Grußbotschaft zum Zschokke-Symposium „Erziehung zur Demokratie“

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Grußbotschaft zum Zschokke-Symposium "Erziehung zur Demokratie" und dem Städtebesuch in Aarau vom 15. bis 16. September 2005

Redebeitrag: Freitag, 16.09.2005, 9.15 Uhr, im Podium

 

Johann Heinrich Daniel Zschokke hatte eine sehr genaue Vorstellung von dem erzieherischen Weg zur Demokratie. 1817 schrieb er:

"Schaffe dir ein Urbild der Menschheit in ihrer einstigen Vollendung; alle Nationen ohne Unterschied der Farbe, Sprache, Verfassung, Religion und Staatsverhältnisse aufgelöst in eine einzige Geschwisterschaft, alle losgeschält von den Vorurteilen der Örtlichkeit, des Standes und Handwerks, ohne National- und Religionshaß... vereint, bei ungleichen Kräften einander wohlwollend, bei ungleichen Ansichten und Einsichten duldsam und sich gegenseitig ehrend, nirgends Gewaltherrschaft, nirgends Knechtschaft..."

Sehr geehrter Herr Dr. Giugnard, sehr geehrter Herr Prof. Pfisterer,sehr geehrter Herr Dr. Ort, meine sehr geehrten Damen und Herren Professores, sehr geehrte Gäste,

bevor ich Ihnen und Ihrer so überaus interessanten Tagung die Grüße der Landeshauptstadt Magdeburg überbringe, erlauben Sie mir ein paar Worte des Dankes.
Ich danke Ihnen sehr herzlich für die Einladung zum Internationalen Zschokke-Symposium und der Möglichkeit, am Austausch der Wissenschaftler aus der Schweiz und vielen Ländern teilzuhaben.
Der Bürgermeister unserer Stadt, Herr Bernhard Czogalla und ich, sind mit großer Herzlichkeit und Gastfreundschaft aufgenommen worden.

Seit einigen Jahren führen die Verbindungen, die die Zschokke-Gesellschaft nach Magdeburg geknüpft hat, unsere beiden Städte zusammen. Für all das darf ich Ihnen sehr herzlich Dank sagen.
Es ist beeindruckend, welche tiefe Verwurzelung und welch großes Interesse die Lebensleistung des Magdeburgers Heinrich Zschokke hier in der Schweiz hat.
Dieses Symposium, da bin ich mir ganz sicher, wird neben neuen Erkenntnissen der Forschung auch neue Verbindungen in Europa knüpfen können. Das ist ganz im Sinne Heinrich Zschokkes. Wir wissen uns mit Ihnen eins in diesen Bemühungen.

 

Sehr verehrte Damen und Herren,

ich überbringe Ihnen die Grüße aus einer 1200jährigen europäischen Stadt. Magdeburg feiert in diesem Jahr ein besonderes Stadtjubiläum. 1200 Jahre Stadtgeschichte, verknüpft mit einer spannenden Stadtgegenwart und mit einer engagierten aber auch sehr kritischen Bürgerschaft im Herzen – das ist für ein Stadtoberhaupt und für eine Verwaltung eine große Herausforderung.Wir haben dieses Jubiläumsjahr seit etwa 5 Jahren vorbereitet. Über 1000 Veranstaltungen haben bereits stattgefunden.
300 davon waren ganz speziell für dieses Jubiläum kreiert und haben bisher 1,4 Millionen Menschen erreicht: zum Feiern, zum Rückblick auf eine große Geschichte und zum gemeinsamen Nachdenken über die Zukunft unsere Stadt in einem geeinten Europa.
Vor 15 Jahren fand sich Deutschland nach über 40jähriger Trennung wieder zusammen. Die deutsche Einheit hat seinerzeit in Europa nicht nur Freunde und Förderer gefunden. Ich denke, inzwischen haben wir, auch mit der Leistung, wieder ein geeintes Volk zu werden, die Ängste und Sorgen ausräumen können. Deutschland ist umgeben von Freunden und freundschaftlich verbundenen Nachbarn. Wir können in Frieden Zukunftskonzepte entwickeln. Das ist eine sehr komfortable und sehr schöne Situation. Dass der Frieden kein Geschenk ist, können vor allem die Magdeburger an ihrer 1200-jährigen Geschichte ermessen.
Zweimal wurde Magdeburg schwer zerstört. Immer wieder haben die Menschen die Kraft für den Neuaufbau und den Neubeginn gefunden. Wir konnten bei unserem Besuch feststellen: es gibt viele Gemeinsamkeiten zwischen unseren Städten. Aarau und Magdeburg sind alt und neu zugleich. Sie sind Städte mit historischer Substanz und dem Wandel in der Moderne. Die Symbiose von Alt und Neu läßt sich in Magdeburg – ebenso wie in Aarau - sehr gut am Stadtbild erleben.
Die Kirchen der Romanik und der Gotik, die großen Gründerzeitbauten und die Siedlungen der Werkbund- und Bauhausarchitekten der Moderne sind heute Denkmale der Stadt Magdeburg.
Dazu gesellen sich die Bauleistungen der Nachkriegszeit und die Bemühungen um eine Stadterneuerung seit 1990.
Wir haben noch zahlreiche Probleme zu lösen – Arbeitslosigkeit, Bevölkerungsrückgang und Erhalt der kulturellen und sozialen Infrastruktur sind vorrangig zu nennen. Aber wir haben viele Chancen für eine moderne Stadtentwicklung genutzt.

Ich lade Sie herzlich ein, unsere Landeshauptstadt Magdeburg zu besuchen. Noch zwei große Höhepunkte werden unser Jubiläumsjahr erleuchten.

