Giering, Rudolph, Basan: 3 neue Straßennamen für Magdeburg
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Giering, Rudolph, Basan: 3 neue Straßennamen für Magdeburg

Giering, Rudolph, Basan: 3 neue Straßennamen für Magdeburg

Selma Rudolph, Frank Giering und Walter Basan sind drei bedeutsame Magdeburger Persönlichkeiten. Voraussichtlich am 4. Juni wird der Stadtrat über eine Beschlussvorlage, je eine Straße mit dem Namen dieser berühmten Menschen zu ehren, entscheiden. Die Straßen liegen in den Stadtteilen Neu-Olvenstedt und Neue Neustadt.

Laut Beschlussvorschlag soll eine neu entstehende Straße westlich der Hans-Grade-Straße nach dem 2010 verstorbenen Magdeburger Fernseh- und Filmschauspieler Frank Giering benannt werden. Östlich der Hans-Grade-Straße soll ebenfalls eine neue Straße entstehen und künftig „Walter-Basan-Straße“ heißen – benannt nach dem gleichnamigen Magdeburger Schriftsteller und Hörspielautor. Die genaue Lage der Straßen ist in den beigefügten Dokumenten in der Ratsinfo zu finden.

Auch nach Selma Rudolph soll eine neue Straße benannt werden. Diese liegt im Bebauungsplangebiet „Am Polterdeich 25“ in der Neuen Neustadt und soll an die Magdeburger Unternehmerin und Stifterin erinnern und sie ehren. Die genaue Lage der Straßen ist in den beigefügten Dokumenten in der Ratsinfo zu finden.

Die Bebauung der Flächen grenzend an die Hans-Gerade-Straße in Neu-Olvenstedt und „Am Polderdeich 25“ in der Neuen Neustadt erfordern im Hinblick auf eine sinnvolle Hausnummerierung die Benennung von drei neuen Straßen.

Biografischer Hintergrund der berühmten Namensgeber

Frank Giering
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© Nilz Böhme

Frank Giering (1971-2010) – Der charismatische Magdeburger Schauspieler erlangte Bekanntheit insbesondere durch seine Rollen in den Filmen „Absolute Giganten“ und „Gran Paradiso“.

Kurzbiographie Frank Giering (1971-2010)

Frank Giering war ein über die deutschen Grenzen hinaus bekannter Schauspieler. Geboren und aufgewachsen in Magdeburg, sammelte er erste Bühnenerfahrung als Komparse im ehemaligen Maxim-Gorki-Theater der Landeshauptstadt. Nach weiteren Engagements als Bühnenschauspieler bekam er 1995 seine erste Hauptrolle in dem Fernsehspiel „Der Verräter“. 1997 erhielt er die Hauptrolle in Michael Hanekes Kinofilm „Funny Games“: Die Darstellung eines psychopathischen Mörders machte Frank Giering bundesweit bekannt.

Der endgültige Durchbruch gelang ihm schließlich 1999 in der Rolle des Floyd in Sebastian Schippers „Absolute Giganten“, für die er 2000 die Auszeichnung als bester Darsteller beim Internationalen Filmfest in Sotschi erhielt. Giering wurde zudem zweimal für den Deutschen Filmpreis als bester Nebendarsteller nominiert: 2001 für seine Rolle des Nazis Edwin in „Gran Paradiso“ und 2004 für seine Rolle des Kai Wegner in „Der Mörder ist unter uns“. Frank Giering wirkte als Schauspieler in zahlreichen Fernseh- und Filmproduktionen mit. Seine letzte große Rolle war die des Kriminalkommissars Henry Weber in der Fernsehserie „Der Kriminalist“, die er seit der ersten Folge im Jahr 2006 bis zu seinem Tod 2010 verkörperte.

Er starb in Berlin, wurde aber auf dem Neustädter Friedhof in seiner Heimatstadt Magdeburg beigesetzt.

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Portraitbild der Magdeburger Unternehmerin Selma Rudolph
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© Stadtarchiv Magdeburg

Die Magdeburger Unternehmerin und Stifterin Selma Rudolph (1853-1931) überlies unter anderem die 1900 erbaute Villa in der Kaiser-Wilhelm-Straße 10 der Stadt Magdeburg. Die Villa ist heute bekannt als das „Haus des Handwerks“. Sie half vielen jungen Menschen bei der Finanzierung von Ausbildung und Studium.

Kurzbiographie Selma Rudolph (1853-1931)

Selma Rudolph war eine erfolgreiche Magdeburger Unternehmerin und Stifterin. Die Tochter Christian Friedrich Budenbergs, dem Begründer der international agierenden Maschinenbau- und Armaturenfabrik „Schäffer & Budenberg GmbH“ war mit dem Unternehmer Carl R. Rudolph verheiratet, der die erste Maschinenfabrik und Eisengießerei in der Neustadt besaß.

Nach dessen frühem Tod und aufgrund fehlender männlicher Erben übernahm Selma Rudolph bereits mit Anfang 30 führende Funktionen sowohl im Unternehmen ihres Vaters als auch in dem ihres verstorbenen Ehemannes. Zudem war sie fernab dieser Tätigkeiten eine engagierte Förderin karitativer und künstlerischer Vereine; so war sie beispielsweise Vorstandsmitglied im Frauenverein und unterstützte in ihrem Wirken insbesondere Arme und Kranke und setzte sich für die Ausbildung und das Studium von Frauen ein.

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Schriftsteller und Hörspielautor Walter Basan 1920-1999) war Autor zahlreicher Bücher und bekannt dafür, dass er in seinen Kinderbüchern die Umweltproblematik aufgriff. Basan wurde unter anderem mit der Johannes-R.-Becher-Medaille des DDR-Kulturbundes geehrt.

Kurzbiographie Walter Basan (1920-1999)

Walter Basanwar bis zu seinem Tod Ende der Neunziger Jahre ein bekannter Magdeburger Schriftsteller und Hörspielautor. 1946 war er Mitbegründer und Vorstandsmitglied des Kulturbundes – dem Vorläufer des späteren Schriftstellerverbandes Sachsen-Anhalts. Von 1953 bis 1959 und ab 1973 war er Mitglied des Bezirksvorstandes des Schriftstellerverbandes im Bezirk Magdeburg und wurde Nachwuchsbeauftragter des Bezirksverbandes und Interessenvertreter beim UNESCO-Literatur-Institut Wien. 16 Jahre leitete Walter Basan zudem den 1961 gegründeten „Zirkel schreibender Arbeiter“ in Magdeburg.

Basan wurde für seine Verdienste mit der Johannes-R.-Becher-Medaille des Kulturbundes und der Verdienstmedaille der DDR ausgezeichnet. Walter Basan verfasste neben Romanen, Erzählungen und populärwissenschaftlichen Jugendbüchern auch Hörspiele und Hörbilder sowie Funkfeuilletons und Features.

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