Kaiser-Otto-Preis 2009

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Grußwort zur Verleihung des Kaiser-Otto-Preises 2009 an den ehemaligen Außenminister der Republik Polen Władysław Bartoszewski

7. Mai 2009, Dom St. Mauritius und Katharina zu Magdeburg

Es gilt das gesprochene Wort!

Sehr geehrter Herr Staatssekretär Bartoszewski,
sehr geehrter Herr Botschafter Dr. Prawda,
verehrter Herr Ministerpräsident Prof. Böhmer,
verehrter Herr Prof. Vogel,
sehr geehrter Herr Bischof Feige,
sehr geehrter Herr Staatssekretär Dr. Bergner,
verehrter Herr Superintendent Seils,
meine Damen und Herren,
liebe Gäste,

ich begrüße Sie alle sehr herzlich an diesem geschichtsträchtigen Ort, dem Dom St. Mauritius und Katharina zu Magdeburg. Und ich heiße Sie herzlich willkommen zur heutigen Verleihung des Kaiser-Otto-Preises 2009.

Der Magdeburger Dom ist auf ganz untrennbare Weise mit der über 1.200 Jahre währenden Geschichte unserer Stadt verbunden. Der Dom war und ist die bedeutendste Kirche Magdeburgs. Er ist Bischofssitz und Grablege Kaiser Ottos des Großen und seiner ersten Frau Editha.
Der Magdeburger Dom ist aber auch das Wahrzeichen unserer Stadt. Er prägt die Identität der Magdeburgerinnen und Magdeburger zu ihrer Heimat. Und er steht wie kein anderer Ort für die wechselvolle Geschichte, die großen Traditionen und Errungenschaften, die Blütezeiten und die schwärzesten Momente dieser Stadt.

In diesem Jahr begehen wir das 800-jährige Jubiläum der Grundsteinlegung des heutigen Doms. Der erste gotische Sakralbau auf deutschem Boden ist damit auch baugeschichtlich von besonderer Bedeutung. Über 300 Jahre dauerte der Bau des Magdeburger Doms bis zu seiner Fertigstellung um 1520 und noch heute verschmelzen hier auf einzigartige Weise die Erinnerungen an Kaiser Otto den Großen mit Relikten und Zeugnissen der jüngeren Vergangenheit. Das bedeutendste Bauwerk Sachsen-Anhalts ist ein eindrucksvolles Beispiel für den Beginn einer mit Otto dem Großen verbundenen neuen Epoche, in der sich die Welt der Menschen grundlegend veränderte und darüber hinaus noch heute ein schier unerschöpflicher Quell für Archäologen, Historiker und Geschichtsinteressierte.

Der Nachfolgebau des ottonischen Doms ist damit der prädestinierte Ort für die Verleihung des bedeutendsten Preises der Landeshauptstadt Magdeburg, des Kaiser-Otto-Preises.

Nach der ersten urkundlichen Erwähnung Magdeburgs im Jahr 805 gilt Otto der Große als der größte Förderer und Wegbereiter der Stadt. Er erhob Magdeburg in den Rang einer europäischen Metropole, errichtete hier seine Lieblingspfalz und machte die Stadt gegen viele Widerstände zum Erzbistum. Die Bischofsstadt an der Elbe wurde zu einem Zentrum des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Von hier aus ebnete Kaiser Otto der Große den Weg für die Entstehung Deutschlands und schuf die Fundamente für die Einigung der Völker Europas und damit für das heutige moderne Europa.

In Erinnerung an die herausragenden Verdienste Ottos des Großen für die Stadt und seinen großen Beitrag für die frühmittelalterliche deutsche und europäische Geschichte verleiht die Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts den Kaiser-Otto-Preis. Mit ihm werden Persönlichkeiten gewürdigt, die sich um den europäischen Einigungsprozess und die Förderung des europäischen Gedankens, besonders im Hinblick auf die ost- und südosteuropäischen Staaten, verdient gemacht haben.