Ein bilaterales Theaterprojekt erlebt seine Welturaufführung. Magdeburg und die Partnerstadt Nashville, in Tennessee, haben mit ihren Theatern ein simultanes Stück erarbeitet.
In beiden Städten wird zur gleichen Zeit die gleiche Geschichte gespielt. In Magdeburg und Nashville spielen vermischt Magdeburger und Nashviller und sie können gemeinsam mit dem Publikum über eine Leinwand das Geschehen auf der Bühne in der jeweils anderen Stadt mit verfolgen. Denn erst durch das Spiel hier und dort wird das Stück komplett.
Es heißt "Das Theatertreffen – the other side" und es ist weltweit einmalig.
Ein großes Ereignis werden für uns die Feiern zum 15. Jahrestag der deutschen Einheit sein. Magdeburg wird am 3. Oktober sein Hundertwasserhaus eröffnen. Jawohl, sie haben richtig gehört. Magdeburg hat ein Hundertwasserhaus.
Es ist rosa mit bunten Säulen und Fenstern. Natürlich ist es rund, hat goldene Kuppeln und auf ihm und in ihm wird eine Landschaft heranwachsen, werden Kinder in einem Kindergarten spielen und lernen, werden Menschen ihr Zuhause finden und Gäste der Stadt wohnen. Es gibt Geschäfte darin und für Besucher einen offenen Innenhof.
Es ist das letzte Projekt des weltberühmten Künstlers Friedensreich Hundertwasser, dass er selbst entwickelt und mit Texten bedacht hat und das auch tatsächlich gebaut wurde. Er hat es "Die grüne Zitadelle von Magdeburg" genannt.

Am Magdeburger Domplatz können Sie auf kleinstem Städtischen Raum eine 100jährige Architekturgeschichte erleben:

  • das romanische Kloster Unser Lieben Frauen,
  • den ersten gotische Dom auf deutschem Boden,
  • Bauten des Barock und Klassizismus, eben jene "Grüne Zitadelle" von Hundertwasser
  • und ein Gebäude in der Architektursprache des 21. Jahrhunderts.

Das finden Sie so nur in Magdeburg.

Unsere beiden Städte sind aber auch Städte am Fluss. Das gibt ihnen einen ganz besonderen Charme und auch hier werden wir viele Gemeinsamkeiten finden.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freunde der Zschokke-Gesellschaft

1797 wählte Heinrich Zschokke die Schweiz als Heimat. Da war er 26 Jahre alt.
Wer die Schweiz gesehen hat, den wundert Zschokkes Wahl nicht. Allein die Natur gibt doch neue Lebenskraft.
Heinrich jedoch suchte größere Herausforderungen. Er war Regierungskommissar, Regierungsstatthalter der Schweiz und 1815 bis 1841 Mitglied des Großen Rats des Aargaus.
Er gilt als einer der liberalen Wegbereiter des schweizerischen Bundesstaates.
Von 1771-1790 verbrachte er Kindheit und Jugend in Magdeburg und erfuhr am Altstädter Gymnasium eine fortschrittliche Bildungsgrundlage.

1830 trug der Rat der Stadt Magdeburg unter Oberbürgermeister August Wilhelm Francke Zschokke die Ehrenbürgerwürde an. Dieser reagiert gerührt auf die Ehrung aus seiner Geburtsstadt, die seine "Wirksamkeit für Wahrheit und Recht als Gelehrter und Staatsmann" würdigte.
Obgleich er seine Heimatstadt als junger Mann sehr frustriert verließ, so erinnerte er sich doch mit großer Geste an sie und schrieb zur Ehrenbürgerwürde:

"Es war der schönste Kranz, welchen die Vaterstadt auf das Leben eines entfernten Sohnes niederlegen konnte, den sie wieder unter ihre eingebornen Kinder zurücknehmen wollte. Wäre ich jemals ein menschenfeindlicher Timon gewesen, dieser Tag würde mich wieder zum Menschenfreund gemacht haben"

Die Bücher des Schriftstellers Zschokke sind in Magdeburg vielfach erschienen. Und seit einiger Zeit gibt es nun auch an wichtiger Stelle, nämlich als Adresse für die Geisteswissenschaftliche Fakultät unserer Otto-von-Guericke-Universität, die Heinrich-Zschokke-Straße. Hier ist sein Lebenswerk ebenso erforscht worden und hierher reichen auch die heutigen Verbindungen aus Aarau nach Magdeburg.
Heinrich Zschokke, der seine Autobiographie "Eine Selbstschau", 1842, "Der Vaterstadt Magdeburg gewidmet" hatte, ist in seiner Geburtsstadt nicht vergessen. Das ist auch dem Wirken der Zschokke-Gesellschaft Aarau zu verdanken.

Ich darf die Einladung zum nächsten Zschokke-Symposium im Jahre 2007 hier sehr gern erneuern und würde mich freuen, wenn wir uns dann in der Landeshauptstadt des Bundeslandes Sachsen-Anhalt, in der Mitte Deutschlands und im Herzen Europas – in Magdeburg an der Elbe - wieder treffen.

Wir sind begeistert von Aarau und empfehlen Ihre Stadt gern weiter.

Ihr Stadtpräsident wurde kürzlich zum Präsidenten des schweizerischen Städteverbandes gewählt. Ich darf Ihnen, Herr Dr. Giunard und der Stadt Aarau dazu noch sehr herzlich gratulieren.

Ich wünsche der Stadt und dem Kanton eine gedeihliche Entwicklung, ihren Bürgern Frieden und Wohlergehen sowie der Konferenz und der Zschokke-Forschung auch künftig viel Erfolg.

 

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