Erfolgreiche Sanierung: 8 Meter Sichttiefe am Barleber See
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Erfolgreiche Sanierung: 8 Meter Sichttiefe am Barleber See

Am 14. Oktober sind die Hauptarbeiten der Restaurierung des Barleber Sees beendet worden. Zur offiziellen Freigabe hatte Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper die beteiligten Fachfirmen und Anrainer des Gewässers eingeladen. SCM-Schwimmer Rob Muffels drehte in Begleitung weiterer mutiger Schwimmer passend zu diesem Anlass einige Runden im See.

8 Meter Sichttiefe, keine Blaualgen erkennbar

Der Erfolg der Restaurierung des Barleber Sees war bereits vor dem offiziellen Ende der Hauptarbeiten deutlich sichtbar. Das Einbringen der insgesamt etwa 1.000 Tonnen Polyaluminiumchlorid in das Gewässer hat die Sichttiefe auf etwa acht Meter verbessert – es sind keine Blaualgen mehr zu sehen. Das verwendete Polyaluminiumchlorid ist ein Fällmittel, das auch in Trinkwassertalsperren und Kläranlagen eingesetzt wird und über eine Lebensmittelzulassung verfügt. Über die kommenden Wintermonate werden das von der Landeshauptstadt beauftragte Planungsbüro und das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung die Wasserqualität weiter beobachten.

Einsatzboot zur Restaurierung des Barleber Sees
Barleber See nach der Restaurierung
OB Dr. Lutz Trümper mit Stefan Matz, stellv. Leiter des Fachbereiches Schule und Sport (links),
Besucherinnen und Besucher am Barleber See
Infotafeln zur Restaurierung des Barleber Sees

3-monatige Restaurierung

Die Restaurierung und Ausbringung des Polyaluminiumchlorids erfolgte seit 9. Juli von einem Motorboot mit einer Geschwindigkeit von etwa drei bis vier Kilometer pro Stunde. Ein weiteres Boot mit einer deutlich höheren Geschwindigkeit sorgte mit seiner Schraube dafür, dass sich das Mittel im See möglichst optimal verteilt. Dabei wurden große Mengen Phosphor gebunden, welches dann auf den Grund des Sees fiel. Das Verfahren wurde in jüngster Vergangenheit an zahlreichen Seen in Norddeutschland erfolgreich angewendet.

Freiwillige Schwimmer stürzen sich ins kühle Nass.
SCM-Schwimmer Rob Muffels im Barleber See
Freiweillige Schwimmer bei 14 Grad Wassertemperatur im Barleber See
SCM-Schwimmer Rob Muffels (rechts) mit weiteren Schwimmern bei 14 Grad Wassertemperatur im Barleber See
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© Landeshauptstadt Magdeburg
Bootsfahrt auf dem Barleber See

Eines der wichtigsten Naherholungsgebiete in Magdeburg

Der Barleber See ist ein anthropogen angelegtes Gewässer aus den 1930er Jahren. Das heißt, der See wurde durch das Eingreifen von Menschen geschaffen. Er ist rund 102 Hektar groß und hat eine maximale Tiefe von elf Metern bei einer mittleren Tiefe von 6,85 Metern. Bei vollem Wasserstand umfasst das Seebecken ein Volumen von etwa 6,98 Millionen Kubikmetern. Das Gewässer ist der größte Magdeburger See und Teil eines wichtigen urbanen Naherholungsgebiets.

1986 wurden in den Barleber See erstmalig 470 Tonnen Polyaluminiumsulfat eingebracht. Anschließend hatte er etwa 30 Jahre eine sehr gute Wasserqualität, die von hohen Sichttiefen und geringen Nährstoffgehalten geprägt war. Seit 2016 wurde die Qualität jedoch deutlich schlechter. Die Folge waren Sperrungen wegen Blaualgenmassenentwicklungen.

Um eine möglichst umweltgerechte Lösung für den See zu finden, waren Untersuchungen des Fischbestandes, der Mollusken (Muscheln, Schnecken) und des Grundwassers veranlasst worden. Nach der anschließenden Expertenanalyse wurde festgestellt, dass nur mit einer Senkung der Phosphorkonzentration die Wasserqualität im See wieder verbessert werden kann. Im Dezember 2018 hatte der Stadtrat die Restaurierung beschlossen.