Die erstmalige Verleihung des Kaiser-Otto-Preises fand 2005 aus Anlass des 1200-jährigen Stadtjubiläums statt. Seitdem wird der Preis alle zwei Jahre verliehen. Nach dem früheren Bundespräsidenten Dr. Richard von Weizsäcker 2005 und der ehemaligen Staatspräsidentin der Republik Lettland, Prof. Dr. Vaira Vike-Freiberga 2007, ehren wir in diesem Jahr – am heutigen Todestag Kaiser Ottos des Großen –  den früheren polnischen Außenminister Władysław Bartoszewski mit dem renommierten Magdeburger Preis.

Sehr geehrter Herr Staatssekretär Bartoszewski,
ich darf Sie nochmals sehr herzlich in der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts willkommen heißen. Ebenso herzlich begrüße ich alle Gäste aus dem Heimatland des Preisträgers, die heute zur Preisverleihung nach Magdeburg gekommen sind.
Verehrter Herr Bartoszewski, es ist für mich und die Landeshauptstadt Magdeburg eine große Ehre, dass Sie den Kaiser-Otto-Preis heute entgegennehmen.

Mit Ihrem herausragenden politischen und persönlichen Engagement haben Sie einen entscheidenden Beitrag für eine Politik des Miteinanders, des Dialogs und der Versöhnung geleistet und damit zur Völkerverständigung und zur Stärkung des europäischen Gedankens und der europäischen Föderation beigetragen. Darüber hinaus haben Sie mit Ihrem Wirken maßgeblichen Anteil an der Förderung und Verbesserung der deutsch-polnischen Beziehungen und der Integration Polens in die europäische Staatengemeinschaft als Teil des gesamteuropäischen Einigungsprozesses. Damit zählen Sie zu den großen Europäern unserer Zeit – ganz im Sinne Kaiser Ottos des Großen.


Meine sehr geehrten Damen und Herren,
das Leben und Wirken von Władysław Bartoszewski ist geprägt von einem Auf und Ab, besonders während der bitteren Erfahrungen mit zwei Diktaturen. Sein Lebensweg spiegelt die politischen Veränderungen wider, die unseren Kontinent während des letzten Jahrhunderts geprägt und verändert haben. Der Spannungsbogen seines Lebens umfasst die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg, die schrecklichen Erlebnisse des Nationalsozialismus und des Kommunismus, aber auch die Erfahrungen der Befreiung Polens bis hin zum Weg ins „Haus Europa“.

Władysław Bartoszewski ist eine außergewöhnliche Persönlichkeit. Und ich denke, mit Recht behaupten zu können, dass es wohl nur wenige gibt, die mit einer solchen Leidenschaft für ihre Ziele eintreten und für ein geeintes Europa kämpfen.


Ich begrüße in diesem Zusammenhang ganz besonders herzlich den Laudator der heutigen Preisverleihung, den Vorsitzenden der Konrad-Adenauer-Stiftung und ehemaligen Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz und Thüringen Prof. Dr. Bernhard Vogel.

Verehrter Herr Prof. Vogel, ich freue mich sehr, dass Sie die ehrenvolle Aufgabe übernommen haben, den diesjährigen Preisträger zu würdigen. Herzlich willkommen in der Landeshauptstadt Magdeburg.

Meine Damen und Herren,
die Politik Ottos I. und die durch ihn eingeleiteten Veränderungen hatten positive Wirkungen für Magdeburg und für die europäische Entwicklung. Hier begann der mittelalterliche Weg nach Europa, ein Weg, der sich im 21. Jahrhundert mit der friedlichen Einigung der Völker des Kontinents nun zu vollenden scheint. Von hier aus verbreitete sich im Mittelalter das Magdeburger Recht als Grundlage der Rechtssprechung der damaligen Zeit nach ganz Osteuropa. Über Jahrhunderte war Magdeburg damit Oberhof der mittelalterlichen Rechtssprechung. In diesem Sinne verbindet die Verleihung des Kaiser-Otto-Preises in Magdeburg  noch heute diese Stadt in der Mitte Europas mit dem Prozess der Einigung der Völker und Regionen.

