Telemann blogt über Magdeburg - Beitrag vom 5. September 2017
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Glücksfall: Seltene Handschrift eines Telemannwerkes für Magdeburg

11. Januar 2018 – Das neue Jahr hat begonnen und es scheint, als sei das Telemannfieber in unserer Stadt gesunken. Die zahlreichen bunten Veranstaltungen der Telemania sind vorbei und es kehrt Ruhe ein. Doch nachdem das Telemann2017-Logo kürzlich den German-Design-Award gewonnen hat, steigt das Telemannfieber wieder. Denn Telemannkenner und -freunde sind in heller Aufregung. Die wissenschaftliche Bibliothek des Zentrums für Telemann-Pflege und -Forschung hat eine Handschrift eines Werkes von Georg Philipp Telemann in ihrem Repertoire. Ein Glücksfall für die Telemann-Forschung und natürlich auch für unser Telemannjahr.

Die Handschrift des Telemannwerkes und das Bild von Daniel in der Löwengrube
Die Handschrift des Telemannwerkes und das Bild von Daniel in der Löwengrube

Gespannt stehen zahlreiche Telemannfreunde vor einer der wenigen Handschriften des Komponisten, zu dessen Ehren wir in Magdeburg ein ganzes Jahr feierten. Dahinter hängt ein Bild, auf dem wir einen Mann und zwei Löwen sehen. „Der aus der Löwengrube errettete Daniel“ – Dies ist, durch das Bild verdeutlicht, das Oratorium, das wir vor uns sehen. Die Geschichte um Daniel und die Löwengrube sei in aller Kürze erzählt. Der Israelit Daniel steht in den Diensten des persischen Königs Darius und zieht sich dadurch viele Neider zu. Infolge einer Intrige wird er vom König in die Löwengrube geworfen. Der glaubensfeste Daniel erhält göttlichen Beistand und wird von den Löwen nicht gefressen, sondern errettet. Seine Gegenspieler aber erleiden ihre gerechte Strafe.

Das Oratorium gehört zu einem kirchmusikalischen Jahrgang, den Telemann 1730/31 in Hamburg aufführte, und ist als Michaelisfestmusik eines der besonders prächtig besetzten Werke des Jahrgangs. Voller Vorfreude schauen auch wir auf diese Rarität als Dr. Carsten Lange, Leiter des Telemannzentrums, mit weißen Handschuhen die dünnen Pergamentseiten umblättert und mit Begeisterung berichtet, dass viele Jahre lang gar nicht bekannt war, dass diese Handschrift Telemann zugeordnet werden kann. Bereits im 18. Jahrhundert hatte man es mit Georg Friedrich Händels Oratorien in Verbindung gebracht und diesen als Autor angesehen.

„Von Herrn: Händl“ steht auf der ersten Seite der Handschrift geschrieben. Telemann zufolge waren er und Händel „bey öfftern Besuchen auf beiden Seiten“ und der Komposition „melodischer Sätze und deren Untersuchung“ Freunde geworden. Dies mag vielleicht sogar der Grund für die falsche Zuordnung zu Händels Werken sein. Möglicherweise war es aber auch der Rezeptionsstoff aus dem Alten Testament, umgesetzt in einem Oratorium, der dazu veranlasste, das Werk Georg Friedrich Händel zuzuschreiben. Dieser war zu der Zeit einer der beliebtesten Konzertoratorien-Komponisten. Vor wenigen Jahren erst konnte das Werk nun von Händel- und Telemannspezialisten eindeutig Telemann zugeordnet werden.

Die 84-seitige Partiturabschrift eines Berliner Kopisten stammt aus der Zeit um 1780. Es ist die älteste Quelle für diese Festmusik, denn Telemanns Kompositionspartitur und früher entstandene Abschriften sind nicht überliefert. Die relativ späte Kopie beweist, dass Telemanns Werk auch nach seinem Tod auf Interesse stieß. Pünktlich zum Telemannjahr konnte der Arbeitskreis „Georg Philipp Telemann“ Magdeburg e. V. mit Mitteln der Kulturstiftung der Länder, des Landes Sachsen-Anhalt und der Stiftung Kloster Unser Lieben Frauen das Manuskript erwerben. Über diesen so wichtigen Teil unserer Kultur kann sich das Zentrum für Telemann-Pflege und -Forschung Magdeburg als Dauerleihgabe freuen. Denn hier liegt nun eine Rarität, die an einen der größten Söhne unserer Stadt erinnert.

Die seltene Handschrift
Dr. Carsten Lange und Dr. Stephanie Tasch
Dr. Gunnar Schellenberger, Staatssekretär für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt
Von Herrn Händl - die erste Seite der Handschrift
Kulturbeigeordneter Prof Dr. Matthias Puhle
Dr. Carsten Lange, Leiter des Zentrums für Telemann-Pflege und -Forschung
Dr. Stephanie Tasch, Dezernentin der Kulturstiftung der Länder Berlin
Viktoria Malkowski, stellvertretende Vorsitzende des Arbeitskreises G. Ph. Telemann
Prof. Dr. Matthias Puhle, Dr. Gunnar Schellenberger, Viktoria Malkowski, Dr. Stephanie Tasch und Dr. Carsten Lange

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