymnasium wurde für etwa 22 Millionen Euro fertiggestellt aber aus pandemischen Gründen erst im Frühjahr eingeweiht. Aus dem DigitalPakt Schule des Bundes fließen in diesem Jahr 3 Millionen Euro für Hard- und Software für Magdeburger Schulen.

Eines der größten Schulprojekte ist der Neubau einer Integrierten Gesamtschule (IGS) am Universitätsplatz im Stadtzentrum. Derzeit geht die Verwaltung von einem Gesamtinvestitionsvolumen von rund 68 Millionen Euro aus. Hier wird das Ausschreibungsverfahren für eine Totalunternehmung mit Planung und Bau der IGS erfolgen.

Für die Jüngsten wird das Betreuungsangebot erweitert: Die Kitas

  • Storchennest/ Spielinsel auf dem Werder,
  • Am Stern/ Fliederhof in Olvenstedt und
  • Zwergenhügel in Sudenburg

werden über STARK III energetisch saniert und noch 2022 in Betrieb genommen.

Spielplätze, Sportstätten und Barleber See

Die Spielplätze Floraparkgarten und Otternweg werden durch den Eigenbetrieb Stadtgarten und Friedhöfe Magdeburg saniert. Die Behindertenbeauftragte der Landeshauptstadt, Tanja Pasewald, und die Kinderbeauftragte, Katrin Thäger, beginnen ein Projekt für eine schrittweise Umrüstung der Spielplätze mit barrierefreien Spielgeräten.

Auch bei den Sportstätten der Landeshauptstadt geht es voran: Die Außenhülle der neuen Drei-Feld-Sporthalle im Lorenzweg steht und der Ausbau schreitet voran. Anfang 2023 soll die Halle ihrer Bestimmung übergeben werden. Auch auf dem Schulgelände in der Pablo-Neruda-Straße entsteht eine neue Sporthalle, die zwei Felder umfassen und rund 5,9 Millionen Euro kosten soll.

Für das Naherholungszentrum (Strandbad) Barleber See beginnen im Frühjahr die Rohbauarbeiten für das neue Wirtschaftsgebäude, die Rettungstürme, das Kassenhäuschen sowie die Sanitärgebäude. Im Nachgang der Badesaison 2022 wird die große Wasserrutsche am Strandabschnitt 1 gebaut. Geplant ist ein Abschluss aller Arbeiten bis Frühjahr 2023 – der Badebetrieb während der Saison 2022 soll grundsätzlich aufrechterhalten werden.

Modernisierung und Erweiterung von Kulturbauten

Mit einem Gesamtvolumen von rund 94,6 Millionen Euro für die Sanierung und Umfeldgestaltung der Stadthalle und der Hyparschale im Stadtpark Rotehorn, werden zwei kulturelle Großprojekte im Jahr 2022 weiter voranschreiten. Beide Objekte sind Identifikationsmerkmale der Landeshauptstadt und weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Mit der Weiterentwicklung des Technikmuseums und dem neuen Konzept für die Dauerausstellung Schulgeschichte des Kulturhistorischen Museums werden museumspädagogische Planungen umgesetzt, während das Kloster Unser Lieben Frauen dank großzügiger Förderungen weiter umfangreich saniert wird.

Stadthalle und Hyparschale

Für die Stadthalle laufen Spezialtiefbauarbeiten sowie Rückbau- und Rohbauarbeiten an der Stadthalle parallel, die im Wesentlichen das ganze Jahr in Anspruch nehmen werden. Die Umgestaltung der Außenanlagen befindet sich in der Genehmigungsplanung. Das Bauantragsverfahren zum Bau des Parkplatzes ist derzeit noch in der Bearbeitung. Mit Vorlage des Bewilligungsbescheides können die ersten drei Teilbereiche Zufahrtsstraße/ Parkplatz, Promenade und Festplatz/ Heinrich-Heine-Platz für dieses Jahr ausgeschrieben werden. An der Hyparschale werden weitere Bauabschnitte umgesetzt und die rund 17 Millionen Euro teure Kernsanierung im kommenden Jahr abgeschlossen.

