Rede zur Einweihung des Gesellschaftshauses „Haus der Musik“

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Rede zur Einweihung des Gesellschaftshauses "Haus der Musik"

14. Oktober 05, 11.00 Uhr, Gartensaal des Gesellschaftshauses

1826 äußerte sich der königlich-preußische Gartendirektor Peter Joseph Lennè zu den Querelen in Magdeburg. Es ging um die preisgünstigste Ausführung der Schinkel-Entwürfe für ein Gebäude, das dem neu entstandenen Volksgarten angemessen, errichtet werden sollte. Er schrieb dem Magistrat, man mögen "doch gleich eine Holzhütte bauen".

Sehr geehrte Damen und Herren Stadträte,
liebe Magdeburgerinnen und Magdeburger,
ich möchte Sie sehr herzlich im neuen "Haus der Musik" in Magdeburg begrüßen.

Das hochherrschaftliche Haus am Klosterbergegarten erfährt heute erstmalig in seiner 180-jährigen Geschichte eine offizielle Einweihung. Weder der 1825 errichtete Bau unter sehr beschränkter Einbeziehung der Entwürfe von Karl Friedrich Schinkel, noch der spätklassizistische Flügelanbau 1897 fanden eine festliche Würdigung für die Öffentlichkeit. Die Bauakten und Protokolle des Magistrats zum städtischen Gesellschaftshaus im Friedrich Wilhelms-Garten lesen sich wie ein Kriminalstück.
Es fehlte vor allem am Geld, um die Entwürfe des berühmten Berliner Architekten 1824 umzusetzen. Schinkel reagierte standesgemäß verschnupft. Er wurde auch nicht weiter einbezogen in den Bau. Im Mai 1897 dann schrieb dann die Magdeburgische Zeitung zum Neuanbau ganz lapidar:

" Der Friedrich Wilhelms-Garten, unser beliebter Park, richtet sich gemach zum Sommerverkehr ein... Da muß Vielem Rechnung getragen werden; denn ein ‚gewähltes’ Publikum ist gar ‚wählerisch’. Nicht nur der weitgestreckte Gartenraum ist vergrößert, und nach dem Sonnenberge zu, ausgedehnt worden, sondern auch die Baulichkeiten haben schätzenswerte Erweiterungen erfahren."

Das gewählte Publikum war wohl ein sehr selbstbewusstes Bürgertum. Es schuf sich eine Stadt mit größerem Anspruch an Kultur und Geselligkeit. Parallelen zu heute sind hier und da unverkennbar. Lennès Vorwurf aus dem Jahre 1826 dürften wir mit dem heutigen Tage allerdings endgültig entkräftet haben.

Die wechselvolle Geschichte dieses Hauses hinterließ ihre Spuren. Der größte Verdienst der jüngsten Bauleistung hier ist es, das der historische Ursprungszustand wieder hergestellt werden konnte. Der kleine Ausflug in die Stadtgeschichte zeigt, ganz unumstritten war es wohl nie, das Gesellschaftshaus.
Unumstritten war der Wunsch nach 1990, es zu erhalten und zu neuem Glanz zu führen. Es war ein weiter und kein leichter Weg. Wir können heute erfreut feststellen: eine Holzhütte ist es nicht geworden. Der Gartensaal hier ist das Prunkstück des neuen "Hauses der Musik".
Hier können künftig Gartenträume, Klangbilder und Architekturdetails aufeinander treffen.

Es ist schon eine besondere Leistung aller Befürworter und Beteiligten des Sanierungsbaus, dass dieses Haus seine Türen im Stadtjubiläumsjahr öffnen kann und seine Gäste über den Schinkelsaal hinaus einlädt. Deshalb kann heute gar nicht genug Dank gesagt werden.

Mein erster Dank gilt den Stadträtinnen und Stadträten, die mit ihren wegweisenden Beschlüssen dem neuen kulturellen Selbstbewusstsein der Magdeburger in hohem Maße Rechnung tragen. Manchmal scheint es, je mehr uns Kultur und Kunst abgesprochen werden soll, je stärker entwickeln die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt Kräfte und Ideen für mehr Kultur.
Allein in diesem Jahr konnten trotz Haushaltskonsolidierung bedeutende Leistungen für die kulturelle und künstlerische Infrastruktur der Landeshauptstadt Magdeburg erbracht werden.

