Kultur-Lockdown: Hinter den Kulissen des Technikmuseums
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Kultur-Lockdown: Hinter den Kulissen des Technikmuseums

Seit einigen Wochen ist es in der Dauerausstellung des Technikmuseums ruhig geworden: Es fehlen die Gäste und auch die Maschinen stehen still. In der Museumsverwaltung dagegen ist der Lockdown auf eine andere Art angekommen: Das Telefon klingelt häufig – doch sind es Absagen und Nachfragen zu geplanten Veranstaltungen. Die städtische Einrichtung versucht mit Internetangeboten den Fankontakt aufrechtzuerhalten und hofft auf eine baldige Wiederöffnung 2021.

Bis zum 15. Dezember haben die Frauen und Männer der GISE mbHnoch eine gewisse Normalität vermittelt: Sie restaurierten Landmaschinen für das Außengelände des Technikmuseums, um dieses im kommenden Jahr noch attraktiver zu gestalten. Am 16. Dezember mussten sie die Arbeit aufgrund des erneuten Lockdowns vorzeitig niederlegen.

Museumsleiter Dr. Neumann will sich nicht entmutigen lassen:

„Wir haben viel bewegt in den letzten Monaten und setzen das fort. Das Technikmuseum war Teil einer tollen Kulturhauptstadtbewerbung. Wir schauen jetzt, was man auch ohne den Titel umsetzen kann. Und wir planen nach wie vor entschlossen die Neukonzeption des Hauses.“

Obwohl niemand einen sicheren Termin zur Wiedereröffnung nennen kann, wird es einige Neuerungen geben: Durch die neue Gebührenordnung haben Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr nun generell freien Eintritt. Auf dem Außengelände erwartet die Museumsgäste eine neue Attraktion: Die Willkommensstele, die 1987 vor dem Magdeburger Hauptbahnhof aufgestellt worden war, steht nun im Technikmuseum. Die GISE mbH >Gesellschaft für Innovation, Sanierung und Entsorgung; mit beschränkter Haftung< hat das beschädigte, lange im Freien gelagerte Objekt nicht nur optisch wieder in Schuss gebracht: Es funktioniert wieder und ist in den Abendstunden sogar beleuchtet.

Multicar, Ernst Thälmann und Technikmuseum „to go“

Auf der Museums-Homepage sind nun digitale Beiträge über das Technikmuseum und seine Objekte zu sehen. Unter der Rubrik „Technikmuseum to go“ können Interessierte ab sofort online vier Expertenvideos zu einigen Großexponaten anschauen. Zudem stehen Malvorlagen zum Download bereit. Dieser Bereich wird künftig weiter ausgebaut werden.

Außerdem erhielt das Museum fünf Kisten mit Reliefs des 1986 errichteten Thälmann-Denkmals. Derzeit wird das Archiv des SKET zum dauerhaften Verbleib in das Landesarchiv nach Magdeburg gebracht, ein künftig gigantischer Schatz für Historiker*innen. Darunter befinden sich neben etwa 1.000 Regalmetern Akten auch einige Objekte: Eine Statue Thälmanns reckt bereits seit 2013 seine Faust im Technikmuseum empor. Ursprünglich war das Denkmal vor der Hauptverwaltung des SKET bedeutend größer und den Kommunistenführer rahmten 34 Bronzeplatten ein. Diese galten als verschollen, seit das Denkmal Anfang der 1990er Jahre abgebaut worden war. Nun sind sie nach Magdeburg zurückgekehrt und werden im Rahmen der Neukonzeption sicher auch ihren Weg in die Dauerausstellung finden.

Zudem erwarb das Museum ein Automobil vom Typ „Multicar“ aus den 1960er Jahren in hervorragendem Zustand, dessen Anlieferung die Pandemie leider noch verhindert. Das Coronavirus und seine Auswirkungen zwingen die Mitarbeitenden des Technikmuseums auch, derzeit keine privaten Sachspenden und Ankäufe anzunehmen. Anfragen können aber per E-Mail unter technikmuseum@museen.magdeburg.de gestellt werden

„Wir freuen uns schon jetzt darauf, unseren Besucher*innen die neuen Errungenschaften zu präsentieren und hoffen, dass ihnen bis dahin unsere digitalen Angebote das Technikmuseum ein wenig nach Hause bringen. Es gibt also gute Gründe, nach der Wiederöffnung im Technikmuseum vorbeizuschauen“, so Museumsleiter Dr. Neumann.