Von der Gutenberg-Presse zum 3D-Drucker
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Bibliothekspreis: Von der Gutenberg-Presse zum 3D-Drucker

Eine nachgebaute Gutenberg-Druckerpresse gibt es in der Stadtbibliothek bereits länger – Nun wird auch der gestiegenen Nachfrage an Mitmachangeboten gerecht: Computer-Arbeitspulte und ein 3D-Drucker verknüpfen analoge und digitale Techniken sowie Altbewährtes mit Innovativem. Für dieses Projekt ist die Stadtbibliothek am 19. Juli mit dem Bibliothekspreis des Landes Sachsen-Anhalt ausgezeichnet worden.

MINT und Making sind zwei Schlagworte, die in den letzten Jahren immer wichtiger für die Bibliothekslandschaft wurden: Zum einen werden in Beruf und Alltag die Kompetenzen der so genannten MINT-Fächer in einer von schnellen neuen Entwicklungen geprägten Welt immer wichtiger und zum anderen erfährt – auch unter dem Nachhaltigkeitsaspekt - Selbstgemachtes gerade wieder eine höhere Wertschätzung.

Für die Stadtbibliothek, als Treffpunkt der Generationen, ergibt sich mit dem neuen Projekt die perfekte Verknüpfung von Historischem zur Moderne. Der 3D-Drucker stellt gewissermaßen das derzeitige Ende des Drucktechnik-Zeitstrahls dar.

Das Projekt der Stadtbibliothek Magdeburg erhielt den Bibliothekspreis des Landes Sachsen-Anhalt. Es ist ein Förderpreis in Höhe von 5.000 Euro, der alle zwei Jahre durch eine Jury vergeben wird. Die geplanten neuen bzw. erweiterten Projekt-Angebote zum Thema Drucken lassen sich als Zeitreise gliedern und können als Projekttag oder Einzelangebote gebucht werden:

  1. Druckerpresse

    Teilnehmende erhalten einen Einblick in die Geschichte des Buchdrucks und des Druckerhandwerks, sehen Druckbeispiele und eine Ausstellung historischer Werke. Anschließend können sie selbst an der Druckerpresse tätig werden und lernen die unterschiedlichen Arbeitsschritte kennen, die bis zum fertigen Druckerzeugnis anfallen. Der von Gutenberg entwickelte Druck mit beweglichen Lettern ermöglicht den Druck eines bereits vorgefertigten Titelblatts. Die Anschaffung eines Setzkastens mit Lettern ermöglicht in naher Zukunft auch das Drucken eigener Kreationen.

  2. Schneideplotter

    Schneideplotter sind häufig Teil eines Makerspace, da sie relativ einfach in der Bedienung sind und schnell Ergebnisse hervorbringen. Ein Makerspace ist eine offene Werkstatt für Jeden mit dem Ziel, Zugang zu modernen Fertigungsverfahren für Einzelstücke zu ermöglichen. Mithilfe einer Plotter-Software werden Motive auf verschiedene Untergründe (Klebefolie, Filz, Moosgummi) aufgebracht und können dann weiterverarbeitet (z.B. aufgebügelt) werden. Möglich sind hier unter anderem Workshops für T-Shirt- oder Taschendruck. Die Teilnehmenden haben die Möglichkeit, ein vorgefertigtes Motiv zu drucken oder selbst am Computer zu gestalten. Dank des Bibliothekspreises steht die Anschaffung eines stabileren Schneidplotters samt dazugehöriger Materialien in den Startlöchern.

  3. 3-D-Drucker und Edu-Lizenz von Tinkertoys

    Mit einer intuitiven Konstruktionssoftware können Kinder eigene Spielzeuge am Computer entwickeln und dann mit dem 3D-Drucker zum Leben erwecken. Für Schulklassen und andere Gruppen gibt es Workshops, in denen die Software kennengelernt und dreidimensionale Modelle selbst konstruiert werden. Außerdem wird die Funktionsweise eines 3D-Druckers erklärt.
Maik Hattenhorst vor dem Nachbau der Gutenberg-Druckerpresse