OB und Angehörige der Opfer weihten Erinnerungsmale ein Stolpersteine erinnern an das Schicksal Magdeburger Opfer des Nationalsozialismus

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OB und Angehörige der Opfer weihten Erinnerungsmale ein Stolpersteine erinnern an das Schicksal Magdeburger Opfer des Nationalsozialismus

Stolpersteine

Zum zweiten Mal wurden in Magdeburg Stolpersteine zur Erinnerung an  jüdische Opfer des Nationalsozialismus verlegt. Im Rahmen einer Gedenkstunde weihte Magdeburgs Beigeordneter für Kultur, Schule und Sport, Dr. Rüdiger Koch  am 7. Dezember gemeinsam mit Angehörigen der Opfer und Spendern für diese Erinnerungsmale  17 weitere Stolpersteinen ein.

"Mit den Stolpersteinen erinnern wir an das individuelle Schicksal von 17 jüdischen Magdeburgerinnen und Magdeburgern, die während der NS-Zeit deportiert und ermordet wurden", so Rüdiger Koch. "Wir gedenken damit ehemaliger Mitbürger und setzen ein weiteres Zeichen gegen das Vergessen der Nazidiktatur in unserer Stadt."

Zwei Stolpersteine wurden von dem Kölner Künstler Gunter Demnig und dem Kulturbeigeordneten am Hochhaus in der Jakobstraße in den Fußweg eingelassen und sind dem Magdeburger Ehepaar Hugo und Paula Wilhelm gewidmet. Hugo Wilhelm hatte nach der Pogromnacht 1938 dafür gesorgt, dass seine Kinder und Enkelkinder Deutschland verlassen konnten. Seine Frau und er wurden 1942 von den Nationalsozialisten nach Theresienstadt deportiert und dort später ermordet. Zur Verlegung des Stolpersteines für das Ehepaar Wilhelm reisen Enkel und Urenkel aus Chile, Schweden und Israel nach Magdeburg.

Drei Stolpersteine wurden in der Peterstraße verlegt. Sie erinnern an die Familie Nathan, Gusta und Martha Kern. Martha Kern war bei ihrer Ermordung zwölf Jahre alt. Sie ist damit das jüngste der Opfer, an das mit den jetzt verlegten Stolpersteinen erinnert wird. Finanziert wurden die drei Erinnerungsmale mit Spenden der Kindertageseinrichtungen "Abenteuerland" und "Nordwest".

Drei Stolpersteine erinnern ab sofort am Breiten Weg 120 (Fußgängerzone) an die Familie von Dr. Otto Schlein. Der Magdeburger Hautarzt behandelte häufig arme Patienten und wurde 1933 nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten in Dornburg inhaftiert. Ab 1935 durfte er nur noch jüdische Bürger behandeln. Es folgte der Entzug der Approbation und des Doktordiploms. 1936 flüchtete er mit seiner Familie nach Amsterdam. Nach der Besetzung der Niederlande durch deutsche Truppen wurden Dr. Otto Schlein, seine Frau Anni und Tochter Vera von der Gestapo verhaftet und über das Konzentrationslager Theresienstadt in das KZ Auschwitz deportiert. Dort wurde die Familie 1944 in der Gaskammer umgebracht. Heute tragen eine Straße und eine Berufsbildende Schule in Magdeburg den Namen von Dr. Otto Schlein.
 Weitere Stolpersteine erinnern künftig an David Lerner (an der Magdalenenkapelle), das Ehepaar Michael und Golda Kern (Johannisbergstraße), Martin Fleischer (Südseite des Alten Marktes), Helene Fleischer (Albrechtstraße 8), Hermann Zerkowski (Denhardtstraße), das Ehepaar Alfred und Else Klappholz (zwischen City Carré und Bahnhof) und an Grete Spangenthal (Goethestraße 40). Damit steigt die Gesamtzahl der Stolpersteine im Stadtgebiet auf nunmehr 30, nachdem sich Magdeburg mit 13 Steinen im März dieses Jahres der bundesweiten Aktion "Stolpersteine" angeschlossen hat.

