Gang des Magdeburger Rechts: Empfang am Rathaus
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Gang des Magdeburger Rechts: Empfang am Rathaus

Über 200 Grundschulkinder, mit Wappen und Trachten aus Zeiten und Regionen des Magdeburger Rechts, sind von Oberbürgermeisterin Simone Borris vor dem Alten Rathaus empfangen worden. Der Festumzug am 20. September 2022 führte bereits das 10. Mal durch die Stadt – das 1.000ste Kind öffnete symbolisch das Hauptportal ins Rathaus.

Festumzug „Gang des Magdeburger Rechts“

Der Festumzug „Gang des Magdeburger Rechts“ fand bereits zum 10. Mal statt. Grundschulschulkinder erhalten mit dem Festumzug die Möglichkeit, direkt im Alten Rathaus alles über das Magdeburger Recht zu erfahren. Im Rathaus angekommen, gab es für die Kinder thematische Workshops. Beteiligt waren die Grundschulen in der Bertholt-Brecht-Straße, in Rothensee, in der Hegelstraße und in Westerhüsen.

Der Festumzug ist ein wesentliches Element des kulturellen Bildungsprojektes. Dabei werden Kinder ausgewählter Grundschulen in historische Situationen versetzt. Sie erleben auf künstlerisch-spielerische Weise ihre Heimatgeschichte rund um das Magdeburger Recht und stärken gleichzeitig ihre Konfliktfähigkeitskompetenz.

Eine Besonderheit des 10. Festumzuges am 20. September 2022 war das 1.000ste teilnehmende Kind bei dieser Veranstaltung. Frieda Thietz erhielt dafür ein kleines Präsent und durfte gemeinsam mit Oberbürgermeisterin Simone Borris das Hauptportal des Alten Rathauses öffnen.

Simone Borris, Karolin Braunsberger-Reinhold und Frieda Thietz
Simone Borris und Frieda Tietz öffnen die Hauptpforte des Rathauses Magdeburg
Oberbürgermeisterin Simone Borris betritt gemeinsam mit Kindern das Alte Rathaus
Magdeburgs Stadtratsvorsitzender Dr. Pott mit Medaillen des Magdeburger Rechts
Otto von Guericke übergibt Medaillen an Kinder im Ratssaal Magdeburg

„Medaille des Magdeburger Rechts“ für die Kinder

Der Festumzug war für die Kinder ein Abschluss und Höhepunkt dieses besonderen Schulprojekts. Am Weltkindertag der Vereinten Nationen, der jährlich am 20. September begangen wird, zogen sie vom Justizministerium am Domplatz in Richtung Altes Rathaus.

Die Kinder waren dabei teilweise in originalhistorisch nachempfundenen Kostümen gekleidet. Die Gewänder repräsentierten über 1.000 Städte verschiedenster Länder Europas, die im Mittelalter das Magdeburger Recht als Rechtsprechung übernahmen.

Den Kindern wird somit die europäische Bedeutung des Magdeburger Rechts verdeutlicht. Für ihre Teilnahme und die erworbenen Kenntnisse über die mittelalterliche Stadtverfassung der Landeshauptstadt erhielten die Kinder als Zertifikat die „Medaille des Magdeburger Rechts“. Diese wurde durch den Stadtratsvorsitzenden Dr. Alexander Pott sowie durch Stadtratsmitglieder überreicht.

Magdeburger Recht – Fester Bestandteil im Lehrplan

Mit dem Änderungsantrag zum Haushaltplan 2021 vom 7. Dezember 2020 wurde im Stadtrat beschlossen, das kulturelle Projekt „Wir knüpfen Euch ein freundschaftliches Band mit dem Magdeburger Recht“ finanziell vom Kulturdezernat zu unterstützen. Damit wurden unter anderem die Münzen bzw. Medaillen und die Trachtenkostüme finanziert.

Ziel ist eine feste Verankerung des Themas „Magdeburger Recht“ im Lehrplan der dritten Klassen. Mit Hilfe des Bildungsministeriums, der Jugendstiftung der Sparkasse MagdeBURG und des Stadtrates möchte der Offene Türen e.V. weitere Projekte dieser Art finanzieren und realisieren.

Hintergrund zum Magdeburger Recht

Das Magdeburger Recht war ein Schöffenrecht, das vom Magdeburger Schöffenstuhl gestaltet wurde. Durch diese Rechtsprechung blieb es elastisch und flexibel, denn die Fragen des Alltags konnten die Magdeburger Schöffen durch ihre langjährige Praxis lebensnah entscheiden.

Der Schöffenstuhl verlor aber seine Bedeutung, nachdem sich Magdeburg der Reformation angeschlossen hatte. Die katholischen Fürsten untersagten danach den Städten ihrer Territorien, sich weiterhin an den Schöffenstuhl der nunmehr protestantischen Stadt Magdeburg zu wenden. Die Bedeutung des Schöffenstuhls endete gänzlich, als ein Stadtbrand ausbrach, verursacht durch die Besetzung Magdeburgs mit kaiserlichen Truppen unter Tilly 1631. Dabei ging das gesamte Archivmaterial verloren, und nur ein kleiner Teil des Materials, das von den früheren Empfängerstädten der Schöffensprüche gesammelt wurde, ist heutzutage im Magdeburger Stadtarchiv zu finden.