Ehrenbürger der Stadt Magdeburg

Hilfsnavigation

Servicenavigation und Sprachauswahl

Twitter Facebook Youtube RSS

Hauptnavigation

BürgerService

Bürger Service kebox Ihre Behördenrufnummer 115

Veranstaltungen

Terminsuche

Schnellkontakt

Foren


FavoritenAktuelle Seite zu eigenen Favoriten hinzufügen
Imagefilm

Postkarte zum Imagefilm

Externer Link: einkaufen in Magdeburg

 

Externer Link: helpto

 

Inhalt

Ehrenbürger der Stadt Magdeburg

Einer der meistgelesenen Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, Johann Heinrich Daniel Zschokke, erhielt im Jahre 1830 das Ehrenbürgerrecht der Stadt Magdeburg. Diese hatte nicht vergessen, dass Zschokke hier am 22. März 1771 geboren wurde. Sein Geburtshaus stand in der Schrotdorfer Straße 2.

Die Mutter verlor Zschokke schon nach sieben Wochen, der Vater, ein Tuchmacher, starb, als Johann Heinrich acht Jahre alt war. Der Junge wuchs bei Verwandten auf, die ihn u.a. an das Pädagogium zum Kloster Unser Lieben Frauen und an das Altstädtische Gymnasium schickten. Seine Kindheits- und Jugenderlebnisse in Magdeburg beschreibt Zschokke in der "Selbstschau", die 1842 erschienen ist.

Im Januar 1788 verließ er seine Heimatstadt. "Ich verließ Magdeburg sowohl aus Mangel an gutem Fortkommen und Bedürfnissen als auch aus einer Art hypochondrischer Laune". Er schloss sich bald darauf wandernden Theatergesellschaften an, für die er schneiderte und dichtete.

Im Jahre 1790 ging er an die Universität Frankfurt/ 0der und studierte hier Theologie. Er hörte auch Vorlesungen in Jura und Philosophie und schrieb Gelegenheitsgedichte sowie Theaterstücke. Der Ausbruch der Großen Französischen Revolution beeindruckte den jungen Mann zutiefst. "Meinen Idealen treu, begrüßte ich in Hymnen das Erwachen der Menschheit, eiferte ich in Flug- und Zeitschriften gegen verrostete Vorurtheile..." Nach- Examen, Promotion, einigen Reisen, kurzzeitigem Aufenthalt in Magdeburg und Tätigkeit als Privatdozent an der Universität Frankfurt/Oder verließ Zschokke Preußen. Von einer Reise nach Paris kehrte er 1796 enttäuscht zurück. Er ging in die Schweiz, denn er war begierig, "im Lande Wilhelm Tells die Segensfrüchte der Freiheit kennenzulernen". 1796 wird er Leiter der Erziehungsanstalt in Reichenau, die nach den aufklärerischen Grundsätzen Basedows arbeitete. Er wirkte hier als Erzieher, Prediger und Lehrer so erfolgreich, dass die Schülerzahl in einem Jahr von 15 auf 70 stieg.
Bei Aarau/ Schweiz lebte Zschokke seit 1801. In der Nähe des Ortes mietete er das leerstehende Schloss Bieberstein. Er wird Mitglied des Hohen Rates, Oberforst- und Bergrat im Kanton Aarau. 1804 schrieb er u.a. "Die Alpenwälder, für Naturforscher und Forstmänner".
Am 25. Februar 1805 heiratete er die Pfarrerstochter Nanny Nüsperli. Aus der Ehe gingen zwölf Söhne und eine Tochter hervor. Sein Schwiegervater kaufte ihm für 800 preußische Taler das Bürgerrecht von Aarau.
Zschokke, der sich schon in Frankfurt den Freimaurern angeschlossen hatte, errichtete 1811 in Aarau die Loge "Zur Brudertreue". Außerdem gründete er den "Verein für vaterländische Kultur in Aarau", der sich für Hilfsgesellschaften, Sonntags- und Handwerksschulen, für die Taubstummenanstalt in Aarau und anderes mehr einsetzte. 1820 errichtete er einen bürgerlichen Lehrverein, der zur Verbreitung von Wissen beitragen sollte. Mehrere Jahrzehnte lang gab er die Wochenschrift "Der Schweizerbote" heraus, welche die allgemeine Volksbildung und die patriotische Erziehung zum Ziel hatte. Sehr verbreitet waren seine Veröffentlichungen zur Schweizer Geschichte. Seine zahlreichen Werke verfasste Zschokke bewusst volkstümlich und didaktisch.