Verlegt werden alle Stolpersteine von dem Kölner Künstler Gunter Demnig. In die Messingoberfläche sind die Namen und biografischen Daten der Opfer, der Zeitpunkt ihrer Deportation und der Deportationsort eingraviert. Seit 1997 setzt Gunter Demnig diese zehn mal zehn Zentimeter großen Betonquader mit eingelassener Messingplatte in den Boden vor ehemalige Wohnhäuser und Wirkungsstätten von Opfern des Nationalsozialismus.

Finanziert werden die Erinnerungsmale ausschließlich durch Spenden. Die Spender der jetzt verlegten 17 Stolpersteine sind die Kindertageseinrichtungen "Abenteuerland" und "Nordwest" (für die Familie Kern), der Politische Runde Tisch der Frauen (für Anni und Vera Schlein), der Bundestagsabgeordnete Dr. Uwe Küster (für Dr. Otto Schlein), Ellen und Werner Simonsohn aus Chile (für Hugo Wilhelm), die Deutsch-Israelische Gesellschaft (für Paula Wilhelm), Andreas Kern und Ehefrau (für Nathan Kern), Ursula Hobohm (für David Lerner), Gerda Fellner und ihre Söhne sowie Rolf Fleischer (für Martin Fleischer), Dr. Maren Ballerstedt (für Helene Fleischer), Landtagspräsident Dieter Steinecke (für Hermann Zerkowski), Beate und Helmut Siebert (für das Ehepaar Klappholz) sowie Claus Zindel und Familie (für Grete Spangenthal).

Für künftige Stolpersteine liegen der Stadt bereits weitere Spenden vor. Ein Stein kostet 95,- Euro. Hinzu kommen 25 Euro für die Pflege sowie für die Dokumentation in einem "Magdeburger Gedenkbuch", das möglichst viele Angaben über Leben und Schicksal der ermordeten Menschen aufnimmt. Das Buch wird zusammengetragen von Vereinen, Initiativen, Schulklassen und Einzelpersonen und widmet sich der Spurensuche nach dem Lebensweg der Ermordeten – jüdischer Menschen vor allem, aber auch Sinti und Roma oder anderer Opfer. Die Seiten für die Opfer, derer in dieser Woche mit der Verlegung eines Stolpersteines gedacht wird, sind bereits gedruckt.

Spenden für weitere Stolpersteine können auf das Konto 140 00 101 bei der Stadtsparkasse Magdeburg (BLZ: 81053272) überwiesen bzw. eingezahlt werden. Als Verwendungszweck muss dabei unbedingt die Ziffernfolge 0.54100.050014.3 angegeben werden.

Für Fragen und weitere Informationen zu den Stolpersteinen stehen die Mitarbeiter des Kulturbüros der Stadtverwaltung unter der Rufnummer 5 40 21 34 zu Verfügung.


Hintergrundinformationen

Der Magdeburger Stadtrat hat 2005 auf Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen beschlossen, sich der Möglichkeit des Erinnerns und Gedenkens durch so genannte Stolpersteine vor Hauseingängen und auf Gehwegen anzuschließen. Deutschlandweit gibt es inzwischen mehr als 10.000 Stolpersteine in über 190 Städten und Gemeinden.

Eine Arbeitsgruppe, der neben der Stadtverwaltung und der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen auch die Vereine "Miteinander e.V." und "Förderverein Neue Synagoge Magdeburg e.V." sowie das Ökumenische Domgymnasium angehören, hat Informationen über jene 17 Personen zusammengetragen, denen die neuen Stolpersteine gewidmet sind.

Weitere Informationen über die Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig sind im Internet unter www.stolpersteine.com zu finden.

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