Zwischenbilanz zum Masterplan 100 % Klimaschutz
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Magdeburgs Masterplan 100 % Klimaschutz: Zwischenbilanz

Die Stadtverwaltung und die Kommunalpolitik nehmen sich des Themas Klimaschutz seit vielen Jahren an. Mit einer Information an den Stadtrat wird nun Zwischenbilanz gezogen. Mit zahlreichen Veranstaltungen geht es im Herbst 2021 rund um Nachhaltigkeit, Klimawandel und gesellschaftliches Engagement. Das Angebot ist vielfältig.

Globale Katastrophe-Erderwärmung © Kwest - Fotolia
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© Kwest - Fotolia

Vom 16. bis 22. September findet die Europäische Mobilitätswoche statt. Die Landeshauptstadt Magdeburg ist eine von 108 teilnehmenden Kommunen in Deutschland. Auf EuropeanMobilityWeek - Magdeburg ist das geplante Programm zu finden. Dazu zählen unter anderem eine Fahrraddemo, Straßenfeste und Spaziergänge durch Magdeburg. Die europäische Mobilitätswoche soll dazu beitragen Menschen zu sensibilisieren, aber auch Freude an Fortbewegung und Vorzüge einzelner Fortbewegungsmittel zu zeigen.

Zu den weiteren Veranstaltungen im Herbst zählen unter anderem:

  • Lange Woche der Nachhaltigkeit (17.09. – 08.10.)
  • Gratisflohmarkt (18.09.)
  • Nachhaltigkeitsbörse der Städtischen Volkshochschule Magdeburg (22.09.)
  • Markt zur guten Tat (07.10.)
  • Landschaftstag (30.10.)

Masterplan 100 % Klimaschutz seit drei Jahren

Die Mobilität der Menschen ist ein bekannter Baustein im komplexen Thema Klimaschutz. Seit vielen Jahren nimmt sich die Landeshauptstadt des Klimas an. Im Januar 2018 beschloss der Stadtrat den Masterplan 100 % Klimaschutz. Mit dessen Hilfe sollen in Magdeburg 95 Prozent der Treibhausgasemissionen und 50 Prozent des Energieverbrauchs im Vergleich zum Jahr 1990 eingespart werden. Ursprünglich sollte dieses Ziel erst 2050 erreicht werden. Im September 2019 betonte der Stadtrat aber die Dringlichkeit des Klimaschutzes mit der Deklaration „Klimaschutz umsetzen – Klimakrise bewältigen!“ und verschärfte das Ziel. Bis 2035 soll die Stadt nun CO2-Neutralität erreichen.

Neben der Mobilität wurden fünf weitere Handlungsfelder identifiziert. Ermittelt wurden Einsparpotentiale in den Handlungsfeldern

  • Energiesysteme und Stromnutzung,
  • Gebäude,
  • Wirtschaft,
  • klimaverträglicher Alltag,
  • regionaler Klimaschutz
  • und Mobilität.

60 Maßnahmen zur Umsetzung wurden formuliert. Über den aktuellen Stand der Umsetzung jeder einzelnen Maßnahme wird der Stadtrat seit dem Beschluss 2018 jährlich informiert. Der aktuelle Bericht fasst die Entwicklungen des Jahres 2020 zusammen und liegt in digitaler Form öffentlich zugänglich im Bürgerinfoportal der Landeshauptstadt Magdeburg vor.

Umsetzung: Verwaltung UND Kooperation vieler Akteur*innen

Jedoch unterliegen viele Maßnahmen keiner direkten Einflussnahme der Stadtverwaltung. Eine Kooperation mit einer Vielzahl motivierter Akteur*innen ist die Grundlage für die Umsetzung. Beispielhaft seien hier die Maßnahmen zum Energiemanagement in Unternehmen, dem betrieblichen Mobilitätsmanagement oder der CO2-Kompensation von Dienstreisen genannt. Die Landeshauptstadt kann hingegen die Radverkehrsinfrastruktur beeinflussen, den ÖPNV fördern sowie das eigene, kommunale Energiemanagement vorantreiben.

Nur durch gesamtstädtische Zusammenarbeit kann das Ziel erreicht werden. Um eine Übersicht der Aktivitäten für den Stadtrat abbilden zu können, werden jährlich aktive Organisationen kontaktiert und zu ihren Aktivitäten befragt. Im Jahr 2020 waren dies insgesamt 79 verschiedene Organisationen. Erstmals wurde auch eine eigene Einschätzung der Aktivitäten innerhalb der Maßnahmen erbeten. Und im vergangenen Jahr konnten auch Fortschritte verzeichnet werden.

Erfolgsbeispiele aus Magdeburg

Die Städtischen Werke Magdeburg gaben an, im Neubau „Blauer Bock“ ein Pilotprojekt zur Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung umgesetzt zu haben. Eine Anlage dieser Art gab es in Magdeburg bisher nicht. Eine erfolgreiche Energieeinsparung kann bei weiteren Unternehmen das notwendige Interesse wecken, selbst auch für den Klimaschutz aktiv zu werden.

Die Nutzung von Fernwärme kann gegenüber Öl- oder Gasheizung zum Klimaschutz beitragen. In diesem Punkt waren sowohl private Akteur*innen als auch die Stadt 2020 aktiv. Die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Wobau führte 2019 begonnene Arbeiten, um die Hermann-Beims-Siedlung an das Fernwärmenetz anzuschließen, fort.

Weiterhin stellte das Stadtplanungsamt der Landeshauptstadt 2020 das integrierte Stadtentwicklungskonzept ISEK 2030+ fertig. Auch ein Gebäudegrünkonzept liegt inzwischen vor und befindet sich in der Beratung des Ausschusses für Umwelt und Energie. Beides soll zur klimaverträglichen Stadtentwicklung beitragen.

Klimaschutz: Alle Bürger*innen sind gefordert

Es bedarf zweifelsfrei noch großer Anstrengungen, um das Ziel beim Ausstoß von Kohlenstoffdioxid eine Neutralität zu erreichen. Grundvorrausetzung für eine positive Entwicklung ist die Akzeptanz bei den Menschen, Unternehmen und der Stadt. Bei allen Entscheidungen muss die Auswirkung auf das Klima als gewichtiger Punkt berücksichtigt werden. Nicht nur von der Stadt, den Akteur*innen im Masterplan oder großen Unternehmen – alle Bürger*innen können mit ihrem Handeln zur Einsparung bei der Kohlenstoffdioxidproduktion beitragen. Denn eine Kommune wird letztlich durch alle in ihr und für sie Aktiven gestaltet und lebenswert gehalten.