Tunnelaushub am Damaschkeplatz begonnen
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Tunnelaushub am Damaschkeplatz begonnen

In dieser Woche hat am Damaschkeplatz der Aushub für den Tunnel begonnen. Die Arbeiter graben sich mithilfe eines Baggers zunächst in der südlichen Tunnelröhre vor. Die auf der Nordseite folgt in Kürze, sobald dort die Ankerarbeiten abgeschlossen sind. Zunächst wird ein Teilaushub mit einer Tiefe von etwa vier Metern vorgenommen. In einem zweiten Schritt erfolgt der Endaushub noch einmal etwa drei Meter tiefer. Eine Bewetterungsanlage wird während der Arbeiten im Tunnel für Frischluft sorgen.

Beginn Tunnelaushub am Damaschkeplatz, 03/19
Beginn Tunnelaushub am Damaschkeplatz, 03/19
Bewetterungsanlage für die südliche Tunnelröhre, 03/19
Herstellung MVB-Trasse Westseite, 03/19
Herstellung MVB-Trasse Ostseite, 03/19
Bis in etwa zur Tunnelhälfte werden sich die Arbeiter vom Damaschkeplatz aus durchgraben. In Höhe des Kölner Platz wurde ein Querschott gesetzt, um von einer Seite mit den Aushubarbeiten beginnen zu können. Sobald auf der Innenstadtseite die restliche Tunneldecke sowie das daran anschließende Portal hergestellt sind, kann auch von dieser Baustellseite aus der Boden ausgehoben werden.

Auf der Startseite www.tunnel.magdeburg.de gibt es eine neue Übersicht zum Fortschritt des Tunnelaushubs und eine weitere zum Fortschritt der Herstellung der MVB-Trasse. Die Gleistragplatte ist unter den neuen Bahnbrücken der Gleise 1 bis 13 komplett hergestellt. In dieser Woche wurden weiterhin Gleise darauf moniert.

Betonage der Stützwand östlich Gleis 1, 03/19
Betonage der Stützwand östlich Gleis 1, 03/19
Klinkerarbeiten an der Stützwand 6, 03/19
Klinkerarbeiten an der Stützwand 7, 03/19
Herstellung der Stützwand 1, 03/19
Herstellung der Stützwand 2, 03/19
Herstellung der Stützwand 10, 03/19
Arbeiten an der Tunnelausfahrt Innenstadtseite, 03/19
Herstellung Tunnelportal Süd auf der Innenstadtseite, 03/19

Im Bereich östlich des Gleises 1 wurde zudem weiter an der Herstellung der Stützwand gearbeitet. Für einen weiteren Abschnitt der Wand wurde heute der Beton gegossen. Anschließend fehlt nur noch das östliche Anschlussstück, dann ist auch diese Stützwand fertig. An der gegenüberliegenden Stützwand 8 sind derweil die Klinkerarbeiten abgeschlossen. Die Stützwände 6 und 7 am Zugang zum ehemaligen Bahnpostdepot erhalten zurzeit ihren Klinker.

Die Stützwände 1 und 2 am Damaschkeplatz haben in dieser Woche die Schalung und Bewehrung für die Bodenplatte und die Wände erhalten. Auf der anderen Seite der Baustelle konnte zudem die Arbeiten zur Herstellung der Stützwand 10 weitergehen, da die archäologischen Grabungen an dieser Stelle abgeschlossen sind.

Knochenfund auf der Tunnelbaustelle

Auf der Magdeburger Großbaustelle „Eisenbahnüberführung Ernst-Reuter-Allee“ haben Archäologen in den vergangenen Wochen menschliche Überreste freigelegt. Diese waren bei Aushubarbeiten auf der Innenstadtseite kurz vor der Kreuzung zur Otto-von-Guericke-Straße entdeckt worden. In einem Pressetermin am 19. März informierten Dr. Götz Alper vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt sowie Grabungsleiterin Juliane Huthmann vor Ort über den Fund.

