Domjubiläum 2009

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Festakt zum 800-jährigen Domjubiläum 2009

26. April 2009, Dom St. Mauritius und Katharina  zu Magdeburg

Es gilt das gesprochene Wort.


Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Prof. Böhmer,
sehr geehrter Herr Landtagspräsident Steinecke,
verehrter Bischof Noack,
sehr geehrte Frau Präsidentin Andrae,
werter Herr Direktor Schmuhl,
meine sehr verehrten Damen und Herren der Domgemeinde,
sehr geehrte Festgemeinde,
liebe Gäste,

der Dom zu Magdeburg St. Mauritius und Katharina  hat für die Geschichte unserer Stadt und ihrer Bewohner seit Anbeginn eine zentrale Bedeutung. Er ist weithin sichtbares Wahrzeichen und Mahnmal, Symbol für den Aufschwung und die Blütezeit Magdeburgs, aber auch Sinnbild großer Niederlagen und Rückschläge.

Der Magdeburger Dom steht damit wie kein anderer Ort für die wechselvolle Geschichte, die großen Traditionen und die Potentiale dieser Stadt.

Nach der ersten urkundlichen Erwähnung Magdeburgs im Jahr 805 gilt Otto der Große als größter Förderer und Wegbereiter der Stadt.
Er erhob Magdeburg in den Rang einer europäischen Metropole. Er errichtete hier seine Lieblingspfalz, ließ einen mächtigen Dom bauen und machte die Stadt gegen viele Widerstände zum Erzbistum.

Die Bischofsstadt an der Elbe wurde zu einem Zentrum des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und Oberhof der mittelalterlichen Rechtssprechung.
Die Grablege des ersten römisch-deutschen Kaisers hier im Magdeburger Dom zeugt noch heute von dieser Zeit.

Nach der Zerstörung des ottonischen Doms durch den großen Stadtbrand Karfreitag 1207 ließ Kardinal Albrecht II. die Domruine abtragen.
Zwei Jahre später, vor genau 800 Jahren, fand die Grundsteinlegung für den heutigen Dom, den ersten gotischen Sakralbau auf deutschem Boden statt. Der Magdeburger Dom ist damit auch baugeschichtlich von besonderer nationaler Bedeutung.

Zum ersten Mal wurde der damals neu aufkommende Baustil der Gotik für einen Kathedralbau im Heiligen Römischen Reich gewählt. Der Übergang von der traditionellen romanischen Formensprache hin zum neuen gotischen Stil ist im Magdeburger Dom bis heute auf einzigartige Weise überliefert.


In den folgenden 400 Jahren wuchs die Stadt rund um den Dom zu einer wichtigen Handelsmetropole und zu einem Hort stetigen kirchlichen Lebens.

Im Mai 1631 wurde der Magdeburger Dom in einer der schrecklichsten Stunden der Stadtgeschichte für einige wenige tausend Magdeburger zum letzten Zufluchtsort vor den wütenden kaiserlichen Truppen Tillys.
Im Machtkampf zwischen protestantischer Union und katholischer Liga wurde die Stadt erobert, gebrandschatzt und fast vollständig zerstört.
Nur dem Kniefall und dem Gnadengesuch des Dompredigers Reinhard Bake ist es zu verdanken, dass das Leben dieser letzten Überlebenden gerettet und Magdeburg nicht völlig ausgelöscht wurde.

Bei der zweiten fast vollständigen Zerstörung Magdeburgs am 16. Januar 1945 wurde der Magdeburger Dom schwer getroffen.
Teile des Westportals und die dahinterliegende große Domorgel wurden durch die Luftangriffe unwiederbringlich zerstört. Mit dem Dom fielen fast 90% der Altstadt in Schutt und Asche.

Der Wiederaufbau dauert Jahrzehnte. Doch erneut steht der Dom für die Stärke und den unbeirrbaren Willen der Magdeburgerinnen und Magdeburger:
Nur durch das herausragende Engagement vieler privater Spender und Sponsoren konnte im Mai vergangenen Jahres die letzte große Kriegslücke geschlossen werden und der Dom erhielt mit der neuen großen Orgel ein Stück Geschichte zurück.

Im Herbst 1989 stand der Magdeburger Dom erneut im Fokus der wechselvollen Geschichte unserer Stadt. Hier begann die friedliche Revolution in Magdeburg, von hier aus traten die Bürger der Stadt für mehr Demokratie und Bürgerrechte ein.


Heute, 20 Jahre danach, steht unser Dom wieder im Mittelpunkt des Interesses.
Sein 800-jähriges Jubiläum und vor allem die archäologischen Funde der letzten Monate eröffnen neue Perspektiven für die Stadt.

