Sanierung des Barleber Sees
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Sanierung des Barleber Sees

Bei der Restaurierung des Barleber Sees hat in der zweiten Juliwoche 2019 das Einbringen von Aluminiumsalzen zur Bekämpfung des Blaualgenbefalls begonnen. Alle dafür notwendigen Vorarbeiten sind beendet. Bis Ende Oktober werden an 67 Tagen rund 1000 Tonnen Polyaluminiumchlorid in den See eingebracht. Die Investitionssumme für die Planung, Realisierung und Überwachung beträgt insgesamt 1,2 Mio. Euro, davon sind 310.500 Euro eine Förderung des Landes Sachsen-Anhalt.

Die Ausbringung des Mittels erfolgt von einem Motorboot mit einer Geschwindigkeit von 3 bis 4 km/h. Der See wird dabei in vier Segmente eingeteilt. Pro Tag müssen rund 15 Tonnen Polyaluminiumchlorid eingebracht werden, wobei die Wasserqualität täglich überwacht wird. Die Arbeiten werden vorwiegend in den frühen Morgenstunden und am Vormittag durchgeführt.

Das Verfahren wurde in jüngster Vergangenheit an zahlreichen Seen in Norddeutschland angewendet. Polyaluminiumchlorid ist ein Fällmittel, das auch in Trinkwassertalsperren und Kläranlagen eingesetzt wird und über eine Lebensmittelzulassung verfügt.

Das von der Landeshauptstadt beauftragte Planungsbüro hat bereits mehrere Seen in Deutschland restauriert und einen umfangreichen Erfahrungsschatz. Die ausführende Firma verfügt über die benötigte Spezialtechnik und entsprechende Erfahrungen. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgt durch das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung.

Erste Veränderungen im Seewasser könnten bereits nach vier Wochen sichtbar sein. Während der Arbeiten kommt es zu Nutzungseinschränkungen für Angler, Surfer und Segler, weil das Ausbringungsboot festgelegte Strecken abfahren muss. Badegäste werden gebeten die aktuellen Aushänge, Internetinformationen und Hinweise des Badepersonals zu beachten.

Schwere Geräte werden zur Restaurierung des Sees eingesetzt.
Prof. Dr. Puhle, Beigeordneter für Kultur, Schule und Sport, bei dem Pressegespräch am Barleber See
Prof. Dr. Olaf Mietz vom Institut für angewandte Gewässerökologie zeigt am Versuchsobjekt die Einbringung des Mittels in den See.
Pressetermin am Barleber See wegen der Arbeiten zur Algenbekämpfung
Prof. Dr. Puhle im Gespräch am Barleber See

Hintergrundinformationen zum Barleber See

Der Barleber See ist ein anthropogen angelegtes Gewässer aus den 1930er Jahren. Er ist rund 102 Hektar groß und hat eine maximale Tiefe von 11 Metern bei einer mittleren Tiefe von 6,85 Metern. Bei vollem Wasserstand umfasst das Seebecken ein Volumen von ca. 6,98 Mio. Kubikmetern. Das Gewässer ist der größte Magdeburger See und Teil eines wichtigen urbanen Naherholungsgebiets.

1986 wurden in den Barleber See erstmalig 470 Tonnen Polyaluminiumsulfat eingebracht. Anschließend hatte er etwa 30 Jahre eine sehr gute Wasserqualität, die von hohen Sichttiefen und geringen Nährstoffgehalten geprägt war. Seit 2016 ist die Qualität jedoch deutlich schlechter. Die Folge waren Sperrungen wegen Blaualgenmassenentwicklungen.

Um eine möglichst umweltgerechte Lösung für den See zu finden, waren Untersuchungen des Fischbestandes, der Mollusken (Muscheln, Schnecken) und des Grundwassers veranlasst worden. Nach der anschließenden Expertenanalyse wurde festgestellt, dass nur mit einer Senkung der Phosphorkonzentration die Wasserqualität im See wieder verbessert werden kann. Im Dezember 2018 hat der Stadtrat die Restaurierung beschlossen.