Gemeinsame Ehrung von Stadt und Universität: Eike-von-Repgow-Stipendiat in Magdeburg geehrt

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Gemeinsame Ehrung von Stadt und Universität: Eike-von-Repgow-Stipendiat in Magdeburg geehrt

Doktorand Carsten NahrendorfDie Landeshauptstadt Magdeburg und die Otto-von-Guericke-Universität vergeben gemeinsam neben dem Eike-von-Repgow-Preis in diesem Jahr bereits zum vierten Mal auch das Eike-von-Repgow-Stipendium. Im Rahmen des Akademischen Festaktes verliehen Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper und der Rektor der Universität Prof. Dr. Klaus E. Pollmann das mit 5.000 Euro dotierte Stipendium an den Magdeburger Doktoranden Carsten Nahrendorf.

Eike von Repgow setzte sich mit dem „Sachsenspiegel“ ein bleibendes Denkmal und trug damit den Namen Magdeburgs weit über die Elbestadt hinaus. Als erstes Prosawerk der deutschen Sprache und einflussreichstes Rechtsbuch des Mittelalters erlangte der Sachsenspiegel gemeinsam mit dem Magdeburger Stadtrecht große Verbreitung in Mittel- und Osteuropa. Das Magdeburger Recht gilt damit als eines der bedeutendsten mittelalterlichen Stadtrechte und Eike von Repgow als erster Chronist mittelalterlichen Rechts.

Zu Ehren dieser bedeutenden Persönlichkeit und ihrer herausragenden Leistung für die historische Stellung Magdeburgs verleihen die Otto-von-Guericke-Universität und die Landeshauptstadt Magdeburg neben dem Eike-von-Repgow-Preis seit 2005 auch das Eike-von-Repgow-Stipendium. Ziel des Stipendiums ist es, neue Forschungsvorhaben voranzutreiben und junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei der weiteren Auseinandersetzung mit der europäischen Rechtsgeschichte zu fördern und zu motivieren.

Mit dem diesjährigen Eike-von-Repgow-Stipendium sollen die Verdienste von Carsten Nahrendorf um die Erforschung der Rolle des Magdeburger Gymnasiums und damit der Stadt bei der Einführung des deutschsprachigen Unterrichts und der Auseinandersetzung mit dem Protestantismus gewürdigt und der Abschluss seiner diesbezüglichen Dissertation unterstützt werden.

Im Rahmen seiner Dissertation beschäftigt sich Carsten Nahrendorf mit dem Thema „Schule und Literatur in der Frühen Neuzeit. Das Altstädtische Gymnasium in Magdeburg 1525-1631“. Das Thema vereinigt bildungs-, literatur-, stadt- und institutionengeschichtliche Aspekte und verfolgt mit seinen interdisziplinären Interessen einen kulturwissenschaftlichen Ansatz. Mit dem Altstädtischen Gymnasium in Magdeburg hat er dabei eine wichtige Bildungsstätte zu seinem Untersuchungsgegenstand gewählt, die nicht allein für die Stadt und ihr Umland, sondern aufgrund ihrer Gründungsgeschichte und ihrer renommierten Rektoren für den Protestantismus in ganz Nord und Mitteldeutschland von erheblicher Bedeutung war.

Herr Nahrendorf ist nach seinem sehr guten Studienabschluss vor zwei Jahren nach Wolfenbüttel gezogen, um die dort vorhandenen Magdeburgensia unmittelbar nutzen und von den vielfältigen Kontaktmöglichkeiten zur internationalen Forschung profitieren zu können.

Zum Stipendiaten

Carsten Nahrendorf wurde am 22. April 1976 in Magdeburg geboren. Seine Schulausbildung erhielt er in der POS „Karl Liebknecht“ und am Humboldt¬gymnasium in Magdeburg. Im Anschluss daran studierte er Jura in Osnabrück, Leiden (Niederlande) und Hamburg, bevor er sein Magisterstudium Germanistik/ Geschichte an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg aufnahm und 2008 mit der Gesamtnote „sehr gut“ abschloss.

Während seines Studiums war er unter anderem als wissenschaftliche Hilfskraft am Lehrstuhl von Prof. Michael Schilling (Germanistische Mediävistik) und als studentische Hilfskraft an der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel im Projekt: „Martin Opitz von Boberfeld. Briefwechsel und Lebenszeugnisse“ tätig. Darüber hinaus arbeitete er 2007 als Ausstellungsführer bei der Europaratsausstellung „Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation“ im Kulturhistorischen Museum Magdeburg und war wissenschaftliche Hilfskraft an der Herzog August Bibliothek im Projekt: „Historische Methode und Arbeitstechnik der Magdeburger Zenturien. Kirchengeschichtsschreibung in einem gelehrten Netzwerk im 16. Jahrhundert“.

Seit Oktober 2008 ist Carsten Nahrendorf als Promotionsstudent an der Otto-von-Guericke-Universität immatrikuliert und arbeitet an seiner Dissertation zum Thema „Schule und Literatur in der Frühen Neuzeit. Das Altstädtische Gymnasium in Magdeburg 1525-1631“. Darüber hinaus hat er einen Lehrauftrag an der Otto-von-Guericke-Universität im Bereich Mediävistik und ist Mitglied der wissenschaftlichen Arbeitsgruppe „Magdeburg in der Reformationszeit“ des Stadtarchivs Magdeburg. Zur Realisierung seiner Forschungsarbeiten hatte er von Oktober 2010 bis März 2011 ein Stipendium der Dr. Günther Findel-Stiftung (Herzog August Bibliothek) inne.

Veröffentlichungen (Beiträge):

  • Artikel „Magdeburg“, in: Adam, Wolfgang / Westphal, Siegrid (Hgg.): Handbuch Kulturelle Zentren der Frühen Neuzeit (erscheint voraussichtlich 2012).
  • Artikel „Sigismund Evenius“, in: Kühlmann, Wilhelm / Müller, Jan-Dirk / Schilling, Michael / Steiger, Johann Anselm / Vollhardt, Friedrich (Hgg.): Frühe Neuzeit in Deutschland 1520-1620.
  • Literaturwissenschaftliches Verfasserlexikon (Bd. 1, erschienen September 2011).
  • Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte: Rezension zu: Hellekamps, Stephanie; Musolff, Hans-Ulrich (Hgg.): Zwischen Schulhumanismus und Frühaufklärung. Zum Unterricht an westfälischen Gymnasien 1600-1750 (Studien zur mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Landesgeschichte. Westfalen in der Vormoderne 3). Münster 2009. (im Druck).

Zum Eike-von-Repgow-Stipendium

Der Eike-von-Repgow-Preis und das Stipendium werden gemeinsam von der Landeshauptstadt Magdeburg und der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg verliehen und sollen „... die wissenschaftliche und die künstlerische Beschäftigung mit der Geschichte und Kultur Mitteldeutschlands und des Gebietes der mittleren Elbe fördern sowie in Eike von Repgow eine bedeutende historische Persönlichkeit würdigen, die auf dem Boden Sachsen-Anhalts gewirkt hat. Zugleich sollen Preis und Stipendium an die Verbindung dieses Raumes mit anderen Teilen Europas erinnern.“ Das Stipendium dient der Motivation neuer Forschung, der Unterstützung von Forschungsvorhaben junger Wissenschaftler und der weiteren Beschäftigung mit der europäischen Rechtsgeschichte. Das Stipendium wird alle zwei Jahre verliehen und ist mit 5.000 Euro dotiert.

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