Museen-Landschaft Magdeburg

Auch das älteste Gebäude Magdeburgs – das Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen – befindet sich mit drei Förderprojekten in der Sanierung. Für rund 9 Millionen Euro werden hier der Nordflügel und die Klosterkirche umfassend erneuert. Zudem wird die Sanierung des Alumnats vorbereitet. Die Klosterkirche soll als Veranstaltungsstätte „Kunst & Musik“ Mitte September wieder der Öffentlichkeit übergeben werden. Zu diesem Anlass ist die Uraufführung eines genreübergreifenden Mysterienspiels zu Mechthild von Magdeburg in Vorbereitung.

2022 wird auch die Weiterentwicklung des Technikmuseums zum Zentrum Industriekultur in Sachsen-Anhalt fortgesetzt. Die vertiefende Machbarkeitsstudie wird in diesem Jahr veröffentlicht. Das Konzept wurde um ein Zentrallager mit Schaudepot erweitert, um die Attraktivität der Magdeburger Museumslandschaft zu erhöhen. Parallel dazu wird weiterhin das Ziel verfolgt, eine Erweiterungsfläche für das Technikmuseum anzukaufen.

Das Kulturhistorische Museum wird die Dauerausstellung Schulgeschichte, in vier frisch restaurierten Räumen, inhaltlich erweitert und mit neuem Konzept komplett neu aufstellen. Als gut besuchter Bereich bietet diese Ausstellung museumspädagogischen Formate für einen generationsübergreifenden Austausch. Dazu werden interaktive Medienstationen ebenso genutzt wie ein historisches Klassenzimmer mit neu gefertigten Schulbänken im Erwachsenenmaßstab. Ende November 2022 soll die neue Dauerausstellung eröffnet werden.

Sicherheit und Ver- und Entsorgung

Für die Vorplanung einer neuen Leitstelle und Lehrrettungswache sind 500.000 Euro in den Haushalt für den Brand- und Katastrophenschutz eingestellt worden. Das Gebäude soll angemessene Fahrzeugstellplätze, Lehr-, Werkstatt-, Aufenthalts- und Sozialbereiche sowie eine neue integrierte Leitstelle für Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz mit Bereichen für den Wachalltag und einer Anbindung an die Feuerwache enthalten. Um die Interessen zu bündeln und Kosten zu minimieren, werden mit benachbarten Landkreisen Gespräche zum Thema Regionalleitstellen geführt.

Die im Januar 2020 ins Leben gerufene Kooperation aus Ordnungsamt und Polizei Magdeburger Stadtwache wird einer Aufgabenkritik unterzogen. Die Auswertung soll Verbesserungsmöglichkeiten offenlegen und Erfolg mit Aufwand abgleichen. Die Herausforderungen der Corona-Pandemie haben zwar einige Maßnahmen erschwert, dafür können die Erfahrungen dieser besonderen Situation in die weitere Planung der gemeinsamen Arbeit einfließen.

Das Dezernat für Soziales, Jugend und Gesundheit will die Schulsozialarbeit nachhaltig sichern, die Jugendhilfeplanung umsetzen und ein Kriseninterventionszentrum für Kinder und Jugendliche aufbauen. Für ältere Generationen beginnt das Projekt „Präventive Hausbesuche für Menschen in der Stadt ab 70 Jahren“.

Der Städtische Abfallwirtschaftsbetrieb wird den Wertstoffhof Silberbergweg im Nordwesten Magdeburgs ausbauen und die momentane Fläche von etwa 2.945 Quadratmetern erweitern. Somit sollen die Annahmebedingungen verbessert und mit einer Schadstoffannahme ein bürgerfreundlicher Betrieb auf diesem Wertstoffhof eingerichtet werden. 2022 soll die Planung abgeschlossen werden und der Bau beginnen.