600. Stolperstein in Magdeburg gesetzt
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600. Stolperstein in Magdeburg gesetzt

Zum 32. Mal sind in der Landeshauptstadt Stolpersteine zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus gesetzt worden. Im Beisein von Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper wurde am 11. November der 600. Stolperstein verlegt. Weitere Stolpersteine werden am 24. November gesetzt. Damit wird die Gesamtzahl der Erinnerungsmale im Stadtgebiet auf 633 Stolpersteine steigen.

Mit der Verlegung des 600. Stolpersteines wird an Hermann Goldschmidt und dessen Ehefrau Grete (geb. Traube) erinnert. Die aus Polen stammenden Kaufleute zogen 1921 nach Magdeburg und eröffneten zwei Geschäfte für Herrenmode. Das jüdische Ehepaar wohnte in der Wittenberger Straße 28 und wurde am 25. November 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo beide 1943 ermordet wurden. Die Stolpersteine im Gedenken an das Ehepaar Goldschmidt werden durch Die Stadtfelder Wohnungsgenossenschaft eG finanziert.

Bei der Verlegung am 11. und 24. November wird im Rahmen kleiner Gedenkzeremonien unter Federführung des Arbeitskreises Stolpersteine an verschleppte und ermordete Magdeburger*innen erinnert. Gedenkblätter, die das Leben der einzelnen Personen und Familien reflektieren, erzählen von den schweren Schicksalen der Opfer. Diese Angaben wurden in oft mühevoller und kleinteiliger Arbeit recherchiert und zusammengetragen.

Gerhard und Waltraud Zachhuber bei der 32. Stolpersteinverlegung in Magdeburg
Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Trümper und Raimund Dehmlow
Künstler Gunter Demnig setzt den 600. Stolperstein in Magdeburg
Magdeburgs Oberbürgermeister Dr. Trümper und Susanne Schweidler vom Kulturbüro
Mit der 32. Stolpersteinverlegung vom 11. November wird an folgende Personen und Familien erinnert:
  • die Ehepaare Goldschmidt und Heinemann – Wittenberger Straße 28

  • Familie Weinblum – Gustav-Adolf-Straße 29

  • Familie Joffe aus der Circusfamilie Blumenfeld – Walther-Rathenau-Straße; Tunnelausgang Ostseite

  • Teofila Händler – östlich der Peterstraße 1 am Gehweg zur Jakobstraße

  • Familie Sachsenberg – Große Steinernetischstraße 17

  • Familie Esterzon – nahe der Erzbergerstraße 18

  • Familie Schreier – Erzbergerstraße 10

  • Georg Kornblum und Luzie Mendelsohn – Kantstraße 6, Westeingang City-Carré

  • Ehepaar Hoffmann – nahe Ulrichplatz 10

  • Willy Sonnenfeld – Ost-Seite vom Allee-Centers, Richtung Prämonstratenserberg

  • Familie Koch –  nahe Grusonstraße 8

  • Hildegard Simon – Gerhart-Hauptmann-Straße 40; gegenüber Universitätsfrauenklinik
Folgende Stolpersteine werden am 24. November verlegt:
  • 15.00 Uhr
    • Rudolf Strutz – Dorotheenstraße 16

  • 15.30 Uhr
    • Kurt Lorenz – Leipziger Straße 67

  • 16.00 Uhr
    • Paul Fitzner – Große Diesdorfer Straße 13

Mit der Verlegung der neuen Stolpersteine steigt die Gesamtzahl dieser Erinnerungsmale im Stadtgebiet auf 633 Stolpersteine an verschiedenen Orten.

Hintergrund zu den Stolpersteinen:

In die Messingoberfläche der Stolpersteine sind die Namen und biografischen Daten der Opfer, der Zeitpunkt der Deportation und der Deportationsort eingraviert. Seit 1997 setzt der Künstler Gunter Demnig diese zehn Zentimeter großen Betonquader mit eingelassener Messingplatte in den Boden vor ehemalige Wohnhäuser und Wirkungsstätten von Opfern des Nationalsozialismus. Finanziert werden die Erinnerungsmale ausschließlich durch Spenden.

Ein Stein kostet 120 Euro. Hinzu kommen 25 Euro für die Dokumentation in einem Magdeburger Gedenkbuch, das möglichst viele Angaben über Leben und Schicksal der ermordeten Menschen aufnimmt. Das Buch wird zusammengetragen von Vereinen, Initiativen, Schulklassen sowie Einzelpersonen und widmet sich der Spurensuche nach dem Lebensweg der Ermordeten.

Die Landeshauptstadt Magdeburg und der Arbeitskreis Stolpersteine dankt allen Spender*innen für die Unterstützung. Spenden für künftige Verlegungen von Stolpersteinen können auf folgendes Konto überwiesen bzw. eingezahlt werden:

Landeshauptstadt Magdeburg
IBAN: DE02 8105 3272 0014 0001 01
BIC: NOLADE21MDG
Verwendungszweck: 3799 4311/ Stolpersteine.

Für Fragen und weitere Informationen zu den Stolpersteinen stehen die Mitarbeitenden des Kulturbüros der Stadtverwaltung unter der Rufnummer 0391 540 2134 zur Verfügung.