In der Gemeinderatssitzung vom 9. Februar 1830 schlug Oberbürgermeister Francke vor, Zschokke zum Ehrenbürger Magdeburgs zu ernennen. In dem am 14. März ausgestellten Bürgerbrief wird Zschokkes "Wirksamkeit für Wahrheit und Recht als Gelehrter und Staatsmann" gewürdigt.

Wie Zschokke diese Ehrung aufnahm, beschreibt er in seiner "Selbstschau" wie folgt: "Sie (die Stadt Magdeburg, d.V.) sandte mir, in Begleitung einer Zuschrift ihres gemeinnützigen, verdienstvollen Oberbürgermeisters Franke, das Diplom ihres Ehrenbürgerrechts. Anfangs stand ich vor der überraschenden Gabe mit angenehmer Bestürzung; dann mit Thränen. Es war der schönste Kranz, welchen die Vaterstadt auf das Leben eines entfernten Sohnes niederlegen konnte, den sie wieder unter ihre eingeborenen Kinder zurücknehmen wollte. Wär' ich jemals ein menschenfeindlicher Timon gewesen, dieser Tag würde mich wieder zum Menschenfreund gemacht haben!" In seinem Dankesbrief bezeichnete Zschokke am 30. März 1830 Magdeburg als "einzige Stadt, in der nicht vergessen zu werden, meine heimliche Sehnsucht blieb".

Das Ministerium des Innern in Berlin, das die Nachricht über die Erteilung des Ehrenbürgerrechts aus der Spenerschen Zeitung erfahren hatte, sah die Entscheidung des Magdeburger Magistrats als "Ungebührniß" an, da sie ohne vorherige Bewilligung durch die Königliche Regierung getroffen worden war. Gegen die Person Zschokkes hatte das Ministerium nichts einzuwenden. Oberbürgermeister Francke musste sich eine Zurechtweisung seitens der Regierung gefallen lassen und schrieb an diese verärgert, er hätte nicht erwartet, die "an den H. Zschokke geschehene Verleihung noch rechtfertigen zu müssen". Francke betonte, dass die Verleihung des Ehrenbürgerrechts an Zschokke nicht allein in seinem großen schriftstellerischen Ruf begründet lag, sondern auch in der Absicht Zschokkes, anlässlich der 200jährigen Gedächtnisfeier der Zerstörung Magdeburgs durch Tilly eine populäre Erzählung dieser Begebenheit zu verfassen.

Neben Zschokkes Autobiographie "Eine Selbstschau" (1842) weisen die Erzählungen "Kriegerische Abenteuer eines Friedfertigen" (1822) und "Der Feldwebel" (1823) Bezüge zu seiner Heimatstadt auf.

Noch zu Lebzeiten Zschokkes, im Jahre 1844, wurde in Magdeburg der Zschokke-Verein, ein Leseverein, gegründet, der bis 1858 bestand. Er verfolgte das Ziel, gute und belehrende Volksschriften zu verteilen und das dazu erforderliche Geld zu beschaffen.

Johann Heinrich Daniel Zschokke starb am 27. Juni 1848 in Aarau.

Quelle: Broschüre Magdeburger Ehrenbürger, Landeshauptstadt Magdeburg 1994

 

 

- Partner -
Stadtsparkasse Magdeburg
Stadtwerke Magdeburg
WOBAU - Wohnen in Magdeburg
Schünemann Heizung-Sanitär
- Anzeigen -
Arbeitsvermittlung Magdeburg
SKL Industrieverwaltung
Spreewald Therme und Spreewald Thermen Hotel