Magdeburg2025 - was ist das eigentlich?
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Magdeburg2025 - Kulturhauptstadt Europas – was ist das eigentlich?

KulturZumFreitag: Magdeburg will 2025 Kulturhauptstadt Europas werden. Hat Magdeburg das Zeug dazu, was gehört alles dazu und was genau bedeutet das?

Es geht nicht darum, wieviel Museen oder Opernhäuser es hier gibt, sondern wie wir mit Kultur die Stadt und Europa lebenswerter machen. Mit der wechselhaften Geschichte und dem unermüdlichen Aufstehen nach großen Schicksalsschlägen hat Magdeburg viel Potenzial.

Kinderbild Magdeburg2025 (c) Matthias Sasse © Matthias Sasse
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© Matthias Sasse

Warum sollte Magdeburg überhaupt…?

Einige Beispiele verdeutlichen die Tragweite des Titels:

  • Mons 2015 (Belgien): jeder investierte Euro brachte der Stadt über 5 Euro Gewinn ein
  • Marseille 2013 (Frankreich): Rekord von 11 Millionen Touristen
  • Liverpool 2008 (England): 10.000 Bürger aller Gesellschaftsschichten für die freiwillige Mitarbeit an den Kulturhauptstadt-Projekten gewonnen

Fast alle ehemaligen Bewerberstädte profitieren noch heute von einem neuen Rollenverständnis der Kultur, modernen Kulturzentren, innovativen Baumaßnahmen, dauerhaften Projekten, einem sozialen Wandel und einem erstarkten Selbstbewusstsein. 2025 soll für Magdeburgs Gäste sowie Bürgerinnen und Bürgern ein unvergessliches Jahr mit internationalen Höhepunkten sein. Doch es geht vor allem darum zu zeigen, dass wir als Stadt einen Teil Europas kreativer und lebenswerter gestalten können.

Denkfabrik im Wissenschaftshafen (c) Matthias Sasse
Magdeburg 2025 Kulturhauptstadt werden (c) Matthias Sasse
Hafenbecken Wissenschaftshafen (c) Matthias Sasse

Der Bewerbungsprozess

Zwischen dem Entschluss einer Stadt, sich zur Kulturhauptstadt zu bewerben, bis zum eigentlichen Titel vergehen einige Jahre. Der Magdeburger Stadtrat gab bereits 2011 das Startsignal zur Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas. Zu diesem Zeitpunkt war die Planung, dass die nächste erfolgreiche Vergabe zu Gunsten Deutschlands im Jahr 2020 möglich wäre. Die Entscheidung, welches Land in welchem Jahr an der Reihe ist, trifft die Europäische Union. Innerhalb des Landes darf sich jede Stadt um den Titel bewerben. Weitere deutsche Bewerberstädte, außer Magdeburg, sind Chemnitz, Dresden, Hannover, Hildesheim, Nürnberg und Zittau.

Mach doch einfach mal
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© Andrea Jozwiak

Die offizielle Bewerbung

Erst mit dem Einreichen einer Bewerbungsschrift, dem sogenannten Bidbook, wird die Bewerbung offiziell. Dies geschieht im Herbst 2019. 2016 wurden Kulturbeiräte berufen, die erste Analysen des Ist-Zustandes und Zukunftsvisionen der Stadt formulierten. Auf dieser Basis erstellte der neu berufene Leiter des Kulturhauptstadt-Büros, Tamás Szalay, ein Konzept. Mit drei weiteren Mitarbeitern ist es die Aufgabe des Büros, weitere Akteure aus allen Bereichen als Mitstreiter für die Bewerbung zu gewinnen. Dies beginnt bei der Kreativwirtschaft und geht bis hin zu Vereinen der Wissenschaft und mehr. Neben Projektideen, internationalen Kontakten oder auch stadtplanerischen Vorhaben, formulieren alle Beteiligten eine überzeugende Bewerbung. Ideen aus der Bevölkerung sind dabei stets willkommen.

Kinderbild Jahrtausendturm (c) Matthias Sasse
Kinderbild des Jahrtausendturmes im Elbauenpark (c) Matthias Sasse
Kindermalerei zum Thema Kultur (c) Matthias Sasse
Kinder mit Fingermalfarben (c) Matthias Sasse

Kulturhauptstadt werden – aber wie? Die Kriterien

Die kulturellen Muskeln der Stadt spielen lassen und ein paar tolle Projekte aufs Parkett legen reicht nicht. Die Kriterien der Jury lassen sich grob in sechs Bereiche einteilen:

Langfristige Strategie

Die Kulturhauptstadt Europas darf keine Eintagsfliege – oder „Einjahresfliege“ – sein und muss sich in einen größeren strategischen Rahmen einfügen. Wie soll das Kulturprogramm die Verbindungen zum Sozialen und zur Wirtschaft stärken?