800 Jahre nach seiner Grundsteinlegung ist der Dom zu Magdeburg das bedeutendste Bauwerk Sachsen-Anhalts, ein eindrucksvolles Beispiel für den Beginn einer neuen Epoche, in der sich die Welt der Menschen grundlegend veränderte.

800 Jahre danach ist der Magdeburger Dom aber auch ein schier unerschöpflicher Quell für Archäologen, Historiker und Geschichtsinteressierte und birgt noch zahlreiche faszinierende Geheimnisse.


Über 300 Jahre dauerte der Bau des Magdeburger Doms bis zu seiner Fertigstellung um 1520 und noch heute verschmelzen hier auf einzigartige Weise die Erinnerungen an Kaiser Otto den Großen, den Gründer des Erzbistums, mit Relikten und Zeugnissen der jüngeren Vergangenheit.

Damit wird der Magdeburger Dom zu einem Ort lebendiger Geschichte, zu einem Ort, der das Geschichtsbewusstsein der Menschen in unserer Stadt und in unserem Land stärkt, den Namen Magdeburgs über die Grenzen hinaus bekannt macht und uns so neue Perspektiven zusätzlich zur kirchlichen Nutzung eröffnet.

 

Meine sehr geehrten Damen und Herren,
die Bedeutung Kaiser Ottos des Großen und seiner Lieblingspfalz Magdeburg in ihren europäischen Dimensionen wurde im Kulturhistorischen Museum Magdeburg im Jahr 2001 durch die 27. Ausstellung des Europarates und Landesausstellung „Otto der Große. Magdeburg und Europa“ sowie im Jahr 2006 durch die 29. Europaratsausstellung „Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation“ umfassend gewürdigt.

Über 550.000 Interessierte besuchten die beiden großen Sonderausstellungen, die durch hunderte von hochrangigen Leihgaben aus ganz Europa und den USA das Museum in eine Schatzkammer auf Zeit verwandelten und seine Kompetenz als Zentrum für mittelalterliche Geschichte unterstrichen.

In über 8.000 Medienberichten wurden die Landeshauptstadt Magdeburg und das Land Sachsen-Anhalt mit der deutschen und europäischen Geschichte verknüpft.
Der Magdeburger Dom stand dabei als prominentester Zeitzeuge immer wieder im Mittelpunkt der Berichterstattung.

Im Rahmen der heute beginnenden Feierlichkeiten zum 800. Domjubiläum wird das Kulturhistorische Museum Magdeburg in der Zeit vom 31. August bis zum 6. Dezember wieder einmal ganz im Zeichen des Mittelalters stehen.

Unter dem Titel „Aufbruch in die Gotik. Der Magdeburger Dom und die späte Stauferzeit“ präsentiert das Museum in einer großen Landesausstellung die Zeit des beginnenden 13. Jahrhunderts.
In dieser ersten Epochenausstellung Deutschlands werden auch Ergebnisse und ausgewählte Funde der langjährigen Forschungsgrabungen im Magdeburger Dom zu sehen sein.

Besonders freuen wir uns natürlich in diesem Zusammenhang auf die bevorstehende Rückkehr des Bleisarkophags unserer Königin Editha. Die breite Öffentlichkeit wird im Rahmen der Ausstellung Gelegenheit haben, dieses wieder entdeckte Juwel der Domgeschichte selbst in Augenschein nehmen zu können.


Und auch in Zukunft werden herausragende Ausstellungen und Projekte den Dom zu Magdeburg und die Geschichte der Stadt in den Mittelpunkt des Interesses rücken.

So werden wir 2012 den 1100. Geburtstag und den 1050. Jahrestag der Kaiserkrönung Kaiser Ottos des Großen mit einer neuen Sonderausstellung begehen.
Mit der geplanten Ausstellung „Otto Imperator“ wird wieder ein Thema von europäischem Rang behandelt, in dem Magdeburg eine zentrale Rolle spielte und welches daher auch von enormer Bedeutung ist für das Geschichts- und Selbstbewusstsein der Bürgerinnen und Bürger der Landeshauptstadt und des Landes Sachsen-Anhalt.

Damit wird Magdeburg einmal mehr als Metropole des Mittelalters wahrgenommen und kann seine mehr als 1200-jährige Geschichte und seine Verbindungen zur europäischen Kultur- und Herrschaftsgeschichte verdeutlichen.


Meine sehr geehrten Damen und Herren,
ich wünsche uns allen ein würdiges Jubiläumsjahr mit zahlreichen herausragenden Veranstaltungen und der Domgemeinde in ihrer einmaligen Heimstatt alles Gute.

Ich freue mich schon jetzt, viele von Ihnen hier an der Grablege Kaiser Ottos des Großen zur Verleihung des Kaiser-Otto-Preise 2009 am 7. Mai wieder begrüßen zu dürfen.

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