All das verbinden wir, die Gründer und Stifter, die Förderer und Sponsoren des Kaiser-Otto-Preises, mit der Preisstiftung. Ich begrüße sehr herzlich die Mitglieder des Vorstandes, des Kuratoriums und des Preiskomitees der Kulturstiftung Kaiser Otto. Ich beglückwünsche Sie zu Ihrer diesjährigen Wahl des Preisträgers und danke Ihnen für Ihr Engagement und die umfangreiche Unterstützung bei der Organisation der heutigen Preisverleihung.

Ich begrüße neben dem Herrn Ministerpräsidenten auch die Mitglieder der Landesregierung Sachsen-Anhalt, den Minister für Landesentwicklung und Verkehr, Herrn Dr. Karl-Heinz Daehre  und den Minister für Wirtschaft und Arbeit, Herrn Dr. Reiner Haseloff.

Ich begrüße die Mitglieder des Deutschen Bundestages, Bernd Heynemann und Dr. Uwe Küster.
Und ich begrüße die Mitglieder des Landtages von Sachsen-Anhalt und des Stadtrates der Landeshauptstadt Magdeburg.

Ich freue mich, dass die Verleihung des Kaiser-Otto-Preises eine so große öffentliche Resonanz gefunden hat. Ich begrüße alle Magdeburgerinnen und Magdeburger, alle Ehrenbürger, Ehrenringträger und Ehrenstadträte der Landeshauptstadt sowie alle Gäste aus den Nachbargemeinden, Kolleginnen und Kollegen Bürgermeister und Landräte.

Ganz besonders begrüße ich den Vorsitzenden der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Sachsen-Anhalt, Herrn Krzysztof Blau, den Vorsitzenden der Anna-Morawska-Gesellschaft, Herrn Hans-Ludger Löbbert und den Rabbiner Ariel Lototzki. Darüber hinaus begrüße ich sehr herzlich die beiden Töchter von Günter Särchen, der lange Zeit in und von Magdeburg aus wirkte und ein guter Freund und Weggefährte unseres Preisträgers war.
Mein besonderer Dank gilt der Domgemeinde, die den Dom für diesen Festakt geöffnet hat und ihn als Ort der Preisverleihung und der Begegnung zur Verfügung stellt. Ich freue mich, dass viele kirchliche Würdenträger unserer Stadt und Vertreter der Landeskirchen der Einladung zu diesem Festakt gefolgt sind und begrüße sie sehr herzlich.

 

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
lassen Sie mich an den Schluss meiner Rede zwei Zitate des Preisträgers stellen, die am eindrucksvollsten verdeutlichen, warum Władysław Bartozsewski ein würdiger Preisträger des Kaiser-Otto-Preises ist.

Im April 1995 sagte er im Rahmen einer Feierstunde des Deutschen Bundestages:
„Der Begriff Europa lässt sich […] nicht auf den rein geographischen Terminus verengen. In der Geschichte der Völker und Staaten dieses Kontinents hat dieser Begriff eine zivilisatorische Bedeutung angenommen. Er wurde zu einem kollektiven Symbol für fundamentale Werte und Prinzipien. Europa, das bedeutet vor allem die Freiheit der Person, die Menschenrechte – politische und ökonomische.“

Und bereits 1986, in den ersten Tagen von Glasnost und Perestroika und dem beginnenden Wandel Europas umriss er seine Vorstellung vom Miteinander der Menschen mit den Worten:
„Es scheint das wichtigste zu sein, all das zu unterstützen, was die Menschen verbindet, und sich all dem zu widersetzen, was die Menschen gegen ihren Willen trennt.“


In diesem Sinne sollten wir uns alle unserer historischen Wurzeln bewusst werden, für unsere Werte einstehen und unseren Beitrag für ein friedliches, vereintes Europa leisten.


Sehr geehrter Herr Bartoszewski, verehrte Gäste,
ich danke Ihnen allen für die Ehre, die Sie heute unserer Stadt, dem Kaiser-Otto-Preis und dem Wirken des Preisträgers erweisen und heiße Sie nochmals herzlich willkommen in der Landeshauptstadt Sachsen-Anhalts, an der Grablege Ottos des Großen.

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