So handelt es sich dabei um einen Bestattungsplatz, der sich außerhalb der mittelalterlichen Altstadt von Magdeburg befand, unmittelbar vor dem Alten Ulrichstor. Nach derzeitigem Kenntnisstand zeigt sich eine reguläre Grablege mit Holzsärgen, möglicherweise die Begräbnisstätte einer Familie, da neben Skeletten von Männern und Frauen auch die eines Kindes gefunden worden sind. Der Anthropologe, der zu genaueren Datierung hinzugezogen wurde, schätzt das Alter des Kindes auf drei oder vier Jahre. Der Verwitterungszustand ist so stark, dass lediglich der Schädel, der Rücken sowie Beine und Arme noch erhalten sind. Warum die Familie jedoch außerhalb der damaligen Stadtmauer begraben wurde, kann nach jetzigem Wissen noch nicht geklärt werden. Ebenso ungewiss ist, ob unterhalb dieser Grablege in tieferen Bodenschichten womöglich noch weitere gefunden werden. Auch sind in der unmittelbaren Umgebung durchaus weitere Funde möglich. Nachdem das Archäologieteam um Juliane Huthmann an dieser Stelle mit seiner Arbeit fertig ist, werden weitere Stellen untersucht.

Zunächst war die Archäologin bei dem Knochenfund auf der Magdeburger Großbaustelle lediglich von Überresten Kriegsversehrter, vermutlich aus dem 30-jährigen Krieg, ausgegangen, da die Schädel deutliche Hiebverletzungen aufweisen. Auch ein kleines Tongefäß, das bei den Ausgrabungen gefunden wurde, deutet auf eine Datierung auf das 16. oder 17. Jahrhundert hin. Die Toten waren damals über den Särgen des Familien-Bestattungsplatzes abgelegt worden und lagen mehr oder minder ungeordnet im Boden. Erst beim weiteren Freilegen stießen die Archäologen auf die Holzplatte der Särge. Die Umrandungen der Gräber sind trotz fortgeschrittener Verwitterung noch gut zu erkennen.

Genauere Aussagen zur Datierung des äußerst spannenden Befundkomplexes sowie zu den Verletzungsspuren werden erst nach Abschluss verschiedener naturwissenschaftlicher Untersuchungen möglich sein.

Die Grabungsleiterin Juliane Huthmann zeigt einen gefundenen Schädel.
Die Überreste werden von einem Expertenteam untersucht.
Die Überreste auf der Baustelle.
Darstellung zu den Überresten
Ein Team aus den Bereichen Archäologie und Anthropologie untersucht die Überreste.
Es wurden gut erhaltene Gefäße gefunden.
Die Überreste auf der Baustelle
Auch kleinteilige Funde werden präsentiert.

Hintergrund
Der Knochenfund ist nicht die erste archäologische Besonderheit auf der Großbaustelle. So waren erst im vergangenen Herbst am Damaschkeplatz Überreste des Neuen Ulrichstores entdeckt worden. Das Tor hatte Ende des 19. Jahrhundert kurze Zeit an der Stelle gestanden, musste aber bald dem wachsenden Verkehrsaufkommen weichen. Auch weitere Überreste der alten Festungsanlage, die im Bereich des heutigen Hauptbahnhofes verlief, wurden im Verlauf der Bauarbeiten freigelegt und archäologisch dokumentiert. Insbesondere bei den Arbeiten auf dem Gelände der Deutschen Bahn sind immer wieder alte Festungsmauern gefunden worden.

2015 waren zudem bei den Arbeiten zur Herstellung der Ersatzhaltestelle Weinarkade im Bereich des südlichen Gehweges der Ernst-Reuter-Allee Knochen gefunden worden. Dabei handelte es sich Überreste des Friedhofes der Ulrichskirche, die sich bis zur Zerstörung im Zweiten Weltkrieg an dieser Stelle befand.

Sperrung am Damaschkeplatz

Die Olvenstedter Straße ist in Höhe Damaschkeplatz zunächst bis zum Jahresende für den Kfz-Verkehr voll gesperrt. Grund sind Arbeiten für die 2. Nord-Süd-Verbindung der MVB.

Der Kfz-Verkehr von der Olvenstedter Straße wird über die Maxim-Gorki-Straße umgeleitet.

Der Editharing wird durch die Sperrung ebenfalls zur Sackgasse. Hier erfolgt die Umleitung über Gellertstraße und Freiligrathstraße.