Europäischer Besuch in der Festung Magdeburg
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Europäischer Besuch in der Festung Magdeburg

Im Projekt Recapture the Fortress Cities (RFC) sind zwei wichtige Projekthöhepunkte gefeiert worden: Zum einen haben europäische Partner*innen Magdeburg am 9. März besucht, zum anderen trafen sich regionale Akteur*innen aus dem Bereich der Festung Magdeburg am 18. März. Beide Events wurden online veranstaltet. Die virtuelle Reise nach Magdeburg vermittelte einen Eindruck von den Festungsanlagen und die damit verbundenen Projekte. Durch eine rege Beteiligung wurden die Stadt und ihre Festungsschätze in ihrer Vielfalt präsentiert.

Rückblick des virtuellen Besuches der Festung Magdeburg

Den virtuellen Studienbesucher*innen wurden am 9. März einige ausgewählte Projekte aus dem Bereich der Magdeburger Festung vorgestellt. So erläuterte Christian Szibor die Entwicklung der Festung Mark zu einem der beliebtesten Magdeburger Veranstaltungszentren. Anschließend wurde der Sanierungsverein „Ravelin 2“ e.V. von Josephine Kroneberg als ein erfolgreiches Beispiel ehrenamtlicher Bürgerbeteiligung mit Nutzung für lebendige Geschichte und Festungstourismus präsentiert.

Hans Schinlauer (META architektur GmbH) vermittelte besondere Projektrealisierungen aus Sicht eines Architekturbüros mit einem Einblick in die Projektumsetzung des Restaurants „Culinaria“ am und im Alten Leipziger Eisenbahntor an der Elbe. Um Denkmalpflege, Stadtentwicklung und Tourismus im Kontext des Magdeburger Festungserbes ging es bei Sabine Ullrich vom Verein „Freunde der Festung Magdeburg e.V.

Erste Ideen für den Aktionsplan

Die bereits gesammelten ersten Ideen für den Aktionsplan, der ein wichtiges Ergebnis des RFC-Projektes sein wird, wurden vorgetragen. Zentrale Projekte sind unter anderem:

  • die Einbeziehung der Festungsanlagen in das städtische Grünsystem und in das gemeinsame Tourismusleitsystem der Stadt,
  • die weitere Erschließung und Nutzung des Potentials noch unzureichend oder nicht genutzter Festungsteile,
  • die gemeinsame Vermarktung der Festungsprojekte sowie
  • die Weiterentwicklung regionaler und internationaler Netzwerke.

Bei den europäischen Partner*innen stieß das vielseitige Angebot der Magdeburger Festungslandschaft auf großes Interesse und mündete in eine lebendige Diskussion. Die momentan fehlende Möglichkeit eines persönlichen Besuches dieser Orte wurde sehr bedauert. Die Hoffnung ist groß, ein tatsächliches Treffen in Magdeburg, bald möglichst nachzuholen.

"Altes Leipziger Eisenbahntor" - Festungsreste in Magdeburg
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© Rüdiger Stefanek
Der Stadtturm Fürstenwall mit dem Magdeburger Dom im Hintergrund
Teilsanierte Magdeburger Festungsanlage Ravelin 2
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© Sanierungsverein "Ravelin 2" e. V.

Rückblick auf das regionale Treffen vom 18. März

Zum regionalen Treffen des RFC-Projektes hatte die Landeshauptstadt am 18. März eingeladen. Die virtuelle Zusammenkunft sollte alle Beteiligten auf den aktuellen Stand des Projektes bringen und für einen Austausch über die Ideen für den Aktionsplan sorgen. Die Teilnehmenden waren sich einig, dass die Einbeziehung der Festungsorte in das geplante einheitliche Tourismusleitsystem ein erster wichtiger Schritt sein muss. So sollen alle bereits erlebbaren Orte mit Infotafeln ausgestattet werden.

Die virtuelle Wiederauferstehung der Zitadelle

Ein zweiter Schritt ist die virtuelle Aufbereitung des Festungserbes. Hier wurde bereits in mehreren Projekten gute Vorarbeit geleistet, die nun weiterentwickelt werden sollte. Die Möglichkeit der „virtuellen Wiederauferstehung“ bereits verloren gegangener Festungsarchitektur wie der Zitadelle weckte hohes Interesse. In künftigen Treffen wird über weitere konkrete Ideen, wie den äußeren Festungsgrünring, für den Aktionsplan diskutiert. Dieser soll vom Magdeburger Stadtrat zur Umsetzung beschlossen werden. Auch die Produktion einer Kurzdokumentation oder eines Imagefilms über die Magdeburger Festungsprojekte ist geplant.

Über das Projekt „Recapture the Fortress Cities“

Die Stadt Magdeburg musste einen großen Teil ihrer historischen Bausubstanz in zwei verheerenden Kriegen einbüßen. Mit den Resten der altstädtischen und preußischen Festungsanlagen verfügt sie jedoch noch über beeindruckende steinerne Zeugen vergangener Zeiten. Ein Teil davon wurde bereits verschiedenen Nutzungen zugeführt. Seit 2019 ist die Landeshauptstadt gemeinsam mit Regionen in Tschechien, Belgien, Spanien, Rumänien, der Slowakei und Griechenland Partner im Interreg-Europe-Projekt „Recapture the Fortress Cities“ (Rückeroberung der Festungsstädte; kurz: RFC). In diesem grenzüberschreitenden Austausch geht es um die nachhaltige Revitalisierung von Festungsbaudenkmalen durch eine Verbesserung der Koexistenz von Festungsstädten und benachbarten Forts in Stadtregionen.