Johanniskirche: Letztes der 14 Fenster im gotischen Stil
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Johanniskirche: Letztes der 14 Fenster im gotischen Stil

Die Magdeburger Johanniskirche hat am 20. Juli das letzte Fenster des Dresdener Künstlers Prof. Max Uhlig geliefert bekommen. Dieses wird nun auf der Nordseite des historischen Gebäudes von Fachkräften installiert. Die Montage wird voraussichtlich bis 23. Juli dauern. Damit ist die künstlerische Gestaltung aller über 12 Meter hohen Fenster des Kirchenschiffes abgeschlossen.

Einbau des letzten handgestalteten Max-Uhlig-Fensters

Zwischen 2014 und 2017 wurden bereits 13 Fenster aus mundgeblasenem Glas in die Magdeburger Johanniskirche eingebaut. Sechs der bunten Fenster zeigen eine abstrahierte farbige Landschaft, sieben haben Weinstockmotive als Grisaillen (monochromatische Glasmalerei) im Chor. In der monochromatischen Glasmalerei wird mit einer Farbe als Grundton gearbeitet und durch verschiedene Nuancen der gleichen Farbe gestaltet. Anders als bei vergleichbaren Werken erfolgte die Glasmalerei direkt aus der Hand des Künstlers Max Uhlig.

Zwischen dem 20. und 23. Juli wird das letzte Fenster auf der Nordseite der ehemaligen Pfarrkirche installiert. Dieses wurde durch zahlreiche Spenden der Magdeburger Bevölkerung sowie der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Stadtsparkasse Magdeburg finanziert, die seit 2017 gesammelt wurden. Durch diese konnte ein Fördermittelantrag gestellt und bewilligt werden. Die Kosten des gesamten Projektes von 1,3 Millionen Euro sind ausschließlich über Spenden (fast 530.000 Euro) und Fördermittel (über 800.000 Euro) finanziert worden.

Buntes Fenster der Johanniskirche durch Max Uhlig gestaltet
Monochromatisch gestaltetes Max-Uhlig-Fenster in der Johanniskirche Magdeburg
Arbeiter befördern einen Teil der monochromatischen Bleiverglasung nach oben
5 abstrakt-bunte Uhlig-Fenster der Johanniskirche Magdeburg

Festakt zur Einweihung geplant

Am 16. September 2020 ist in der Johanniskirche ein Festakt zur Einweihung der Fenster geplant.

„Die Entscheidung, die Veranstaltung trotz umfangreicher Corona-Schutzmaßnahmen stattfinden zu lassen, fiel uns nicht leicht“, erklärte Dr. Dieter Scheidemann, Vorsitzender des Kuratoriums für den Wiederaufbau der Johanniskirche. „Nicht nur das Kunstprojekt, sondern auch der gesamte Wiederaufbau der Johanniskirche ist ein Werk von unzählbar vielen Menschen, die daran beteiligt waren. Die Corona-Schutzmaßnahmen zwingen uns nun, die feierliche Einweihung in kleinem Rahmen zu begehen.“

Zu dieser ist neben Staatsminister Rainer Robra auch der Künstler selbst, Prof. Max Uhlig, geladen. Bei der Veranstaltung wird die projektbegleitende Filmdokumentation „Licht und Schatten – Max Uhligs Fenster der Johanniskirche zu Magdeburg“ von Natascha Pflaumbaum gezeigt. Um möglichst viele Menschen an dem Festakt am 16. September teilhaben zu lassen, plant das Kuratorium diesen auch ab 15:00 Uhr live im Internet zu übertragen.

Um die Veranstaltung in der Johanniskirche organisieren zu können, bittet das Kuratorium für den Wiederaufbau der Johanniskirche weiterhin um Spenden. Diese können an das folgende Konto gerichtet werden:

Spendenkonto

Bank: Stadtsparkasse Magdeburg
Empfänger: Landeshauptstadt Magdeburg
IBAN: DE02 8105 3272 0014 0001 01
BIC: NOLADE21MDG
Verwendungszweck: Johanniskirche

Mehr über das Projekt Max Uhlig Fenster für die Johanniskirche.

Künstlerisch einzigartiger Abschluss des Wiederaufbaus

Das Kuratorium setzt sich seit 1990 für den Wiederaufbau der Johanniskirche in Magdeburg ein, die die Zeit zwischen 1945 und 1990 als Ruine überdauert hat. Die künstlerisch gestaltete Verglasung der großen gotischen Fenster der Johanniskirche schließen die Wiedererrichtung ab. Uhligs Werke werden von innen vor die bereits vorhandenen Fenster gesetzt und erfahren so Schutz vor Witterungseinflüssen und Verunreinigung.

Der Entwurf für die Fenster der Johanniskirche basiert auf zwei für den Motivkreis des Künstlers Max Uhlig grundlegenden Themen: Vegetation und Landschaft. Dies erscheint in stark abstrahierter Form in den Fenstern des Chors und der Südseite. Die Fensterentwürfe für die Johanniskirche gehören zu den größten Vorhaben dieser Art in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Umsetzung der malerischen Werte auf das Glas, wie Eigenheiten der Strichführung des Pinsels oder Farbwirkung, setzt hohes technisches Können voraus.

Über den Künstler Max Uhlig

Die Werke des 1932 in Dresden geborenen Max Uhlig sind in zahlreichen Sammlungen und Museen in Deutschland und der Welt vertreten. Für sein künstlerisches Schaffen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen und Preise. Stilistisch gilt er als unangepasst, unterwirft sich keinem Trend und hat durch seine Kompromisslosigkeit einen unverwechselbaren Stil entwickelt.

Nach einer Lehre als Schriftzeichner studierte er an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden und war anschließend Meisterschüler an der Deutschen Akademie der Künste in Berlin. Nach seinen weltweiten freischaffenden Tätigkeiten trat er 1995 eine Professur an der Hochschule für Bildende Künste in Dresden an, die er bis 2002 beibehielt.

Uhlig erhielt zahlreiche Preise, unter anderem einen Preis bei der Sixth British International Print Biennale in Bradford, den „Käthe-Kollwitz-Preis“ der Akademie der Künste Berlin und 1998 den Verdienstorden des Freistaates Sachsen.

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