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Kulturelles und künstlerisches Programm 2025

Kultur in der Kulturhauptstadt darf und soll weit gefasst sein und kann Urbanität und Natur, Sport und Freizeitkultur, Kulinarik und Mode, Digitales und Analoges, Handwerk und Design und vieles mehr miteinschließen. Es soll nicht einfach nur abgebildet werden, was jetzt oder im nächsten Jahr passiert, sondern was Einwohner und Besucher im Jahr 2025 erleben werden und wo Magdeburg 2030 oder 2035 stehen soll. Die Projekte gehen weit über den Charakter einer Veranstaltung hinaus.

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Europäische Dimension

Hier ist das Verhältnis zwischen den Menschen in der Stadt, in der Region und in Europa gemeint. Die Kulturhauptstadt darf kein lokales Projekt sein, das nur die eine Stadt betrifft. Zur europäischen Dimension gehören Themen, die nicht nur in Magdeburg aktuell, sondern für ein internationales Publikum attraktiv sind. Es gilt, Magdeburg in Europa sichtbar zu machen.

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Bürgerbeteiligung

Die Einbindung der Bürger, in den Bewerbungskriterien auch mit dem Wort „Outreach“ markiert, umfasst die Art und Weise, wie mit den Bürgerinnen und Bürgern kommuniziert und interagiert wird. Wird an alle gedacht und werden alle erreicht? Benachteiligte Zielgruppen und neue Zielgruppen sollen erschlossen werden. Wie werden zum Beispiel Schulen mit einbezogen? Anpacken ja, aber kein blinder Aktionismus: Es gilt, Zielgruppen und Menschen der Stadt bewusst einzubeziehen und künstlerische Unabhängigkeiten zu sichern.

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Management - und - Umsetzungsfähigkeit

Ein Büro mit fünf Mitarbeitern kann diese Mammutaufgabe nicht allein umsetzen. Jede und jeder in irgendeiner Art und Weise an dem Projekt Beteiligte oder Beteiligter ist ein Teilhaber bzw. Stakeholder. In diesen Komplex spielen viele Dinge wie Organisation, Finanzen, Kapazitäten, Risikomanagement und Marketing hinein. Ohne diese Planung kann ein Projekt nicht umgesetzt werden. Zu guter Letzt spielt die politische Unterstützung eine wesentliche Rolle.

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Alle Kriterien musterschülerhaft mit „Ist schon alles da, können wir, machen wir schon“ zu beantworten, genügt nicht. Es geht um Entwicklung, einen selbstkritischen Blick und ein Auge für Verbesserungen.

Bewerbung fertig und dann?

Eine 12-köpfige, unabhängige sowie europäische Expertenjury prüft ab dem 30. September die eingereichten Bidbooks. Im Dezember 2019 folgt dann eine Präsentation aller Bewerberstädte in Berlin. Anschließend wird am 12. Dezember verkündet, welche Kandidaten-Städte es auf die Shortlist schaffen. Diese dürfen dann ihr Konzept konkretisieren und bis 2020 erneut einreichen sowie präsentieren. In der Zwischenzeit werden einige Jury-Mitglieder die Bewerber-Städte besuchen.

Dann wird es spannend: Die Kommission ernennt die Kulturhauptstädte Europas für das Titeljahr 2025. Erhält Magdeburg den Titel, wird das Kulturhauptstadt-Büro in eine unabhängige GmbH umgewandelt. Diese verstärkt die Kraft in der Umsetzung der Langzeitprojekte und bereitet alles für das Kulturhauptstadt-Jahr vor. Auch nach dem Titeljahr bleiben Projekte bestehen oder entwickeln sich weiter. Nachhaltigkeit ist einer der gegenwärtigen Aufgaben des Büros.

Hintergrund KulturZumFreitag

Mit der neuen Serie KulturZumFreitag versuchen die Landeshauptstadt und das Kulturhauptstadt-Büro Magdeburg2025 Magdeburgerinnen und Magdeburger die kulturelle Vielfalt der Stadt näherzubringen. Denn Kultur geschieht auch abseits des Doms oder der Museen – Kultur macht unseren Alltag erst lebenswert – oft unbewusst. Mit dem Bewusstsein unseres kulturellen Schatzes in der Landeshauptstadt wird es Magdeburg auch gelingen, Kulturhauptstadt Europas 2025 zu werden.

Die Stadt Magdeburg unterstützt das Kulturhauptstadtbüro zur Bewerbung Kulturhauptstadt Europas 2025 #magdeburg2025