Höhenrettungsdienst

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HöhenrettungsdienstHRD-Ausbildung 1

Mitte der 1980er Jahre, als vielerorts in der DDR mit dem Bau von Hochhäusern begonnen wurde, wurde das daraus resultierende Gefahrenpotential auch bei der Feuerwehr Magdeburg erkannt.

Wie kann man gefahrlos einen bewusstlosen Kranfahrer aus seiner Kanzel retten und mittels Trage zur Erde bringen, wie in eine Wohnung im 16.Stockwerk eindringen, wenn der Eingangsbereich versperrt ist oder gar in Flammen steht? Eine Drehleiter reicht maximal bis zum 10. Stockwerk, ein Sprungpolster ist die allerletzte Möglichkeit für einen Eingeschlossen, um aus dem Gefahrenbereich zu entkommen. Auch jemanden, de in einen Brunnenschacht gefallen ist, aus der Tiefe wieder ans Tageslicht zu befördern, ist für einen herkömmlich ausgerüsteten Feuerwehrmann ein fast unlösbares Problem.

Um die für die damalige Zeit im internationalen Maßstab schon recht modernen baulichen brandschutztechnischen Vorkehrungen zu ergänzen, wurde der Höhenrettungsdienst in mehr oder weniger allen Berufsfeuerwehren der DDR eingeführt. Für den Fall des Versagens dieser baulichen Vorkehrungen hatten die Feuerwehren somit eine weitere Einsatzvariante,  um den Einsatz erfolgreich zu beenden.

Das Aufgabengebiet der Höhenrettung umfasst die Menschenrettung in hoch und tief gelegenen Einsatzstellen, die mit herkömmlichen Rettungsmitteln nicht realisierbar sind. Vorstellbare Szenarien wie :

  • Hilflose Personen auf Baukränen oder Hochdächern
  • Patientengerechte Rettung verletzter oder erkrankter Personen
  • Arbeiten unter Absturzgefahr
  • Silounfall
  • etc.

erfordern eine regelmäßige Ausbildung, bei der das umfangreiche 'Know How' sowie vorgegebene Sicherheitsstandards in Theorie und Praxis vermittelt werden.

Seit nunmehr fünfundzwanzig Jahren können die Magdeburger jeweils donnerstags die Gruppe des Höhenrettungsdienstes beim Üben der Auf- und Abseiltechnik an allen möglichen Wohn- und Industriebauwerken beobachten. Damit ist der Magdeburger Höhenrettungsdienst einer der Ältesten in Deutschland. Um rund um die Uhr eine Einsatzgruppe von fünf voll ausgebildeten Höhenrettern in den drei Dienstschichten auf der Feuerwache Nord in Dienst zu haben, wurden auf der Basis der Freiwilligkeit rund vierzig Feuerwehrleute zum Höhenretter an der Brand- und Katastrophenschutzschule Heyrothsberge ausgebildet. Neben ihrer Grundausbildung und dem regelmäßigen Training in Höhen und Tiefen werden diese von Höhenangst relativ freien Feuerwehrleute nach speziellen Vorgaben regelmäßig arbeitsmedizinisch (Höhentauglichkeit) untersucht. Ihre spezielle Ausrüstung, die nichts mit der konventionellen Ausrüstung eines Feuerwehrmannes zu tun hat, wird ständig auf einer Drehleiter des Löschzuges der Feuerwache Nord mitgeführt. Im Wesentlichen entstammt diese Ausrüstung dem Bergsport und dem Bereich der Industriekletterer.

HRD-Ausbildung 2Die bei den Feuerwehren allgemein üblichen konventionellen Rettungstechniken zur Rettung oder Selbstrettung können beim Höhenrettungseinsatz nicht angewendet werden, weil sie auf der Brustbundtechnik und Seilreibung unter Zuhilfenahme einer Fangleine basieren. Für einen Abstürzenden oder Hängenden sind damit erhebliche Gesundheitsrisiken verbunden. Von daher scheidet diese allgemein übliche Rettungstechnik für die speziellen Einsatzaufgaben des HRD aus.

Um eine ständig einsatzbereite HRD-Gruppe vorhalten zu können, bedarf es einer größeren Feuerwehr. Hauptproblem ist neben der kostenintensiven Ausrüstung die Sicherstellung einer kontinuierlichen Fortführung der Aus- und Fortbildung. Die Grundausbildung umfasst 72 Stunden, im Land Sachsen Anhalt sind jährlich 96 Ausbildungsstunden bei Wind und Wetter durchzuführen und nachzuweisen.

Nur wenige Freiwillige Feuerwehren sind dazu in der Lage, deshalb sind die Einsatzleitstellen in den Landkreisen dazu angehalten, bei entsprechenden Einsatzlagen, die HRD-Gruppe der BF Magdeburg anzufordern, die ggf. mit dem Polizeihubschrauber in der Stärke 1 : 4 zum Einsatzort transportiert wird.

Anfangs für die Rettung von Menschen,insbesondere bei Bränden in Hochhäusern, ins Leben gerufen, hat der HRD inzwischen während vieler anderer Einsätze seine Wirksamkeit nachgewiesen. Die Rettung verunfallter Bauarbeiter auf schwierig erreichbaren Baustellen, die Beseitigung von Gefahrenmomenten nach Unwettern und die Untersuchungen und Kontrollen von Bauwerken sind nur einige Beispiele. Der Vorteil des HRD gegenüber herkömmlichen Rettungsmitteln (Kräne, Leitern usw.) liegen vor allem in der Schnelligkeit und darin, dass Hilfeleistungen ohne aufwendige Rüstarbeiten erfolgen können. Außerdem kann der HRD auch dann noch helfen, wenn andere Mittel versagen. Die Höhe spielt dabei keine Rolle.

 

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