Dazu zähle ich

  • die erfolgreiche Ausstellung "Magdeburg 12hundert."
  • das internationale Figurentheaterfestival "Blickwechsel"
  • die Gründung der Bürgerstiftung für die Kulturfestung "Kaserne Mark"
  • die erstmalige Verleihung des Kaiser-Otto-Preises
  • die Fortsetzung der Sanierung im Kulturhistorischen Museum
  • den Sanierungsbeginn für das Literaturhaus
  • die Einweihung der neuen Theaterwerkstätten
  • die Einweihung des sanierten Schauspielhauses mit einem Weltweit einmaligen Theaterprojekt über den Atlantik hinweg zwischen Magdeburg und Nashville
  • und nun die Wiedereröffnung des Gesellschaftshauses als "Haus der Musik"

Dank gilt dem Stadtrat im Besonderen,

  • weil alle diese Vorhaben einen langen Atem brauchten,
  • weil Konsolidierungsprogramme und Bauausführungen immer wieder das Bekenntnis zur Kultur in der Stadt erforderten.

Da hat der Kulturausschuss eine hervorragende Arbeit geleistet und da haben vor allem die Künstler, die Menschen in den Kultureinrichtungen viel Vertrauen benötigt und es gerechtfertigt.

Nur so kann eine Stadt auch eine Kulturstadt werden. Es geht um die Kultur des Umgangs miteinander, wenn es um Kultur geht. Und nicht selten ist es eine Kunst, den Anforderungen an künstlerische Qualität mit politischen Entscheidungen gerecht zu werden.
Damit steht auch das sanierte Gesellschaftshaus für den erfolgreichen Kurs in Sachen Kultur und Kunst in Magdeburg.

Das Stadtjubiläum selbst ist ein Jahr der Kultur und Kunst in Magdeburg. Kunst und Kultur sind Lebensadern einer Stadt, wie ihre Straßen und Gebäude. Das spüren wir besonders im Jubiläumsjahr. Theater, Konzerte, Ausstellungen, Lesungen, Vorträge, Kunstfestivals – ohne die Beiträge der Künstler und Kulturmacher wäre der Jubiläumskalender seltsam leer geblieben.
Deshalb gibt ein Tag wie der heutige auch Anlass, den vielen privaten und privatunternehmerischen Kultur- und Kunstförderern zu danken. Denn, wir werden sie auch brauchen, wenn wir dieses Haus mit musikalischem Leben füllen wollen.

Zwischen dem großen musikalischen Erbe Telemanns und der Musik des Barocks ist sicher viel Platz für Jazz und Klassik, für Chorkonzert und zeitgenössische Kompositionen.
Der Klosterbergegarten, das Telemanneum und das hier noch entstehende, privat wieder hergestellte, "Blaue Haus" bilden, direkt an der Elbe, ein Ensemble, das viele Möglichkeiten vereint.

Die Leistung aller am Bau und die historisch fachgerechte Sanierung des Hauses sind vielfach Grund zur Freude, zur Anerkennung und zum Dank

Mein Dank gilt:

  • den Planern und Architekten, die die Entwürfe, Modelle und Ausführungsunterlagen erarbeitet haben
  • dabei freue ich mich, dass es auch hier zu einer städtepartnerschaftlichen Gemeinschaftsarbeit zwischen zwei Architekturbüros aus Magdeburg und Braunschweig gekommen ist
  • Dank gilt allen am Bau und an der Ausstattung beteiligten Unternehmen, die meisten davon kamen aus Magdeburg und der Region

Ein besonderer Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Zentrums für Telemann-Forschung und –Pflege, die auf dieser Baustelle ihre Forschungsarbeit aufnahmen und in einem Provisorium Konzerte, Ausstellungen und Tagungen organisierten. Dieser kleine Vorsprung kann nun dem großzügigen Haus mit all seinen Möglichkeiten zugute kommen.

Ich wünsche dem "Haus der Musik" viele Gäste, den hier tätigen Mitarbeitern der städtischen Kultur- und Musikpflege viel Erfolg bei Ihrer Arbeit und allen, die durch das Hauptportal treten, Freude und Genuss.

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