Ordnungsamt-Bilanz: Zahl geahndeter Verstöße steigt
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Ordnungsamt-Bilanz: Zahl geahndeter Verstöße steigt weiter

2019 haben die Dienstkräfte des Magdeburger Ordnungsamtes fast 145.000 Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung festgestellt. Damit hat sich die Zahl der Vergehen seit 2017 kontinuierlich erhöht – um mehr als 26.000 Delikte. Besonders häufig wurden Verwarngelder für das Parken ohne Parkschein ausgestellt. Insgesamt beliefen sich die Einnahmen der Landeshauptstadt im Bereich der Verkehrsüberwachung auf fast 2,5 Millionen Euro. Das sind rund 174.000 Euro mehr als 2018.

Einsatzfahrzeug des Ordnungsamtes © animaflora / Fotolia
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© animaflora / Fotolia

Vergleich zu 2017: 38 Prozent mehr Tempoverstöße

Knapp 37.000 Verstöße hat die Stadtverwaltung 2019 allein für das Parken ohne Parkschein erfasst. Die Anzahl der Bescheide gegenüber 2018 scheint mit einem Anstieg von 3 Prozent zwar verhältnismäßig klein, ist gegenüber 2017 mit 7.252 Verstößen bzw. 24 Prozent Steigung aber deutlich erhöht.

Ähnlich sieht es auch bei der Anzahl der Verwarn- und Bußgelder für zu schnelles Fahren aus: Fällt die Steigung von 2018 (54.437 Verstöße) auf 2019 um 1.743 und entsprechend 3 Prozent moderat aus, ist der Anstieg im Vergleich zu 2017 (40.646 Verstöße) mit 38 Prozent doch sehr deutlich und fast verdoppelt.

Die Anzahl der Abschleppvorgänge hatte sich im Jahr 2018 noch leicht verringert, mit 28 Prozent, also fast einem Drittel (von 293 auf 376) ist hier ein merklicher Anstieg zu verzeichnen. Die häufigsten Abschleppgründe waren dabei das Parken auf Behinderten- und Elektroparkplätzen sowie im Absoluten Haltverbot. In den Stadtteilen

  • Altstadt,
  • Stadtfeld Ost,
  • Sudenburg,
  • Neue Neustadt und
  • Cracau

wurde häufig abgeschleppt. Die Top Drei waren dabei die Straßen Breiter Weg (Lieferzone), Ernst-Reuter-Allee (Elektroparkplatz) und Jakobstraße (Behindertenparkplatz während des Weihnachtsmarkts).

Detaillierte Aufschlüsselung der Verkehrsüberwachung zwischen 2017 und 2019

E-Bike-Staffel seit Mai 2019 zur Verkehrsüberwachung

Seit Mai 2019 hat das Ordnungsamt eine „E-Bike-Staffel“ im Einsatz, in der fünf Mitarbeitende unterwegs sind, denen abwechselnd zwei Elektro-Fahrräder zur Verfügung stehen. Diese hat in knapp neun Monaten bei einer Einsatzzeit von 4 bis 8 Stunden an zwei bis drei Tagen in der Woche 983 Verstöße festgestellt. Davon entfallen allerdings lediglich 18 Missachtungen auf Radwegen – obwohl diese von der Elektrofahrrad-Staffel schwerpunktmäßig befahren wurden.

Zum Artikel Ordnungsamt Magdeburg: Neue E-Bike-Staffel im Einsatz

Dieses Ergebnis steht im Widerspruch der öffentlichen Wahrnehmung, dass Fahrradstreifen sehr oft durch falsch parkende Autos behindert würden. Dementsprechend hat das Ordnungsamt der Landeshauptstadt den Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) um eine gemeinsame Auswertung der Ergebnisse gebeten, um die zukünftige Vorgehensweise abzustimmen. Eine Reaktion des ADFC blieb jedoch trotz mehrmaliger Nachfrage bislang aus.

Die E-Bike-Staffel wird nun zum 1. April 2020 in Kooperation mit dem Polizeirevier in die neue Stadtwache integriert und soll sich unter anderem mit den Schwerpunktaufgaben „Fahrrad und Radwege“ sowie „Elektromobilität“ befassen.